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Ab sofort sind Stellenanzeigen direkt unter den Suchergebnissen in Google zu finden - zumindest in den USA. Recruiter sollten sich darauf einstellen. Bild: Michael Bamberger

In den USA ist nun "Google for Jobs" online. Ab sofort werden Stellenanzeigen direkt in der Google-Suche angezeigt. Unser Kolumnist Henner Knabenreich meint, dass damit die Zukunft des Recruitings begonnen hat - wenn man die passende Software nutzt.

Gestern sollte laut diverser US-Medien endlich der große Tag sein: Google Jobs geht online und ist (zumindest) für die US-Amerikaner ab sofort scharf geschaltet. Aber was bedeutet Google eigentlich für die Jobsuche(nden) und was fürs Recruiting? Eine ganze Menge. Und nun noch mehr.

Jobsuche auf Google wird normal

Klar, so wie man nach einem Friseur, einem Arzt, einem Restaurant oder auch der Begriffserklärung für "Simsalabim Java Entwickling" sucht – der Ottonormalverbraucher nutzt dafür Google. Und eben genau der entspricht nicht selten dem Ottonormalbewerber. Auf Deutsch: Auch Bewerber googeln. Nach Jobs. Nach Ihnen als Arbeitgeber (wenn man Sie denn schon auf dem Schirm hat). Je nach Studie mal mehr, mal weniger. Und das mit steigenden Zahlen. Und natürlich zunehmend mobil.

Passendes Bewerbermanagementsysteme nötig

Das bedeutet in der Folge: Sie sollten alles dafür tun, mit Ihrem Web-Angebot sichtbar zu sein. Insbesondere – aber nicht nur – mit Ihren Job-Angeboten. Gerade diese sind es in der Regel, mit denen Sie bei Google punkten könn(t)en. Konjunktiv aus verschiedenen Gründen: Zum Beispiel wegen des Bewerbermanagementsystems („Applicant Tracking System“, ATS), welches Sie nutzen. Stellen Sie sich vor, Sie haben regelmäßig eine Vielzahl an Stellen online. Eigentlich eine ganze Menge Holz und „Content“, die sich positiv auf Ihre Auffindbarkeit auswirken könnten. Könnten. Denn viele ATS-Anbieter schieben dem einen Riegel vor. Oder denken nicht so weit. Klar, E-Recruiting-Systeme sollen den Recruiting-Prozess erleichtern. Nicht die Auffindbarkeit der Jobs.

Content Management System muss SEO-tauglich sein

Ein anderer (wunder) Punkt: Das verwendete Content Management System. Gerade so genannte „Kreativ-Agenturen“ setzen auf Systeme, die Sie in puncto SEO abschreiben können. Schlimmer sind da noch die „Eigen-Gewächse“ von kleineren Agenturen und Webschmieden. Und, nicht zu vergessen: Der Trend zu One-Pagern. „One Size - äh Site fits all“ funktioniert nicht nur SEO-technisch nicht. Auch zielgruppengesteuerte Kampagnen können Sie damit vergessen. Gleiches gilt im Übrigen für Ihre Seite mit Ihren Stellenangeboten, auf der Sie alle Jobs brav nacheinander auflisten. Hier findet weder der Bewerber einen Job, noch Google.

Passende Jobangebote direkt über Google

Und weil Google ja für tolle Sucherlebnisse beziehungsweise -ergebnisse steht, hat man sich nun hier zum Ziel erklärt, die Jobsuche für Bewerber einfacher zu machen und ganz nebenbei Arbeitgeber glücklicher. Und so werden (demnächst) dem Nutzer direkt in Google die zur Suchanfrage passenden Jobs angezeigt. Allerdings nur die, mit denen der Datenkrake angefüttert wird. Primär sind dies Stellen aus anderen Jobbörsen, aber eben auch die der eigenen Karriere-Website.

Wenn ich schreibe „passende Jobs“, so meine ich das auch. Denn wer, wenn nicht Google, kennt den Jobsuchenden besser, als dieser sich selbst? Dank unermüdlicher Sammelwut werden alle Suchanfragen und Nutzungsgewohnheiten (Stichwort: Android, Youtube, Google Mail, Maps, Webseitenaufrufe und so weiter) ausgewertet und nur noch die im Kontext der Suchanfrage und des Nutzerprofils (welches dieser ja mehr oder weniger unwissend anlegt) stehenden Jobs angezeigt. Zu diesem „Perfect Match“ trägt auch Googles Schnittstelle „Cloud Jobs API“ maßgeblich bei, die die Suchanfragen der Bewerber und die (kryptischen) Stellentitel der Unternehmen bestmöglich in Einklang bringt.

To dos für das Recruiting der Zukunft

Umso wichtiger ist es also, dass Sie Ihren Stellenmarkt mal ordentlich aufräumen und Ihr E-Recruiting-Tool auf den Prüfstand stellen. Für die richtige Reichweite sorgen im Übrigen „Multiposting-Tools“ (nicht zu verwechseln mit Agenturpaketen) wie der Jobspreader. Solche Tools platzieren – vereinfacht gesprochen – auf Basis von Algorithmen und vorgegebenem Budget automatisch Ihr Stellenangebot zur richtigen Zeit am richtigen Ort im Herzen Ihrer Zielgruppe. Multiposting-Tools in Verbindung mit Google Jobs und Google Hire (Googles eigenem Recruiting-Tool) wwerden massive Auswirkungen auf das Recruiting, wie wir es heute kennen, haben. Anders gesagt: Die Zukunft des Recruitings hat begonnen. Ob Sie mit dabei sind oder vom Wettbewerb abgehängt werden, entscheiden Sie. 


Henner Knabenreich ist Geschäftsführer der Knabenreich Consult GmbH. Er berät Unternehmen bei der Optimierung ihres Arbeitgeberauftritts. Zudem ist er Initiator von www.personalblogger.net und betreibt den Blog personalmarketing2null.de.


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Schlagworte zum Thema:  Recruiting, Stellenanzeige, Bewerbermanagement, HR-Software, Rekrutierung, Personalmarketing

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