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14.04.2014 | Serie Kolumne Talent Management

Wenn beim Feedback für Talente Zeit gespart wird

Serienelemente
Talent-Management-Experte Martin Claßen
Bild: Claßen

Feedback ist wichtig für die Mitarbeitermotivation. Viele nutzen dafür die bewährte Burger-Methode – die von Lob ummantelte Kritik. Doch es gibt auch eine andere Methode, die dem Geist von Effizienz stärker entspricht. Kolumnist Martin Claßen zeigt sie auf.

Für Talent Management ist Zeit gleich Geld, wie generell im Business. Viel Zeit bedeutet viel Geld. Zeit gibt es niemals umsonst. Also muss Talent Management sparsam mit ihr umgehen. Sonst sperren knauserige Controller die Budgets. Einerseits.

Deine Meinung ist uns wichtig!

Andererseits muss sich Talent Management stets aufs Neue verorten: Machen wir das Richtige für die Richtigen? Dazu fragt man die am besten selbst. In unserer Feedbackgesellschaft sind Talente gewohnt – besonders die aus der Generation Y – immerzu über ihre Sicht der Dinge konsultiert zu werden. War das gut? Was hat dir besonders gefallen? Was könnte beim nächsten Mal noch besser werden? Das kennen Talente bereits aus dem Kindergarten, der Schulzeit und den Universitäten.

Die permanente Suche nach dem "Room for Improvement" hat eine Vielzahl an Feedbacktechniken erzeugt, angefangen vom Facebook-Daumen bis hin zu aufwändigen Befragungsmethoden. Allesamt haben sie das hehre Ziel, die Welt morgen noch ein Stückchen besser gestalten zu können.

Streichholz-Blitzlicht

Gehen wir vom Andererseits wieder zurück zum Einerseits mit seinem Zeit-gleich-Geld-Denken. Dafür gibt es im jüngst erschienenen Seminarfahrplan von Anna Dollinger eine geniale Methode: das Streichholz-Blitzlicht. An Material sind lediglich eine Schachtel Zündstäbchen sowie ein gefülltes Wasserglas erforderlich.

Das Vorgehen ist simpel: Die Talente bilden einen Sitzkreis, in dem die Schachtel sowie das Glas herumgehen. Wer die Zündstäbchen hat, entzündet eines und gibt Rückmeldung. Aber nur solange das Streichholz brennt. Sobald es erlischt oder vom Talent wegen heißer Finger ins Wasserglas geworfen wird, geht die Schachtel samt Feedbackmöglichkeit an das nächste Talent weiter.

Drei Learnings

Ein wichtiges Learning dabei ist: Beim Feedback erhellt sich die Welt. Es gibt ein zweites Learning: Wenn du zu lange schwätzt, verbrennst du dir die Pfoten. Und noch ein drittes Learning: Am Ende, wenn das Lichtlein erlischt oder im Wasser verzischt, interessiert deine Meinung bereits nicht mehr. Denn schon darf der Nächste sein Meinungsfeuerwerk abbrennen.

Martin Claßen hat 2010 das Beratungsunternehmen People Consulting gegründet. Talent Management gehört zu einem seiner fünf Fokusbereiche in der HR-Beratung.

Haufe Online Redaktion

Talent Management, Feedback, Personalentwicklung, Recruiting, Mitarbeiterbindung

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