23.07.2012 | Serie New Media für Personaler

Die virtuelle Lernumgebung "Moodle"

Serienelemente
Stephan Grabmeier, Head of Culture Initiatives bei der Deutschen Telekom, testet wöchentlich New-Media-Angebote für Personaler.
Bild: Deutsche Telekom AG

Apps, Social Games und soziale Netzwerke: Inzwischen können auch Personaler auf zahlreiche New-Media-Angebote zurückgreifen. Unser Enterprise-2.0-Experte Stephan Grabmeier testet jede Woche eine Anwendung. Heute: Mit "Moodle" das Blended Learning vorantreiben.

Man lernt nie aus, und die Arbeitswelt unterliegt einem immer komplexeren Wandel. Das längere Berufsleben, der rasante technische Fortschritt und immer neue Ansprüche flexibel auf veränderte Bedingungen zu reagieren machen fortwährendes Lernen unabdingbar.

"Blended Learning", also die Vermischung von Präsenzveranstaltungen und E-Learning, hat sich seit Langem bewährt, birgt jedoch noch eine Menge Potenzial für die Personalentwickler. Eine Plattform, die bereits von vielen Hochschulen, aber auch Unternehmen für Blended Learning eingesetzt wird, ist die Open Source Software "Moodle".  

Moodle stellt eine virtuelle Lernumgebung zur Verfügung, in der online Kursräume eröffnet werden können. Diese stellen das digitale Pendant zu den herkömmlichen Seminarräumen oder Hörsälen dar. In den Kursräumen können Lerninhalte wie Lernvideos, Texte oder Bilder zur Verfügung gestellt werden. Aber auch Lernaktivitäten, wie Diskussionen zu einem Thema oder Einzel-und Gruppenarbeiten, finden dort statt. Darüber hinaus ist es sogar möglich, Prüfungen oder Tests durchzuführen.

Ausgestaltet werden die Kursräume von Trainern, Personalentwicklern, Professoren und Tutoren, die die Inhalte der Kurse als Autor bestimmen und pflegen. So können beispielsweise Lernpfade angelegt werden, die zeitlich oder nach individuellem Fortschritt gesteuert sind, Foren eingerichtet werden, Tests nach unterschiedlichen Fragetypen generiert werden und noch vieles mehr.  

Es ist außerdem möglich, Webinare, also Live-Präsentationen mit angeschlossener Diskussion, in die Kursräume zu integrieren. Währenddessen können auf einem Zeichenbrett Skizzen und Texte quasi wie bei einem Flipchart erstellt werden, und der eigene Bildschirminhalt wird den anderen Teilnehmenden präsentiert. Dies bietet sich vor dem Hintergrund von Reisekosteneinsparungen besonders dann an, wenn Mitarbeiter verschiedener Standorte zeitgleich zusammenarbeiten müssen.

Eine pfiffige Ergänzung ist das elektronische Portfoliosystem "Mahara", das es Kursteilnehmern ermöglicht in einem persönlichen Arbeitsbereich eigene Wissensschätze abzulegen, diese dort zu verwalten oder auch anderen zugänglich zu machen. So entstehen neue Communities durch Wissensteilung.

Moodle bietet eine irre Flexibilität und Vielfalt, Inhalte zu transportieren und bewertbar zu machen. Alles in allem eine sehr zu empfehlende Plattform, die Personaler zur Mitarbeiterqualifikation zwingend in Betracht ziehen sollten.

Social Learning ermöglicht informelles und selbstorganisiertes Lernen, ein Zukunftsbaustein für jeden Personalentwickler.

Mein Fazit:

 Nutzen der Anwendung: 5 Sterne

  • Individuelle Anpassbarkeit der Kursräume
  • Vielfältige Möglichkeit Inhalte zu transportieren und abzufragen
  • Bildung von Communities unter den Lehrenden
  • Jeder ist immer und überall ortsunabhängig erreichbar

Technik: 4 Sterne

  • Das System muss implementiert und gepflegt werden, was administrativen Aufwand mit sich bringt.
  • Open Source, Entwicklung der Plattform findet crowd-basiert permanent statt

Preis: 4 Sterne

  • Ab 250 € für ein einfaches Kursraumhosting
  • für ein eigenes Hostingsystem werden individuell Preise besprochen
  • Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis

 Bewertung: 1-5 Sterne (1 Stern: nahezu unbrauchbar – 5 Sterne: unschlagbares Highlight)

Schlagworte zum Thema:  Blended Learning, Personalentwicklung, Personalarbeit, App, Social Media

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