21.08.2012 | Serie New Media für Personaler

Mobile Job-Apps

Serienelemente
Stephan Grabmeier, Head of Culture Initiatives bei der Deutschen Telekom, testet wöchentlich New-Media-Angebote für Personaler.
Bild: Deutsche Telekom AG

Apps, Social Games und soziale Netzwerke: Inzwischen können auch Personaler auf zahlreiche New-Media-Angebote zurückgreifen. Unser Enterprise-2.0-Experte Stephan Grabmeier testet jede Woche neue Anwendungen. Heute nimmt er die mobilen Job-Apps unter die Lupe.

Die mobile Jobsuche steckt noch in den Kinderschuhen: Ist man im Internet auf Jobsuche oder möchte als Unternehmen neue Stellen ausschreiben, so bieten sich unzählige Möglichkeiten. Betrachtet man den mobilen Aspekt der Jobsuche, so schrumpft die Auswahl deutlich.

In der heutigen Ausgabe meines New Media Tests teste ich deshalb keine bestimmte App, sondern bewerte den Markt der verschiedene Job-Apps.

Anfangen möchte ich mit den mobilen Klassikern - den Jobsuchmaschinen. Im Focus stehen die Apps von: Monster, Jobscout 24, Stepstone, Meinestadt.de und die Apps der Meta-Suchmaschinen Indeed und Careerjet.

Den Kern aller Apps bildet die reine Jobsuche. Diese kann - außer bei Monster - ohne Registrierung direkt gestartet werden. Mit Stichworten geben Sie ein, was wo oder in welchem Umkreis gesucht wird, und die Ergebnisse werden übersichtlich präsentiert. Die Möglichkeit vorab nach Kategorien zu suchen bieten lediglich Monster, Stepstone und MeineStadt.de. Leider lässt darüber hinaus die zusätzliche Funktionalität der Apps stark zu wünschen übrig. Nur die Monster-App ermöglicht es, auf das Benutzerkonto zuzugreifen und Zugang zu Lebensläufen und  Motivationsschreiben zu haben und sich aus der App heraus direkt auf einen Job zu bewerben.

Job-Apps für Personalarbeit noch ungeeignet

Aus Sicht von Personalern sind die erhältlichen Apps hinsichtlich der Möglichkeit, mobil Stellen auszuschreiben, noch nicht nutzbar. Nur Meinestadt.de sieht es in der App vor, Anzeigen schalten zu können. Bei dem Versuch, dies zu tun, wird man aber auf die normale Webseite weitergeleitet und kann dort sein Angebot eingeben. Hier besteht sicherlich Verbesserungsbedarf. Funktional betrachtet kommen Jobscout 24, Indeed und Careerjet nicht über einfache Basisfunktionen zur reinen Suche hinaus. Stepstone bewegt sich im Mittelfeld. Den größten Funktionsumfang bieten Monster und Meinestadt.de. Zur Jobsuche sind alle Apps gut geeignet. Aber für Personaler, die die Apps für das integrierte Recruiting eingebunden in ihr HR-Prozesse nutzen wollen, sind die Lösungen auf heutigem Niveau noch nichts.

Alternative: Unternehmenseigene App

Eine Alternative sind unternehmenseigene Apps, die auf die jeweiligen internen technischen Systeme abgestimmt sind und in die Social-Recruiting-Strategie passen. Die Deutsche Telekom hat im Februar 2011 als erster Dax Konzern die Recruiting App "Jobs&More" gelauncht und verzeichnet mittlerweile rund 33.000 Downloads. Auch Bayer, Daimler, Tectum oder E-Plus haben eigene Job-Apps im Angebot. Alle Apps bieten Informationen zu den Unternehmen und die ausgeschriebenen Stellen. Leider bieten von den betrachteten nur die Telekom und Tectum die Möglichkeit sich direkt aus der App heraus zu bewerben. Ansonsten wird man auf die entsprechenden Karriereportale der Unternehmen im Web verwiesen.

Der Mehrwert über den reinen Informationsaspekt ist für den Nutzer also auch bei diesen Apps fraglich, zu häufig entsteht ein Medienbruch. Zumal werden die meisten Bewerber wahrscheinlich keine Lust haben sich für jedes Unternehmen eine spezielle App herunterzuladen, wenn sie auf Jobsuche sind.

Es zeigt sich deutlich, dass in der Jobsuche noch viel Platz noch oben ist, was Apps angeht. Für Unternehmen ist es teilweise ratsamer, eher gute und mobilendgerätfähige Webseiten zu bauen. Wenn schon Apps im Recruiting, dann bitte mit deutlichem Mehrwert. Denkbar wären Verschmelzungen von Jobsuche, Assessment Center und Gamification-Elementen in einer App. Das böte auch dem User einen höheren Anreiz, um sich spezielle Unternehmens-Apps herunterzuladen.

Mein Fazit:

Nutzen der Anwendungen: 3 Sterne

  • meist nur einfache Suchfunktion
  • optisch von einfach bis sehr ansprechend
  • Information und Jobsuche gut - kaum weiterer Mehrwert

Technik: 3 Sterne

  • gibt es nicht für alle mobilen Systeme

 Preis: 5 Sterne

  • unschlagbar (kostenlos)

Bewertung:

1-5 Sterne (1 Stern: nahezu unbrauchbar – 5 Sterne: unschlagbares Highlight)

Schlagworte zum Thema:  Personalarbeit, App, Social Media

Aktuell

Meistgelesen