14.12.2016 | Lohnsteuerabzug

Steuerklassenwahl bei Ehegatten

Ehegattensplitting: Welche Steuerklassenkombination ist die Richtige?
Bild: Haufe Online Redaktion

Wie können Ehegatten oder Paare in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft die "richtige" Steuerklasse für sich wählen? Ein aktuelles Merkblatt der Finanzverwaltung enthält Tipps und Hinweise zu möglichen Steuerklassenkombinationen und zum Wechsel der Steuerklasse.

Ehegatten oder Lebenspartner, die beide unbeschränkt steuerpflichtig sind, nicht dauernd getrennt leben und beide Arbeitslohn beziehen, können für den Lohnsteuerabzug wählen, ob sie beide in die Steuerklasse IV eingeordnet werden wollen oder ob einer von ihnen (der Höherverdienende) nach Steuerklasse III und der andere nach Steuerklasse V besteuert werden will. Als weitere Alternative kommt das Faktorverfahren in Betracht. (Mehr zur Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnerschaften seit 2013 lesen Sie hier).

Steuerklassenkombinationen für Ehepaare oder eingetragene Lebenspartnerschaften

Die Steuerklassenkombination III/V ist so gestaltet, dass die Summe der Steuerabzugsbeträge beider Ehegatten oder Lebenspartner in etwa der zu erwartenden Jahressteuer entspricht, wenn der in Steuerklasse III eingestufte Ehegatte oder Lebenspartner ca. 60 Prozent, der in Steuerklasse V eingestufte ca. 40 Prozent des gemeinsamen Arbeitseinkommens erzielt. Die Steuerklasse IV ist insbesondere bei ähnlichem Verdienst beider Ehegatten zu empfehlen.

Steuerklassenwahl: Tabellen helfen bei der Entscheidung

Um verheirateten oder verpartnerten Arbeitnehmern die Steuerklassenwahl zu erleichtern, hat die Verwaltung Tabellen ausgearbeitet, aus denen Ehegatten oder (gleichgeschlechtliche) Lebenspartner nach der Höhe ihrer monatlichen Arbeitslöhne die Steuerklassen­kombination feststellen können, bei der sie die geringste Lohn­steuer entrichten müssen.

Steuerklassenwechsel: Antrag an das Finanzamt richten

Anträge zum Steuerklassenwechsel oder zur Anwendung des Faktorverfahrens sind an das Finanzamt zu richten, in dessen Bezirk die Ehegatten oder Lebenspartner im Zeitpunkt der Antragstellung ihren Wohnsitz haben.  Im Kalenderjahr 2017 gilt die im Kalenderjahr 2016 verwendete Steuerklasse grundsätzlich weiter. Soll diese Steuerklasse nicht zur Anwendung kommen, kann bis zum Ablauf des Kalenderjahres 2016 eine andere Steuerklasse oder abweichende Steuerklassenkombination beim Wohnsitzfinanzamt beantragt werden. Ein solcher Antrag gilt noch nicht als Wechsel der Steuerklassen.

Im Laufe des Jahres 2017 kann ein Steuerklassenwechsel oder die Anwendung des Faktorverfahrens hingegen in der Regel nur einmal, und zwar spätestens bis zum 30. November 2017, beim Wohnsitzfinanzamt beantragt werden.

Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung

Die vom Arbeitslohn einbehaltenen Beträge an Lohnsteuer stellen im Regelfall nur Vorauszahlungen auf die endgültige Jahressteuerschuld dar. In welcher Höhe sich nach Ablauf des Jahres Erstattungen oder Nachzahlungen ergeben, lässt sich nicht allgemein sagen; hier kommt es immer auf die Verhältnisse des Einzelfalles an. Bei der Steuerklassenkombination III/V besteht generell die Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung.

Steuerklassenwahl hat auch außersteuerliche Folgen

Bei der Wahl der Steuerklassenkombination oder der Anwendung des Faktorverfahrens sollten die Ehegatten oder Lebenspartner daran denken, dass die Entscheidung auch die Höhe der Entgelt-/Lohnersatzleistungen, wie Arbeitslosengeld I, Unterhaltsgeld, Krankengeld, Versorgungskrankengeld, Verletztengeld, Übergangsgeld, Elterngeld und Mutterschaftsgeld oder die Höhe des Lohnanspruchs bei der Altersteilzeit beeinflussen kann. Eine vor Jahresbeginn getroffene Steuerklassenwahl wird bei der Gewährung von Lohnersatzleistungen von der Agentur für Arbeit grundsätzlich anerkannt.

Hinweis: Bundesfinanzministerium, "Merkblatt zur Steuerklassenwahl für das Jahr 2017 bei Ehegatten oder Lebenspartnern, die beide Arbeitnehmer sind" (Stand: 18.11.2016)

Schlagworte zum Thema:  Steuerklassenwahl, Ehegatte

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