Die Erhöhung der Jahresarbeitsentgeltgrenze kann Auswirkungen auf den versicherungsrechtlichen Status eines Arbeitnehmers haben. Bild: Corbis

Zum Jahreswechsel ändert sich die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG). Sie erhöht sich ab 1.1.2017 auf 57.600 EUR. Aufgrund der Erhöhung können sich versicherungsrechtliche Änderungen ergeben. Was Sie beachten müssen.

Arbeitnehmer, die mit ihrem regelmäßigen Jahresarbeitsentgelt die JAEG überschreiten, sind krankenversicherungsfrei. Sie sind entweder bei einer gesetzlichen Krankenkasse (GKV) freiwillig versichert oder über ein privates Versicherungsunternehmen (PKV) abgesichert. Daran gekoppelt ist dann auch die Absicherung in der sozialen oder privaten Pflegeversicherung. Doch was passiert, wenn die JAEG aufgrund der Erhöhung nicht mehr überschritten wird?

Unterschreiten der JAEG führt zur Versicherungspflicht

Arbeitnehmer, deren regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt bisher die JAEG überschritten hat, werden zum 1.1.2017 krankenversicherungspflichtig, wenn die erhöhte JAEG nicht mehr überschritten wird.

Beispiel: Ein Arbeitnehmer ist seit dem 1.1.2016 bei Arbeitgeber A. beschäftigt. Sein monatliches Arbeitsentgelt beträgt 4.750 EUR. Das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt des Arbeitnehmers beträgt (4.750 EUR x 12 Monate =) 57.000 EUR. Bisher wird damit die JAEG überschritten und der Arbeitnehmer ist krankenversicherungsfrei.

Ergebnis: Durch die Erhöhung der JAEG zum 1.1.2017 (57.600 EUR) wird die JAEG nicht mehr überschritten. Vom 1.1.2017 an besteht Krankenversicherungspflicht.

Für Arbeitnehmer, die bereits am 1.1.2002 als höherverdienende Arbeitnehmer PKV versichert waren, gilt dabei eine besondere JAEG. Diese beträgt aktuell 50.850 EUR. Sie erhöht sich zum 1.1.2017 auf 52.200 EUR.

Besonderheit „55er-Regelung“ beachten

War der Arbeitnehmer bisher freiwilliges Mitglied in der GKV, erfolgt lediglich eine Ummeldung. Bei bisher PKV versicherten Arbeitnehmern ist zusätzlich zu prüfen, ob die folgenden Kriterien erfüllt sind:

  • Der Arbeitnehmer hat am 1.1.2017 bereits das 55. Lebensjahr vollendet.
  • Er war zuvor mindestens seit dem 1.1.2012 PKV versichert.
  • Seit dem 1.1.2012 bestand mindestens 2 ½ Jahre Krankenversicherungsfreiheit als höherverdienender Arbeitnehmer oder es wurde eine hauptberuflich selbstständige Erwerbstätigkeit ausgeübt.

Treffen alle drei Kriterien zu, ist der Eintritt der Krankenversicherungspflicht ausgeschlossen. Der Arbeitnehmer verbleibt in der PKV.

Befreiung von der Krankenversicherungspflicht auf Antrag

Tritt die Krankenversicherungspflicht durch die Erhöhung der JAEG ein, kann sich der Arbeitnehmer von dieser Krankenversicherungspflicht auf Antrag befreien lassen. Dabei sind die vorherige Dauer der PKV-Versicherung und das Lebensalter unerheblich. Der Arbeitnehmer verbleibt dann in der PKV.

Wichtig: Der Antrag ist innerhalb von drei Monaten nach Eintritt der Versicherungspflicht bei der gesetzlichen Krankenkasse zu stellen, bei der zuletzt eine Versicherung bestand.

Wirkung der Befreiung

Die Befreiung kann nicht widerrufen werden. Sie gilt für die gesamte weitere Beschäftigungsdauer. Die Befreiung wirkt über das (zur Befreiung führende) Beschäftigungsverhältnis hinaus, wenn im unmittelbaren Anschluss hieran oder nach einer kurzfristigen Unterbrechung eine neue Beschäftigung aufgenommen wird. Als kurzfristige Unterbrechungen im vorstehenden Sinne werden Zeiträume von bis zu einem Monat angesehen, in denen kein anderer Versicherungspflichttatbestand vorliegt.

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Schlagworte zum Thema:  Jahresarbeitsentgeltgrenze, Versicherungspflicht, Krankenversicherung

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