BMF: Steuerfreier Umzugskostenpauschbetrag

Der Arbeitgeber kann für beruflich veranlasste Umzüge eine steuerfreie Pauschvergütung für sonstige Umzugsauslagen an seine Mitarbeiter zahlen. Per 1. Juni 2020 ändern sich die Pauschalen, dabei kommt es auch zu Neuerungen bei der Berechnung. 

Liegt ein beruflich veranlasster Umzug vor, so kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer Umzugskosten in Höhe des Betrags steuerfrei ersetzen, der nach dem Bundesumzugskostenrecht als höchstmögliche Umzugskostenvergütung gezahlt werden könnte.

Für sonstige Umzugsauslagen wird dabei eine Pauschvergütung gewährt, die in § 10 des Bundesumzugskostengesetzes (BUKG) geregelt ist. Voraussetzung für die Gewährung dieser Pauschvergütung für sonstige Umzugsauslagen war bisher, dass vor dem Umzug eine Wohnung im Sinne des Umzugskostengesetzes vorhanden war und auch nach dem Umzug wieder eingerichtet wird. Dies ändert sich nun. 

Mit Wirkung per 1. Juni 2020 ergeben sich Änderungen im BUKG. Dabei haben sich in Teilen sowohl die Bemessungsgrundlage als auch die Prozentsätze der maßgeblichen Umzugskostenpauschalen geändert. Änderungen ergeben sich insbesondere für Verheiratete. Die Neuregelungen sind zwingend für Umzüge anzuwenden, bei denen der Tag vor dem Einladen des Umzugsguts nach dem 31. Mai 2020 liegt. 

Umzugskostenpauschalen bis Ende Mai 2020

Nach den bereits 2018 herausgegebenen Verwaltungserlassen ( BMF, Schreiben v. 21. September 2018, IV C 5-S 2353/16/10005) gelten für Umzüge bis zum 31. Mai 2020 folgende Pauschalen für sonstige Umzugsauslagen nach § 10 Absatz 1 BUKG:

Für Ledige bei Beendigung des Umzugs

  • 811 Euro bis Februar 2020;
  • 820 Euro ab 1. März 2020.

Für Verheiratete bei Beendigung des Umzugs

  • 1.622 Euro bis Februar 2020; 
  • 1.639 Euro ab 1. März 2020.

Der Pauschbetrag erhöht sich jeweils für Kinder und andere Personen, die zur häuslichen Gemeinschaft gehören. Zu den "anderen" Personen in diesem Sinne gehören unter anderem Verwandte, Verschwägerte und Hausangestellte, bisher aber nicht der Ehegatte. 

Diese Pauschale beträgt für jede weitere Person

  • 357 Euro bis Februar 2020;
  • 361 Euro ab 1. März 2020.

Aktuelle Umzugskostenpauschalen: ab Juni 2020

Für Umzüge ab Juni 2020 sind gemäß BMF-Schreiben v. 20. Mai 2020, IV C 5 - S 2353/20/10004 :001 folgende Pauschalen für sonstige Umzugsauslagen nach § 10 Abs. 1 BUKG neu anzusetzen:

  • Für Berechtigte 860 Euro ab 1. Juni 2020. 
  • Für jede andere Person 573 Euro ab 1. Juni 2020.

Zu den anderen Personen gehören 

  • der Ehegatte, 
  • der Lebenspartner sowie
  • die ledigen Kinder, 
  • Stief- und Pflegekinder, 

die auch nach dem Umzug mit dem Berechtigten in häuslicher Gemeinschaft leben. 

Nach der Neuregelung werden Ehegatten und Lebenspartner damit genauso wie Kinder behandelt. Im Ergebnis ergeben sich für Kinder höhere Pauschalen als bisher (361 Euro vs. 573 Euro), bei verheirateten Paaren verringert sich die Pauschale (1.639 Euro vs. 1.433 Euro (= 860 Euro + 573 Euro)). 

Neu eingeführt wird eine Pauschale für Berechtigte, die am Tage vor dem Einladen des Umzugsgutes keine Wohnung hatten oder nach dem Umzug keine eigene Wohnung eingerichtet haben (§ 10 Abs. 2 BUKG). Für sie beträgt die Pauschvergütung 172 Euro ab 1. Juni 2020. 

Schlagworte zum Thema:  Umzugskosten, Doppelte Haushaltsführung