Smarty City Index 2026

Smart City Index 2026 macht die digitale Stärke deutscher Städte sichtbar

Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung schreitet voran, doch die Unterschiede zwischen den Kommunen bleiben groß. Der aktuelle Smart City Index von Bitkom zeigt, welche Städte vorne liegen und wie stark Strategie, Organisation und Kompetenzen die Leistungsfähigkeit moderner Kommunalverwaltungen prägen.

Smart City Index 2026

An der Spitze des Smart City Index steht Stuttgart. Die Stadt hat München als führende Kommune im Digital-Ranking abgelöst und erreicht 92,8 von 100 möglichen Punkten. Bemerkenswert ist, dass Stuttgart als einzige der 83 untersuchten Großstädte in allen fünf Themenbereichen unter den besten zehn liegt. Im Bereich Verwaltung belegt Stuttgart Platz 3 und zeigt damit, dass eine breit angelegte Digitalstrategie über alle Verwaltungsfelder hinweg Wirkung zeigt.

Bewegung in den Top Ten: Stuttgart verdrängt München von der Spitzenposition 

Hinter Stuttgart folgen im Gesamtranking weitere Großstädte, die in den vergangenen Jahren kontinuierlich an ihrer digitalen Infrastruktur gearbeitet haben. München, lange Zeit Platzhirsch im Ranking, liegt weiterhin in der Spitzengruppe, ebenso Städte wie Hamburg, Köln oder Düsseldorf, die schon früh in digitale Verwaltungsangebote und smarte Infrastrukturen investiert haben. Die Städte zeigen, wie sich Digitalisierung als Querschnittsaufgabe in Stadtverwaltung, Stadtplanung, Mobilität und Bürgerdiensten verankern lässt. 

Top 10 des Smart City Index 2026

  1. Stuttgart
  2. München
  3. Hamburg
  4. Nürnberg
  5. Düsseldorf
  6. Köln
  7. Hannover
  8. Bochum  
  9. Leipzig
  10. Aachen  

Doppelspitze im Bereich Verwaltung: Nürnberg und Krefeld

Im Themenfeld Verwaltung gibt es eine bemerkenswerte Doppelspitze: Nürnberg und Krefeld teilen sich mit jeweils der vollen Punktzahl von 100 den ersten Platz. Gerade der Fall Krefeld zeigt, wie differenziert die Ergebnisse des Index zu lesen sind. Die Stadt punktet stark bei der Digitalisierung von Verwaltungsleistungen, landet im Gesamtranking aber nur auf Platz 45. Fortschritte in einzelnen Bereichen führen somit nicht automatisch zu einer Spitzenposition im Smart City Index – es kommt darauf an, ob sich digitale Vorreiterprojekte auch auf andere Themenfelder wie Mobilität, Gesellschaft und Bildung oder Energie ausweiten. Gleichzeitig wird deutlich, wie viel Gestaltungskraft Fachbereiche entfalten können, wenn sie bei der Digitalisierung ihrer Prozesse konsequent unterstützt werden.

Erlangen macht in der Verwaltung einen Riesensprung

Besonders interessant ist der Aufstieg von Erlangen. Die Stadt verbessert sich im Gesamtranking um 19 Plätze, im Bereich Verwaltung springt sie sogar um 43 Plätze nach vorne. Mittlerweile sind dort 100 Prozent der abgefragten Online-Zugangsgesetz-Leistungen digital verfügbar, was für Bürgerinnen und Bürger wie auch für Unternehmen die Interaktion mit der Verwaltung erheblich vereinfacht. Im Bürger- und Gewerbeamt gibt es eine verbindliche digitale Terminbuchung, wodurch Wartezeiten reduziert und Abläufe planbarer werden. Solche Entwicklungen zeigen, welche Prozessoptimierungen in Verwaltungen heute möglich sind, wenn Organisationsstrukturen angepasst, Mitarbeitende qualifiziert und klare Prioritäten bei der Einführung neuer Systeme gesetzt werden.

Hildesheim setzt auf eAkte und Künstliche Intelligenz

Auch Hildesheim verbessert sich deutlich und steigt um 19 Plätze. Dort kommen eAkte, Dokumentenmanagement und Künstliche Intelligenz inzwischen in allen Ämtern zum Einsatz. Diese Beispiele machen deutlich, dass digitale Werkzeuge zunehmend zum Standardrepertoire in der Verwaltungsarbeit gehören und entsprechende Kompetenzen bei Mitarbeitenden gefragt sind. Hildesheim steht damit stellvertretend für eine wachsende Zahl von Kommunen, in denen digitale Tools nicht mehr als Zusatz, sondern als selbstverständlicher Bestandteil professioneller Verwaltungsarbeit gelten.

Darmstadt verliert deutlich im Bereich Verwaltung

Nicht jede Entwicklung verläuft jedoch positiv. Darmstadt, selbst eine der etablierten Smart Cities, zeigt, wie angreifbar digitale Spitzenpositionen sind, wenn einzelne Bereiche ins Hintertreffen geraten. Die Stadt gewinnt zwar die Kategorie Gesellschaft und Bildung und bestätigt damit ihre Stärke in digitalen Bildungsangeboten und Beteiligungsformaten, verliert aber im Bereich Verwaltung 34 Plätze. Insgesamt rutscht Darmstadt im Gesamtranking um elf Plätze ab. 

Forderungen an die Politik 

Bitkom weist darauf hin, dass viele digitale Fortschritte in befristeten Förderprogrammen entstanden sind, etwa den Modellprojekten Smart Cities des Bundesbauministeriums. Viele dieser Programme laufen nun aus, was für Kommunen die Frage aufwirft, wie die erreichten Digitalisierungsstände gesichert und weiterentwickelt werden können. Der Verband fordert deshalb eine dauerhaft finanzierte digitale Basisinfrastruktur für Städte und Gemeinden – unabhängig von einzelnen Förderprogrammen und Projektzyklen. Kommunen sollen künftig verstärkt auf bewährte Lösungen zurückgreifen können, anstatt alles selbst zu entwickeln. Für Kommunen würde das bedeuten, dass weniger Ressourcen in die Konzeption und Programmierung eigener Systeme fließen müssten und mehr Raum bleibt, um bestehende Anwendungen zu implementieren, Beschäftigte zu qualifizieren und den laufenden Betrieb zu stabilisieren. 

 

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Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung , E-Government
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