Wohnungswirtschaft begrüßt Vorgehen gegen schwarze Schafe

Die wohnungswirtschaftlichen Verbände finden es richtig, dass Kommunen und Länder wie aktuell Bremen und NRW hart gegen Unternehmen vorgehen, deren Immobilien große Mängel aufweisen. Denn das Gros der Wohnungswirtschaft handle verantwortungsbewusst.

Das Hochhaus in der Neuwieder Straße 3 in Bremen hat schon oft für Schlagzeilen gesorgt. Immer wieder gab es Beschwerden der Mieter, mehrfach hat der Eigentümer gewechselt. Auch aktuell ist die Mängelliste lang, sie reicht von einer defekten Warmwasserversorgung über eine kaputte Heizungsanlage bis hin zu einer beschädigten und asbesthaltigen Außenfassade. Nun greift der Bremer Innensenator durch. Das zuständige Ordnungsamt hat die Eigentümerin des Gebäudes aufgefordert, die Mängel bis zum Monatsende zu beseitigen. 

Auch in Nordrhein-Westfalen hat eine aktuelle Kontrolle zum Zustand von Wohngebäuden eines Immobilienunternehmens in acht Kommunen zahlreiche Mängel aufgezeigt. Die Behörden haben zahlreiche Verfahren zur Beseitigung der Missstände eingeleitet. Das Unternehmen betonte hingegen, festgestellte Mängel würden selbstverständlich schnellstmöglich behoben. 

Schrottimmobilien sind die Ausnahme

Die Verbandsdirektorin des vdw Niedersachsen Bremen, Dr. Susanne Schmitt, findet, dass wie im Fall der Neuwieder Straße 3 "die Wohnungsaufsicht gefordert ist, hart durchzugreifen, um Schaden abzuwenden von den Menschen in den Häusern und den umliegenden Nachbarschaften.“ Sie betont jedoch, dass die Mitgliedsunternehmen des vdw, sowohl die kommunalen Gesellschaften als auch die Wohnungsgenossenschaften, verantwortungsbewusst im Sinne ihrer Mieter handelten.

"Diese soziale Haltung spiegelt sich in vielerlei Dingen wider – nicht zuletzt im sorgsamen Umgang mit den Wohngebäuden und den umliegenden Außenanlagen." Dr. Susanne Schmitt, Verbandsdirektorin des vdw Niedersachsen Bremen

Die Leistung der Gewoba Bremen bei der Aufwertung des Stadtteils Osterholz-Tenever in unmittelbarer Nähe zur Neuwieder Straße sei dafür ein Paradebeispiel.

Wohnungsverbände: Das Gros der Unternehmen handelt verantwortungsbewusst

Von Fällen wie den eingangs genannten lasse sich keinesfalls auf die gesamte Wohnungswirtschaft schließen, unterstreicht auch der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW: "Im Gegensatz zu einzelnen schwarzen Schafen der Immobilienbranche, die immer wieder mit den Folgen mangelnder Verantwortung gegenüber ihren Mieter auffallen, kümmern sich die GdW-Wohnungsunternehmen seit jeher in besonderem Maße sowohl um einen vorbildlichen Zustand ihrer Gebäude als auch um ein attraktives Lebensumfeld."

Die Unternehmen der Wohnungswirtschaft investierten hierfür in ein leistungsfähiges Instandhaltungsmanagement und in Service-Kräfte vor Ort. Von einer hohen Zufriedenheit der Mieter bei GdW-Unternehmen zeugten regelmäßig hohe Werte in Mieterumfragen.

"Um die Auswüchse von mangelnder Verantwortung einzelner schwarzer Schafe außerhalb der GdW-Familie langfristig zu bekämpfen, ist es richtig, dass in solchen Fällen die Wohnungsaufsicht eingreift oder sogar das im jeweiligen Land zuständige Bauministerium aktiv wird." GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen


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dpa
Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft, Schrottimmobilie