Warum Vermieter mehr digitale Services bieten sollten
Hohe Mieten in Ballungszentren, explodierende Nebenkosten, Uneinigkeit zur Mietpreisbremse, unerschwingliches Wohneigentum, Energiewende im Gebäudebereich, Digitalisierung – die Aareal Bank hat das Trendbarometer 2025 veröffentlicht.
Befragt wurden mehr als 5.000 Mieter und rund 110 Entscheider aus der Wohnungswirtschaft. Der Druck auf den Mietmarkt bleibt hoch.
Mieten, Nebenkosten und Wohneigentum
Die überwiegende Mehrheit (91 Prozent) der Mieter hält die Wohnungsmieten in den deutschen Ballungszentren für Normalverdiener für nicht mehr bezahlbar. 87 Prozent sehen in den hohen Mietpreisen eine ernsthafte Gefahr für den sozialen Frieden – im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl um drei Prozent erhöht. 70 Prozent der Mieter befürchten, dass die energetische Sanierung die Situation auf dem Mietmarkt noch verschärfen wird.
Für mehr als jeden Zweiten (53 Prozent) ist bei der Wohnungssuche ein nachhaltiges Gebäude wichtig, um die Nebenkosten in den Griff zu bekommen. 57 Prozent der Mieter versuchen aktiv, Energie und Wasser zu sparen – insbesondere die ältere Generation (72 Prozent). Eigentum ist für 82 Prozent der Befragten keine Option.
Ausstattung, digitale Services und Sicherheit
Nur rund die Hälfte (53 Prozent) der Mieter ist aktuell mit Qualität und Ausstattung der Wohnung und sogar nur ein Viertel mit dem digitalen Service des Vermieters zufrieden. Dabei gelten schnelles Internet (48 Prozent) und digitale Kommunikation als zentrale Kriterien bei der Wohnungswahl.
Auch das Thema Sicherheit gewinnt immer stärker an Bedeutung: Nur 31 Prozent fühlen sich in der Mietwohnung sehr sicher. Insbesondere modernisierte Tür- und Fenstersicherungen (46 Prozent) und Videoüberwachung (35 Prozent) würden das Sicherheitsgefühl der Mieter erhöhen.
Mietpreisbremse, Bürokratieabbau und Förderung
82 Prozent der Mieter sind laut Aareal-Trendumfrage der Meinung, Wohnen dürfe nicht rein gewinnorientiert sein. Von der Wohnungswirtschaft erwarten die Befragten mehr sozialem Wohnungsbau (69 Prozent) und von der Politik Bürokratieabbau (72 Prozent) sowie eine bedarfsgerechte Förderung (65 Prozent).
Knapp drei Viertel (74 Prozent) der Mieter erachtet die Mietpreisbremse als sinnvolles Instrument, um soziale Spannungen zu verringern.
Regulatorik, Fachkräftemangel und Digitalisierung
Auch 80 Prozent der Entscheider in der Wohnungswirtschaft halten Mieten in Ballungszentren für Normalverdiener für kaum noch bezahlbar. 94 Prozent gehen davon aus, dass energetische Sanierungen den Markt weiter belasten.
Zum Bau von bezahlbaren Wohnungen fordern die Entscheider Maßnahmen von der Politik, an erster Stelle die Senkung der Baunebenkosten (98 Prozent), Bürokratieabbau (94 Prozent) und zielgerichtete Förderung (82 Prozent). Beim Thema Mietpreisbremse geht die Meinung auseinander: Drei Viertel der Entscheider sehen sie als Hürde für den Neubau.
Der Fachkräftemangel bleibt ein strukturelles Problem: 88 Prozent rechnen mit einer weiteren Verschärfung, die sich negativ auf Neubau, Instandhaltung und technische Gebäudeausstattung auswirken wird. Als Lösung sehen zwei Drittel der Entscheider die Digitalisierung von Routineaufgaben: Größtes Potenzial bieten Buchungs- und Zahlungsverkehr (84 Prozent), Mieterservice (81 Prozent) und interne Verwaltung (69 Prozent).
Die wesentlichen Ergebnisse im Überblick:
- Mietmarkt: Der Großteil der Mieter hält die Mieten in Ballungsräumen für Normalverdiener für nicht mehr bezahlbar und sieht darin eine Gefahr für den sozialen Frieden. Eine Einschätzung, die auch von Entscheidern geteilt wird. Steigende Nebenkosten werden zunehmend zur Belastungsprobe. Der Ruf nach stärkerem politischen Handeln wird laut. Die Mietpreisbremse genießt hohe Akzeptanz bei Mietern – während Entscheider der Wohnungswirtschaft sie mehrheitlich als Neubauhemmnis kritisieren.
- Wohneigentum: Für den überwiegenden Teil der Mieter ist der Erwerb von Eigentum unerschwinglich. Deutschland bleibt Mieterland, entsprechend rückt die Wohnqualität in den Fokus. Neben hohen Preisen sind Digitalisierung und Sicherheit zentrale Schmerzpunkte. Für die Wohnungswirtschaft stellen digitale Tools großes Potenzial dar, um Kommunikation und Servicequalität zu verbessern.
- Fachkräftemangel: Für die Wohnungswirtschaft stellt der wachsende Fachkräftemangel eine Herausforderung dar, insbesondere für Instandhaltung und Neubau. Digitalisierung wird hier zum Überlebensprinzip, um Betriebskosten zu senken, Prozesse zu beschleunigen und Kapazitäten freizusetzen.
Aareal-Trendbarometer 2025: Methodik
YouGov hat für die Aareal Bank vom 1.10.2025 bis 13.10.2025 bundesweit 5.046 Mieter zur Lage am Mietmarkt befragt. Die Umfrage basiert auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panel Deutschland. Die Erhebung wurde nach Geschlecht und Generationenzugehörigkeit gewichtet, die Ergebnisse sind repräsentativ für Mieter in Deutschland ab 18 Jahren. Teilweise wurden die beiden höchsten Antwortkategorien einer Frage für die Darstellung der Ergebnisse zusammengefasst.
Für die Entscheider-Umfrage vom 10.11.2025 bis 21.11.2025 wurden 110 wohnungswirtschaftliche Kunden der Aareal Bank befragt. Dieser Teil der Umfrage ist ein Stimmungsbild und erhebt keinen Anspruch auf Repräsentativität.
Aareal Trendbarometer 2025 – Zur Lage am Mietmarkt (PDF)
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