Habemus solutionem?!
Werden die Klimaschutzziele ernsthaft verfolgt, müssen die CO2-Emissionen in den Mittelpunkt des Handelns rücken! Ein Paradigmenwechsel steht an: weg von kostenintensiven allumfassenden baulichen Maßnahmen am Einzelgebäude, hin zu den Lösungen, die in der Breite des Gebäudebestands mit möglichst geringem Mitteleinsatz eine hohe CO2-Reduktion ermöglichen.
Die Politik tut sich sehr schwer, die richtigen Weichen zu stellen, die diesen Weg ermöglichen – vielen Studien und realen Erfahrungen aus der Wohnungswirtschaft zum Trotz.
Die sogenannte Professoren-Initiative "Praxispfad CO2-Reduktion im Gebäudesektor" unterstützt die wiederholt vorgetragenen Forderungen der wohnungswirtschaftlichen Verbände, Initiativen und Unternehmen nun deutlich.
Graue Energie, "Worst first", einfaches Bauen
Sie fordert nicht nur den raschen Aufbau einer emissionsfreien Wärmeversorgung, wozu auch die konsequente Nutzung von Wärmepumpen bei maßvoll eingesetzten Sanierungsmaßnahmen gehört – die renommierten Wissenschaftler untermauern das auch nachdrücklich mit Zahlen und Fakten.
Zudem wurden eine ehrliche Gesamtschau über den Gebäudelebenszyklus, die Berücksichtigung der grauen Energie, ein konsequentes "Worst first", ein kritischer Blick auf die Baukostenentwicklung und das einfachere Bauen angemahnt.
Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden
Der Schulterschluss von GdW, "Initiative Praxispfad CO2-Reduktion im Gebäudesektor" und Initiative Wohnen.2050 am ersten Kongresstag war nicht nur folgerichtig, er kann dann auch als Signal an die Politik verstanden werden: es ist endlich konsistente Politik nötig, die ihre Nebenfolgen ganzheitlich mitbedenkt und die Finanzierbarkeit beziehungsweise Leistbarkeit der erforderlichen Schritte berücksichtigt. Schließlich kann jeder Euro nur einmal ausgegeben werden.
Und neben dem Klimaschutz, das machten die Wissenschaftler deutlich, stehen mit der Anpassung der Immobilienbestände an den demografischen Wandel weitere wichtige und kostspielige Aufgaben an. Die Beiträge der Gäste von Europäischer Kommission, Bundeswirtschafts- und Bundesbauministerium machten deutlich, dass die Argumente der Wohnungswirtschaft angekommen sind. Ein Umdenken scheint im Gange zu sein, viele der Themen pragmatischer und sozialer angehen zu müssen.
Mutmachendes für die Wohnungswirtschaft
Die praktischen Herausforderungen und Lösungsoptionen auf den Emissionsminderungspfaden und die Finanzierung der anstehenden Aufgaben waren Kernthemen des zweiten Fachkongresstages: der Fokus auf das konkrete wohnungswirtschaftliche Handeln. Mutmachende Beispiele wurden präsentiert, sich über Prebound- und Rebond-Effekte ausgetauscht, Erfahrungen mit technischen Lösungen geteilt und weitere Erkenntnisbedarfe identifiziert. Inspirierend, mehrwertig und konstruktiv – weshalb "DW Die Wohnungswirtschaft" den Fachkongress gerne als Medienpartnerin unterstützt hat.
Auch ein vom Erreichen der Klimaziele unabhängiges Verdienst der Initiative Wohnen.2050 wurde auf dem Kongress deutlich: der lösungsorientierte Austausch auf Augenhöhe, die Know-how-Bündelung und die bundesweite Vernetzung der Akteure der Wohnungsunternehmen auf Ebenen unterhalb der Geschäftsleitungen.
Die Initiative Wohnen.2050 gibt hier ein nachahmenswertes Beispiel für die Kraft der Zusammenarbeit und Kooperation, die der Branche auch in anderen Bereichen gut täte.
Gebe es sie nicht, müsste man sie erfinden!
Das Foto stammt vom Panel "Klimaneutrale Wärmeversorgung statt hoher Hüllstandards – Wege zur Finanzierbarkeit der Klimaneutralität". Die Teilnehmer v.l.n.r.: Ulrike Trampe (Moderation), Dr. Alexander Renner (Leiter Referat IIC1: Grundsatz Energie- und Klimaschutz im Gebäudesektor, Strategien und Gebäudetechnologien I Bundeswirtschaftministerium), Nina Neumann (Team Leader, Unit B3 – Energy Efficiency: Buildings and Products, DG Energy I European Commission), Prof. Dietmar Walberg (Arge SH, Gründer Initiative Praxispfad CO2-Reduktion im Gebäudesektor), Prof. Elisabeth Endres (Gründerin Initiative Praxispfad CO2-Reduktion im Gebäudesektor), Lothar Fehn Krestas (Leiter der Abteilung BI: Baupolitik, Klimaschutz, und Nachhaltigkeit, Bundesbau I Bundeswirtschaftministerium), Axel Gedaschko (Präsident GdW I Vorstandsvorsitzender IW.2050) |
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