Nach Angaben des Energiesystemherstellers Viessmann hat die Wohnungswirtschaft bisher bundesweit rund 40 Eis-Energiespeicheranlagen installiert – für ein Spektrum, das vom kleineren Mehrfamilienhaus bis hin zu Anlagen mit über 500 Wohneinheiten reicht.

„Die Nachfrage der Wohnungswirtschaft nach Eis-Energiespeichersystemen ist steigend“, berichtet Wolfgang Rogatty, Pressesprecher von Viessmann.

„Die Branche sucht nach innovativen Konzepten, um den Mietern trotz steigender Energiekosten langfristig niedrige Betriebskosten bei gleichzeitig hoher Betriebssicherheit anbieten zu können“, Wolfgang Rogatty, Pressesprecher der Viessmann Werke GmbH & Co. KG

Wohnungsunternehmen setzen auf neue Technologie

Zu den Wohnungsunternehmen, die mit dieser Technologie arbeiten, zählen die Vivawest Wohnen GmbH (in der Klimaschutzsiedlung Köln-Porz), die Pforzheimer Bau & Grund GmbH (in einem modernisierten Wohnhochhaus in Pforzheim) und die Siedlungswerk GmbH Wohnungs- und Städtebau mit Sitz in Stuttgart. Letztere setzte die Eisspeichertechnologie beim 2016 fertiggestellten ersten Bauabschnitt eines neuen Wohnviertels in der Stuttgarter Nordbahnhofstraße ein.

 „Wir entwickeln seit Jahren innovative Energiekonzepte für unsere Projekte mit dem Ziel, möglichst viel Energie aus dem Grundstück zu gewinnen“, Daniel Krehl, Assistent der Geschäftsführung der Siedlungswerk GmbH Wohnungs- und Städtebau.

Weil bei diesem Grundstück solche direkten Energiequellen nicht zur Verfügung standen, entwickelten die Planer ein Konzept, das auf die Speicherung von Wärme in einem 800 Kubikmeter großen Eisspeicher setzt.

Mit dem Funktionieren der Anlage zeigt sich Krehl sehr zufrieden. „Die Komponenten funktionieren alle einwandfrei, unsere Erwartungen wurden voll erfüllt.“ Wie sich das auf das Portemonnaie der Bewohner der 125 Einheiten auswirkt, lässt sich allerdings noch nicht sagen, da noch keine Verbrauchsabrechnung vorliegt.

Sparpotenzial bei CO2-Emissionen und Energiekosten

Anders bei der WIRO in Rostock: Die Mieter der 39 Wohnungen im Fritz-Meyer-Scharffenberg-Weg zahlten 2016 (die Abrechnung für 2017 war bei Redaktionsschluss noch nicht fertiggestellt) 0,44 Euro pro Quadratmeter und Monat für die warmen Betriebskosten. In einem vergleichbaren Haus mit einem Fernwärmeanschluss liegen die Kosten nach Angaben der WIRO um mindestens ein Drittel höher.

Nach ursprünglichen Angaben aus dem Jahr 2015 sollte der Rostocker Eisspeicher eine CO2-Einsparung von 61,7 Tonnen und eine Energieeinsparung von 209.000 Kilowattstunden pro Jahr bringen. Ob sich das bestätigt hat, kann die WIRO nicht sagen, da das Unternehmen nach eigenen Angaben kein Monitoring durchführt.

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Eisspeicher - Vorzeigeprojekt in Hamburg