Genossenschaftsförderung: Bundesprogramm startet im Oktober

Nach einigem Hickhack im Bundesinnenministerium – die im Rahmen der Wohnraumoffensive angekündigte Förderung genossenschaftlichen Wohnens kommt jetzt doch bald. Nach Informationen des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW soll das Bundesprogramm am 21. Oktober an den Start gehen.

Das Bundesprogramm zur Förderung genossenschaftlichen Wohnungsbaus wird nun doch an den Start gehen. Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW hatte sich nach eigenen Angaben intensiv dafür eingesetzt, nachdem die Förderung im August auf der Kippe stand, weil das Bundesinnenministerium einen Programmstopp verfügt hatte. Die staatliche Förderbank KfW wird ab dem 21.10.2021 Anträge von Privatpersonen auf zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse entgegennehmen, die sich an genossenschaftlichen Neubauvorhaben mit Geschäftsanteilen beteiligen wollen.

"Das ist ein guter Tag für das bezahlbare Bauen und Wohnen in unserem Land", sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko. Mit dem neuen Förderprogramm würde ein wichtiger Baustein der Wohnraumoffensive umgesetzt.

Hickhack um das Förderprogramm für Wohnungsgenossenschaften

Die Bundesregierung hatte die "Unterstützung von Wohnungsbaugenossenschaften inklusive Neugründungen" im Zuge ihrer Wohnraumoffensive zugesagt. Im Februar 2021 hieß es dann bei einer Bilanzveranstaltung, es seien sechs Millionen Euro im Haushalt 2021 eingeplant, um Privatpersonen beim Kauf von Anteilen für selbstgenutzten Wohnraum zu Unterstützen – das Bundesprogramm solle im Rahmen des KfW-Programms 134 ("Wohneigentumsprogramm-Genossenschaftsanteile") noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Am 19. August teilte die Gima München, ein Zusammenschluss der Münchner Wohnungsgenossenschaften, mit, das bereits 2019 vom Bundestag beschlossene Förderprogramm würde vom Bundesinnenministerium blockiert – die Gründe blieben unklar.

Die Wohnungswirtschaft hatte daraufhin Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) in einem Brief dazu aufgerufen, sich für den sofortigen Start des zugesagten Programms einzusetzen. Gerade kleineren, neu gegründeten Wohnungsgenossenschaften, die dringend auf Förderungen angewiesen sind, komme das Programm zu Gute, argumentierte der GdW.

"Wenn das neue Programm im Oktober startet, sollten die nicht abgerufenen Mittel ins Jahr 2022 fortgeschrieben werden, so dass die KfW auch in 2022 noch Anträge bewilligen kann", setzte sich Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des GdW, abschließend für eine Verstetigung des Programms ein. Das neue Programm müsse auch in der neuen Legislaturperiode fortgesetzt werden.


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