VG München: Airbnb muss Daten von Wohnungsbesitzern preisgeben

Im Kampf gegen illegale Ferienwohnungen hat die Stadt München einen vorläufigen Sieg errungen. Das Verwaltungsgericht (VG) München hat entschieden, dass Airbnb die Daten von Wohnungsbesitzern herausgeben muss, sofern diese ihre Wohnungen ordnungswidrig länger als acht Wochen an Touristen untervermieten. Das Urteil könnte für andere Metropolen mit angespanntem Wohnungsmarkt wegweisend sein, ist aber noch nicht rechtskräftig.

Mit der Klage hatte sich Airbnb gegen eine städtische Anordnung zur Herausgabe der genauen Anschriften und Namen der Anbieter gewehrt. Nach Angaben des Unternehmens hatten in diesem Jahr alleine zum Oktoberfest mehr als 4.200 Münchner ihre Wohnung oder ein Zimmer über Airbnb vermietet. Mehr als 37.000 Menschen aus rund 100 Ländern seien bei den privaten Gastgebern unter gekommen.

Die Verwaltung der bayerischen Landeshauptstadt als Beklagte will vor allem wissen, welche Wohnungsanbieter auf dem Onlineportal Wohnungen mehr als acht Wochen im Jahr als Ferienwohnung anbieten. Das betrifft das gesamte Stadtgebiet und konkret den Zeitraum Januar 2017 bis einschließlich Juli 2018. Dabei stützt die Stadt sich auf das Zweckentfremdungsverbot. Kurzzeitige Vermietungen von Wohnraum fallen nicht darunter.

Airbnb kann in Berufung gehen

Airbnb kann gegen das Urteil der 9. Kammer (Az. M 9 K 18.4553), das vom Gericht am Donnerstag bekannt gegeben wurde, Berufung einlegen. Das US-Unternehmen kündigte bereits an, weitere Schritte prüfen zu wollen.

Airbnb ist heute laut eigenen Angaben mit mehr als fünf Millionen gelisteten Unterkünften in 191 Ländern und rund 81.000 Städten weltweit vertreten. Den Europasitz hat das Buchungsportal in Irland.


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