Expo Real: Immobilien-Marketing-Award verliehen Infografik

Auf der Expo Real in München wurden die besten Marketing-Konzepte mit dem "Immobilien-Marketing-Award 2019" geehrt. In der Kategorie "Wohnen" überzeugte eine Bildergeschichte, in Sachen "Online-Marketing" machte ein Virtual Promoter das Rennen. Und James Bond spielte beim "Low Budget" eine Rolle.

Die besten Konzepte des Wettbewerbs "Immobilien-Marketing-Award" wurden  am Stand der Strabag, einem der Sponsoren des Awards, vorgestellt und ausgezeichnet. Den Preis verleiht die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU).

Bildergeschichte: Sieger in der Kategorie "Wohnen": Ökosiedlung Friedrichsdorf

Leitgedanke des Marketingkonzeptes der Ökosiedlung Friedrichsdorf (Hochtaunuskreis) – einem Quartier mit 350 Wohneinheiten und verschiedenen Wohnformen, "das neben sozialen Aspekten den ökologischen Fußabdruck der rund 700 Bewohner in den Vordergrund stellt", wie Laudator und Jurymitglied Steffen Eric Friedlein (ECE Projektmanagement) bei der Ehrung hervorhob – ist die enge Zusammenarbeit der beiden Hauptakteure: Der Stadt Friedrichsdorf sowie dem Hamburger Bauträger und Projektentwickler Frank Gruppe.

"Im Auftrag von Frank hat die Hamburger Design-Agentur Herr Lorbas die starke und unverwechselbare Marke 'Frank und Frieda' entwickelt, die die vielfältigen Aspekte des Projekts in kurzen Bildergeschichten klar auf den Punkt bringt, einfach erklärt und zudem einen hohen emotionalen Mehrwert schafft." Laudator Steffen Eric Friedlein, ECE Projektmanagement

Die Pionierarbeit in Bezug auf nachhaltiges Bauen (vom unterirdischen Eisspeicher bis zur E-Mobilität) und die Werte, die einer guten Partner- oder Freundschaft zugeordnet werden könnten, erinnerten Friedlein an den Wertekanon der 1950er-Jahre: Fortschritt, Entdeckergeist, Qualität, furchtloses Anpacken, Loyalität, Verlässlichkeit. "Daraus ergeben sich der unverwechselbare Zeichenstil und Sprachduktus der Kampagne", so Laudator Friedlein.

Virtual Promoter: Award in der Kategorie "Online-Marketing" geht an die Livit AG

Die von der Pensionskasse der UBS beauftragte Livit AG wurde in der Kategorie "Online-Marketing" für die Vermarktungsstrategie des Wohnprojekts Guggenbachpark in Zürich (Schweiz) ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Anlage mit 252 modernen Wohnungen unterschiedlicher Größe und Typologie, die am Stadtwald der Schweizer Finanzmetropole entstehen.

Das Marketingkonzept nutzt innovative Technologie: Ein zwei Meter hoher Monitor mit Kamera- und Soundsystem, der Virtual Promoter – ein echter Mensch, aufgenommen im Studio und programmiert in einer App – spricht flanierende Passanten aktiv an, informiert sie über das Projekt, erklärt die Lage und zeigt das Wohnungsangebot mittels 360°-Visualisierungen. Die Interaktion mit den Passanten erfolgt Gesten gesteuert.

"Wo früher eine langweilige Bauwand stand, wartet heute ein echtes Erlebnis: Ein neuer Weg, potenzielle Mieter am Point of Property zu begeistern." Laudator und Jurymitglied Dr. Roman Bolliger, Swiss Circle

Neben klassischen Vermarktungsmitteln wie Online-Inseraten werden außerdem gezielt Social Media-Kampagnen eingesetzt, um Interessenten auf die Website zu führen. Dort können sie sich Interessenten jederzeit online bewerben. Dies ist für sie und für den Vermarkter bequem, effizient und schnell. Mit dem Einzug im Mai 2020 sollen dann alle Mieter die Möglichkeit erhalten, eine Mieter-App zu nutzen, die für einen "kurzen Draht zur Hausverwaltung" sorgt und wiederkehrende Prozesse vereinfacht und beschleunigt.

Retro-Chic und James Bond: K16 gewinnt mit Ziegert in der Kategorie "Low Budget"

Die Agentur K16 (Hamburg), ursprünglich in der B2B-Kommunikation zu Hause, baut seit 2017 verstärkt die Kommunikation im Immobilienbereich aus. Gemeinsam mit dem Immobilienvermittler Ziegert wurde ein Konzept mit Retro-Idee für das Objekt 'Studio09' entwickelt, ein Berliner Wohnhaus mit unsanierten Ein- bis Zwei-Zimmer-Appartements aus dem Jahr 1975.

Das Exposé für 'Studio09' beweise, dass gute Ideen wichtiger sind als große Budgets, sagte Laudator und Jurymitglied Prof. Andreas Frey (HfWU), bei Überreichung des Awards in der Kategorie "Low Budget" gemeinsam mit dem Jury-Kollegen Klaus Striebich (RaRE Advise). Agentur, Bauträger und Objektvermarkter demonstrierten gemeinsam," wie aus vermeintlichen Wettbewerbsnachteilen zielgruppengerechte Alleinstellungsmerkmale werden können", so Striebich.

Und das "mit strategischem Tiefgang und kreativer Exzellenz bei der Zielgruppenansprache", ergänzte HfWU-Rekor Frey. Das Kreativ-Konzept nehme dabei die sehr spezielle Zielgruppe internationaler Kosmopoliten ins Visier:

"Ausgehend vom Baujahr wurde eine Markenidentität in minimalistischem Retro-Chic entwickelt, die in Anlehnung an die frühen Bond-Filme die Kreation das Lebensgefühl des Doppelnull-Agenten nutzt, der die Werte der urbanen Käuferschaft perfekt verkörpere: Ungebundenheit, Individualität, Selbstbewusstsein, Nonkonformismus." Aus der Jury-Begründung

Das Besondere an der kreativen Umsetzung seien die Konsistenz und Konsequenz des Markenerlebnisses. Von Naming, Logo, Typographie, Farbgebung, Text, Format, Designelementen: "Jedes Detail der Inszenierung zahlt in die Positionierung ein", stellten Frey und Striebich fest.

Ungeniert unsaniert: Der "Sonderaward" geht an das Konzept Jena Freestyle

"Ungeniert unsaniert‚ Traumwohnungen für Kreative, Studenten und Bastler", so  bewirbt die Wohnungsbaugesellschaft Jenawohnen GmbH im Marketing-Konzept 'Jena Freestyle' Plattenbauten in Lobeda-West (Thüringen). Jena Freestyle soll potenzielle Mieter ansprechen, die verrückte Ideen für ihre eigenen vier Wände haben, deren Umsetzung bisher nicht realisierbar war. Ein Kreativ-Team hat eine Musterwohnung eingerichtet: Abkupfern und Nachmachen ausdrücklich erwünscht.

"Der Mieter gestaltet die Wohnung ganz nach seinen Träumen. Spielt mit dem nostalgischen Charme der zum Teil noch vorhandenen Originalmöbel und -einbauten. Oder reißt alles raus und baut etwas ganz anderes. Er kann sich so ... sein eigenes Schloss aus Beton zaubern." Laudator und Jurymitglied Rainer M. Schäfer, Strabag Real Estate

Und falls das Mietverhältnis einmal endet, führte Laudatorin und Jurymitglied Rahel Willhardt (Strabag Real Estate) weiter aus, dann bleibe einfach alles, wie es ist. "Der nächste Mieter übernimmt die Wohnung, wie er sie vorfindet, nämlich ungeniert unsaniert". Der Mieter werde für seine Kreativität und handwerkliche Eigeninitiative sogar finanziell belohnt, ergänzte Schäfer.

Denn mit Abschluss des Mietvertrags kommt ein Baumarkt-Gutschein ins Haus, für eine gemietete Zwei-Zimmer-Wohnung 300 Euro, für eine Vier-Zimmer-Wohnung 700 Euro.

Ausgezeichnete Marketingkonzepte seit 2004

Der Immobilien-Marketing-Award geht auf das Jahr 2004 zurück. "Für die Jury ist es regelmäßig erstaunlich, wie unterschiedlich die eingereichten Konzepte jedes Jahr sind. Grundsätzlich ist Immobilienmarketing ein spannender Prozess, der auf permanentem Experimentieren und der Bereitschaft fußt, ausgetreten Pfade zu verlassen und neu kreative Konzepte auszuprobieren", stellte der Jury-Vorsitzende Prof. Dr. Stephan Kippes (HfWU) fest.

Weitere Jurymitglieder sind Dirk Labusch, Chefredakteur der Fachzeitschrift "Immobilienwirtschaft" (Begründer des Immobilien-Markteing-Award und stellvertretender Jury-Vorsitzender), Dr. Roman H. Bolliger (Marketingexperte und Vorstand der Schweizer Immobilienplattform Swiss Circle), Prof. Dr. Andreas Frey (Rektor der HfWU), Steffen Eric Friedlein (Managing Director Leasing der ECE Projektmanagement GmbH+Co.KG), Rainer Maria Schäfer (Geschäftsführer der Strabag Real Estate GmbH), Rahel Willhardt (Pressesprecherin der Strabag Real Estate GmbH) und Klaus Striebich (RaRE Advise - Retail and Real Estate).

Sponsoren des Awards sind die ECE Projektmanagement und die Strabag Real Estate GmbH. Medienpartner ist das Fachmagazin "Immobilienwirtschaft".


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