Mietpreisbremse gewinnt an Akzeptanz am Wohnungsmarkt
Bund, Länder und Kommunen haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um steigende Mieten und Kaufpreise in den Griff zu bekommen. Dazu gehört auch die Mietpreisbremse, die im Sommer 2025 um weitere fünf Jahre verlängert wurde.
Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Toluna im Auftrag des Onlinemaklers Immowelt finden trotz aller Kritik 85 Prozent der Mieter und 76 Prozent der Vermieter die Verlängerung gut. Insgesamt haben an der Umfrage 1.000 Personen ab 18 Jahren teilgenommen.
Sanktionen bei Verstößen gegen Mietpreisbremse
Von den insgesamt 80 Prozent Befürwortern der Fortführung der Mietpreisbremse sagten 41 Prozent "stimme voll und ganz zu" – vier Prozent aller Umfrageteilnehmer "stimmen gar nicht zu". Für schärfere Sanktionen gegen Vermieter, die Mietpreisvorgaben nicht einhalten, sprechen sich 86 Prozent der befragten Mieter und 76 Prozent der Immobilieneigentümer aus.
Insgesamt sprechen sich 81 Prozent der Deutschen für härtere Sanktionen bei überhöhten Mieten aus. 75 Prozent (davon stimmen 33 Prozent "voll und ganz" zu; fünf Prozent "stimmen gar nicht zu") plädieren dafür, Indexmieten gesetzlich zu begrenzen. 71 Prozent wollen eine strengere Regulierung von Kurzzeitvermietungen sowie von möblierten Wohnungen (davon 33 Prozent "voll und ganz" und sieben Prozent "gar nicht").
Und 76 Prozent würden gerne die Umlage der Kosten für energetische Sanierungen auf Mieter streichen – davon 40 Prozent "voll und ganz" und nur sechs Prozent "gar nicht".
Regulierungen vs. Anreize für Vermieter
Allerdings sind viele Umfrageteilnehmer ebenfalls der Ansicht, dass auch positive Anreize gesetzt werden sollten: 83 Prozent finden, dass Vermieter, die günstigen Wohnraum anbieten, dafür steuerlich belohnt werden sollten. 43 Prozent stimmen dem "voll und ganz" zu; nur vier Prozent "gar nicht".
Dass Kommunen gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaften stärker unterstützen sollten als gewinnorientierte Investoren, finden ebenfalls 83 Prozent – davon 43 Prozent "voll und ganz" und drei Prozent "gar nicht".
Umgekehrt sind aber auch 78 Prozent (43 Prozent "voll und ganz") der befragten Mieter und Vermieter laut Immowelt der Ansicht, dass Investoren, die Wohnungen ausschließlich zur Gewinnmaximierung kaufen, höhere Steuern zahlen müssten. Dass Gewinne aus Immobilienspekulationen stärker besteuert werden sollten, meinten 73 Prozent (40 Prozent "stimmen voll und ganz zu").
Nachteile der Mietpreisbremse erkannt
Eine Mehrheit der befragten Mieter und Vermieter erkennt die Nachteile der Mietpreisbremse. Zwei Drittel befürchten, dass sie Modernisierungen unattraktiver macht – 19 Prozent stimmen dem "voll und ganz" zu, 47 Prozent "stimmen eher zu", 27 Prozent "eher nicht" und sieben Prozent "gar nicht".
55 Prozent erwarten geringere Renditen bei Neuvermietungen: 16 Prozent "stimmen voll und ganz zu", 39 Prozent "stimmen eher zu", 35 Prozent "eher nicht" und zehn Prozent "gar nicht". Ebenfalls rund die Hälfte (53 Prozent) der Studienteilnehmer sieht durch die Regulierungen die Planungssicherheit für Vermieter in Gefahr. Dem "stimmen voll und ganz" 16 Prozent zu. Ich "stimme eher zu" sagten 37 Prozent, "stimme eher nicht zu" 38 Prozent und "stimme gar nicht zu" neun Prozent.
"Die Mietpreisbremse hat eine dämpfende Wirkung auf den Mietmarkt. Sie bekämpft aber nur Symptome und nicht die Ursache", erklärte Dr. Robert Wagner, Geschäftsführer von Immowelt. "Das Grundproblem ist fehlender Wohnraum und wird sich langfristig nur durch Neubau lösen lassen."
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