Großstadtmieten verschärfen Fachkräftemangel
Die hohen Mieten in deutschen Großstädten sind eine Hürde für Unternehmen im Ringen um Fachkräfte. Viele Menschen sehen das teure Wohnen laut einer Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC als zentralen Nachteil für das Leben in den Ballungsräumen.
Die Höhe der Mieten und die Schwierigkeit, eine bezahlbare Wohnung zu finden, bleibe ein riesiger Frustfaktor bei den Berufstätigen, sagte Bernd Roese, PwC-Standortleiter in Frankfurt am Main. Das Problem habe sich verfestigt.
Wohnungssuche und Umzugsbereitschaft
Die große Mehrheit (89 Prozent) der im Auftrag von PwC befragten Großstädter findet das Leben dort angenehm – etwa die Einkaufsmöglichkeiten, Kultur- und Bildungsangebote, Jobchancen und kurze Arbeitswege, und fühlt sich am aktuellen Wohnort wohl.
Gleichzeitig sind jeweils zwei Drittel mit den Mieten, den Kosten für Wohneigentum und dem knappen Wohnungsangebot unzufrieden. 87 Prozent meinen, dass es in Großstädten "reine Glückssache" ist, eine bezahlbare Wohnung zu finden.
Manche Beschäftigte ziehen wegen der hohen Wohnkosten Konsequenzen. Ein Drittel (37 Prozent) hat laut Umfrage schon einmal über einen Jobwechsel wegen hoher Mieten nachgedacht. Tatsächlich umgezogen sind deswegen zehn Prozent. Bei den 18- bis 34-Jährigen ist es knapp jeder Fünfte. Acht von zehn Erwerbstätigen sehen ein Problem darin, mit Blick auf den angespannten Wohnungsmarkt Fachkräfte zu gewinnen und zu halten.
Für 50 Prozent sind für einen Umzug die Mieten entscheidend, noch vor der Länge des Arbeitswegs (42 Prozent). Auf Platz eins der Faktoren bei einem Umzug steht aber Jobsicherheit (54 Prozent) – laut Roese ein klarer Hinweis auf große Sorgen wegen der schwierigen Wirtschaftslage.
Fachkräfte: Ansprüche an Politik und Arbeitgeber
Im Ringen um bezahlbaren Wohnraum sehen die Befragten sowohl Arbeitgeber als auch die Politik in der Pflicht. 88 Prozent befürworten einen öffentlichen Wohnungsbau mit Fokus auf niedrige und mittlere Einkommen und 85 Prozent die Umwandlung von Büroflächen in Wohnraum.
Auch die Ansprüche an Arbeitgeber sind hoch: So sprechen sich 83 Prozent für einen Mietzuschuss von Firmen als "geeignete" oder "sehr geeignete" Maßnahme aus. Rund 80 Prozent plädieren dafür, dass der Arbeitgeber die Fahrtkosten zum Arbeitsort übernimmt oder Betriebswohnungen bereitstellt.
Für die Studie wurden 4.000 Berufstätige zwischen 18 und 65 Jahren aus zwölf deutschen Großstädten mit mindestens 500.000 Einwohnern befragt –darunter Berlin, Bremen, Düsseldorf, Leipzig, München und Stuttgart. Die repräsentative Umfrage im Auftrag von PwC fand im Januar 2026 statt.
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