In den deutschen Metropolen sind fast zwei Drittel der Beschäftigten Pendler von Gemeinden außerhalb des Stadtgebiets. Das liegt an den steigenden Mietkosten in den Großstädten, heißt es in einer Studie von Quantum Research Unit. Die Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Bautätigkeit: Im Umland entstehen inzwischen mehr Wohnungen als in den Kernstädten. Dieser neue Schub macht sich bereits auch dort durch stark steigende Mieten bemerkbar.

Wie die Analyse von Quantum zeigt, haben alle Top-7-Städte in den vergangenen Jahren zumindest gegenüber dem unmittelbar angrenzenden Umland Wanderungsverluste hinnehmen müssen.

Dies wirke sich auch auf die Bautätigkeit vor Ort aus, heißt es in der Studie. Demnach ist die Zahl der Baufertigstellungen und -genehmigungen außerhalb der Großstädte deutlich gestiegen. Wichtig für eine zukünftig nachhaltige Kernstadt-Umland-Beziehung sei daher eine Konzentration der Außenentwicklungen entlang bestehender Verkehrsachsen und die Erhaltung möglichst kompakter Siedlungsstrukturen.

Im Münchner Umland würden zum Beispiel in vielen Gemeinden bereits mehr Geschosswohnungen als Ein- und Zweifamilienhäuser gebaut. 

Mieten steigen im Speckgürtel stärker als in der Kernstadt

Der neue Schub der Suburbanisierung macht sich laut Quantum vielerorts im Umland der Metropolen bereits durch stark steigende Mieten bemerkbar. In einigen Landkreisen seien die Bestandsmieten in den vergangenen Jahren sogar noch stärker gestiegen als die Mieten in der Kernstadt. Gerade das Umland von München, aber auch die engeren Verflechtungsräume Berlins und Hamburgs hätten eine überdurchschnittliche Mietpreisdynamik erfahren.

"Die Marktanspannung der Metropolen schwappt zunehmend auf ihr jeweiliges Umland über. Die daraus resultierende dynamische Nachfrage- und Mietentwicklung im Speckgürtel macht diese Wohnungsmärkte für institutionelle Anleger immer interessanter." (Dr. André Scharmanski, Leiter Research bei Quantum)

Die Pendlerzahlen variieren laut Quantum deutlich hinsichtlich verschiedener Qualifikationsprofile, beruflicher Tätigkeiten und Wirtschaftszweige. So sei die erhöhte Mobilität gerade bei Hochqualifizierten eine Grundvoraussetzung und auch der Versuch, Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen.

Am stärksten angestiegen sind die Pendlerstrecken allerdings bei Personen mit niedrigerem Bildungsniveau, was laut Quantum besonders auf die steigende Mietkostenbelastung in den Großstädten zurückgeführt werden kann.

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