ESG-Berichtspflicht: Standardisierter Austausch von Daten
Die Initiative Coalition-X wurde im Mai 2025 gestartet. Erklärtes Ziel ist es, einen vertrauensvollen Rahmen für den dezentralen, standardisierten und verifizierbaren Austausch von ESG-Gebäudedaten zu etablieren. Unterstützung gibt es nun vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE).
Die Jury des Innovationsprogramms für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen hat eine Förderung von 300.000 Euro für das Projekt empfohlen. Mit den Mitteln sollen die Kernkosten der Entwicklung getragen werden. Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) übernimmt die Schirmherrschaft der Initiative.
Die geförderten Projektpartner sind neben dem ZIA das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP (wissenschaftlicher Koordinator) und Realcube.
ESG-Anforderungen: einheitlicher Konnektor für Immobilienakteure
Auf Basis der vom ZIA und dem Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) empfohlenen Liste praxisnaher Nachhaltigkeits-KPI und Vorbildern aus anderen Branchen wird nun ein neutrales Datenökosystem für den manipulationssicheren, souveränen und automatisierbaren Datentransport zur digitalen Erfüllung von ESG-Berichtserfordernissen.
Für alle Immobilienakteure – insbesondere Bestandshalter, Facility Manager und Asset Manager sowie Finanzinstitute – wird eine neutrale Branchenlösung mit einheitlichem Konnektor entwickelt, der die aufwändige Entwicklung von bilateralen Schnittstellen obsolet macht und Skalierbarkeit verspricht.
Die Initiative reagiert damit auf steigende ESG-Anforderungen aus Bank- und Finanzregulatorik, etwa durch die EBA-Leitlinien zum ESG-Risikomanagement, Basel III-Regelungen, EU-Taxonomie und CSRD. Bisherige Verfahren seien häufig manuell, fragmentiert und nicht ausreichend revisionssicher, heißt es.
F&E-Phase startet: Beteiligung bis 15. November möglich
Die Forschungs- und Entwicklungsphase (F&E-Phase) läuft noch im Herbst 2025 an. Anfang 2026 soll das Onboarding der ersten Pilotpartner und das Verproben signierter Gebäudedatenflüsse starten – im Frühjahr und Sommer folgen Feinjustierung, Konzeption und die Vorbereitung für den branchenweiten Roll Out. Ziel ist die Etablierung eines Ökosystems mit Marktplatz für Datendienste im Jahr 2027.
Über ein spezielles ESG-KPI Tool von Gefma ((Deutscher Verband für Facility Management) kann die Datenautobahn perspektivisch noch um relevante Gebäudebetriebsdaten erweitert werden. Beteiligt sind unter anderem auch Agradblue, Beyondbuild, Blackprintpartners, Governify und White Energy.
Weitere Bestandshalter, Asset- und Facility Manager sowie Kreditinstitute können sich noch bis zum 15.11.2025 zur Mitwirkung als Pilotpartner melden.
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