Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Müllgebühren-Ranking: 100 Städte im Vergleich


Mülltonnen schwarze, Straße, Wiese grün

Die Müllgebühren sind Sache der Kommunen. Die Tarife wirken sich zum Teil stark auf die Wohnkosten aus – ein Ranking des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, wie viel Musterhaushalte in den 100 einwohnerstärksten Städten zahlen müssen.

Die Wohnkosten in Deutschland steigen nicht nur wegen der hohen Energiepreise, auch andere Nebenkosten ziehen an. Einige Kommunen haben zuletzt massiv an der Abgabenschraube gedreht – das betrifft auch die Müllgebühren. Die sind im Durchschnitt der 100 größten deutschen Städte in den vergangenen vier Jahren um zirka 13 Prozent auf 351 Euro Jahresbeitrag gestiegen.

Das ist ein Ergebnis aus einem Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Eigentümerverbands Haus & Grund, das nach 2016, 2019 und 2022 auch für 2026 erstellt wurde. Verglichen wurden die Abgaben für einen vierköpfigen Musterhaushalt in den 100 größten deutschen Städten.

Müllgebühren: Unterschiede von bis zu 500 Euro pro Jahr

Grundlage für den Vergleich ist eine Musterfamilie aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern in einem Einfamilienhaus ohne eigenen Kompost. Unterschiede beim Angebot, etwa beim Abholrhythmus, flossen zusammen mit dem Preis in einen Index ein, um die Städte vergleichbar zu machen.

Berücksichtigt wurden die Müllsorten Restmüll mit 60 Litern pro Woche, Biomüll mit 20 Litern pro Woche, Sperrmüll von mindestens 2 Kubikmetern pro Jahr und Altpapier. Weil sich die kommunalen Systeme im Hinblick auf Abfuhrrhythmus und Servicegrad stark unterscheiden, hat das IW die Müllsituation zusätzlich in einem Müllgebührenindex zusammengeführt, um die Vergleichbarkeit der einzelnen Städte zueinander zu verbessern.

Im Schnitt der 100 untersuchten Städte sind die Abfallgebühren in den vergangenen vier Jahren für den Musterhaushalt um mehr als 13 Prozent auf 351 Euro gestiegen. Nur in elf Städten fielen geringere Jahresgebühren an, in den übrigen 89 sind sie gestiegen oder gleich geblieben.

Die Unterschiede machen bis zu 500 Euro aus pro Jahr: In Nürnberg rund 130 Euro, in Leverkusen knapp 630 Euro (siebentägiger Service).

Wo ein Haushalt am wenigsten und wo am meisten zahlt

Flensburg belegt im Müllgebühren-Ranking nach 2019 erneut die Spitzenposition: In keiner anderen Stadt sind die Gebühren so günstig. Für die zweiwöchentliche Abholung im Vollservice beträgt die Jahresgebühr für den Musterhaushalt dort 162,60 Euro. Dabei steht der Vollservice für die Leerung der Tonnen ohne Mitwirkung des Haushalts. Wer seine Tonne am Bürgersteig bereitstellen muss, hat einen Teilservice.

Auf Flensburg folgen Nürnberg (172,50 Euro für den siebentägigen Teilservice) und Frankfurt am Main (223,30 Euro für den siebentägigen Vollservice).

Der Unterschied zu den Schlusslichtern des Vergleichs beträgt mehrere Hundert Euro. Denn in Dortmund etwa fallen für die identische Leistung wie in Flensburg 535,80 Euro an – und damit mehr als dreimal so viel.

Schlusslicht im Ranking ist Bergisch Gladbach. Dort fallen für eine zweiwöchentliche Abholung im Teilservice 477,84 Euro an – also zwar geringere Gebühren als in Dortmund, aber gleichzeitig auch bei einem schlechteren Service. Auch Lünen (456,90 Euro für zweiwöchigen Teilservice) und Leverkusen (443,90 Euro für zweiwöchigen Teilservice) schneiden im Vergleich schlecht ab und belegen im Ranking die beiden vorletzten Plätze.

Müllgebühren-Ranking 2026: Gutachten IW Consult für Haus & Grund (Download)

 

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Schlagworte zum Thema:  Betriebskosten , Wohnimmobilien
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