Lünendonk-Liste 2026

Digitale Reife im Facility Management nimmt zu


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Die deutschen "Top 25"-Facility-Service-Unternehmen wachsen weiter, auch im Zuge der neuen regulatorischen Anforderungen – dabei nimmt die digitale Reife zu. Wer die Lünendonk-Liste 2026 anführt und wie sich das Rollenverständnis ändert.

Die 25 führenden Facility-Service-Unternehmen in Deutschland haben ihren Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um durchschnittlich 6,3 Prozent gesteigert – damit kehrt die Marktentwicklung nach drei wachstumsstarken Jahren wieder auf das schwächere Niveau der Jahre 2011 bis 2019 zurück. Die prognostizierten jährlichen Anstiege liegen ebenfalls nur noch bei moderaten 6,6 und sieben Prozent bis 2030.

Das sind erste Ergebnisse der Lünendonk-Studie "Facility Service in Deutschland", die im Juli 2026 erscheinen wird. Als Gründe für diese Entwicklung werden die angespannte Konjunktur und ein steigender Preisdruck in Vergabeverfahren genannt. Neue Wachstumsimpulse erwarten die Dienstleister aus der verschärften Regulatorik für kritische Infrastrukturen, die den Bedarf an professionellen Facility Services steigern dürfte.

Facility Management: das "Top 10"-Ranking

Apleona festigt in der Lünendonk-Liste 2026 mit einem Umsatz von rund 3,2 Milliarden Euro und einem Wachstum von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr die Marktführerschaft. Platz zwei verteidigt Spie Germany Switzerland Austria mit einem geschätzten Umsatz von knapp 2,9 Milliarden Euro und einem Wachstum von 7,5 Prozent – Lünendonk berücksichtigt hier ausschließlich Facility-Service-relevante Leistungen; zum Wachstum trugen auch die Akquisitionen von PIK und Cyqueo bei.

Wisag Facility Service belegt mit einem Umsatz von 1,8 Milliarden Euro (plus 4,8 Prozent) Position drei und bleibt mit 37.600 Beschäftigten der größte Arbeitgeber der Branche. Auf Rang vier folgt Engie mit rund 1,1 Milliarden Euro (minus 0,4 Prozent). Piepenbrock auf der Fünf steigert den Umsatz um 6,7 Prozent auf eine Milliarde Euro. Die sechstplatzierte Strabag Property and Facility Services nähert sich mit einem Plus von drei Prozent auf 963 Millionen Euro ebenfalls der Milliardenmarke. Dahinter folgt Dussmann auf Platz sieben mit einem Umsatz von 950 Millionen Euro (plus 4,3 Prozent).

Die Compass Group aus Eschborn behauptet mit 881 Millionen Euro (plus 2,1 Prozent) den achten Platz. ISS Facility Service hat den Inlandsumsatz auf 804,3 Millionen Euro gesteigert (plus 4,1 Prozent) und belegt in der Lünendonk-Liste 2026 Rang neun. Komplettiert werden die "Top 10" von Kötter aus Essen mit einem Umsatz 2025 von 770 Millionen Euro (plus 6,6 Prozent).

Die FM-Newcomer auf Verfolgungsjagd

Klüh mit einem Umsatz von 626,1 Millionen Euro (plus 1,7 Prozent gegenüber 2024) und Sodexo mit 536,1 Millionen Euro (minus 0,7 Prozent) halten die Plätze elf und zwölf. Das stärkste Wachstum aller Top-25-Unternehmen verzeichnet CBRE mit 28,3 Prozent und klettert mit 481,7 Millionen Euro von Rang 15 auf 13.

Neu im Ranking erscheint auf Position 14 Leadec mit einem Umsatz von 458 Millionen Euro. Der Stuttgarter Dienstleister erbringt Facility Services im industriellen Umfeld und erfüllt 2026 die Listenkriterien. Caverion fällt nach einem Umsatzrückgang von 3,1 Prozent auf 421,8 Millionen Euro auf Platz 15 zurück. Auch Vinci Energies verliert zwei Positionen und liegt mit 388,3 Millionen Euro (minus 1,2 Prozent) nun auf Rang 16.

Als weiterer Neuzugang platziert sich die Zech Group mit gebäudenahen Serviceumsätzen von 384 Millionen Euro auf Position 17 – das führt zu Verschiebungen im Ranking. So rutscht Sauter FM, trotz Umsatzplus von 17,3 Prozent auf 375,8 Millionen Euro, auf Rang 18. Stölting belegt mit einem Wachstum von 8,3 Prozent (346,6 Millionen Euro) jetzt Position 19, während Götz mit 336,5 Millionen Euro (plus 2,6 Prozent) von Rang 16 auf Position 20 aufrückt. Gleiches gilt für Goldbeck auf Position 21 (Vorjahr: Rang 20) mit einem Umsatzwachstum von 24 Prozent auf 326,6 Millionen Euro.

Ebenfalls neu im Ranking ist B&O Service auf Position 22 (305 Millionen Euro), die bisher als Branchenspezialist separat geführt wurde. Dr. Sasse fällt trotz eines Wachstums von 11,5 Prozent auf 300 Millionen Euro um vier Plätze auf Rang 23 zurück. Auch Geiger FM verliert drei Ränge und belegt mit einem Umsatz von 262,8 Millionen Euro (plus 3,2 Prozent) nun Platz 24. Das Ranking wird von Dorfner komplettiert (plus 5,6 Prozent auf 241,6 Millionen Euro).

Digitalisierung durch eine geringe Investitionsbereitschaft gebremst

Zunehmende regulatorische Rahmenbedingungen prägen den Studienautoren zufolge die Bewirtschaftung von Immobilien in Deutschland. Zuletzt hat der Gesetzgeber das KRITIS-Dachgesetz verabschiedet, das die Anforderungen an den Schutz und die Resilienz kritischer Infrastrukturen erhöht. Die führenden Dienstleister erwarten im Zuge der steigenden Anforderungen eine erhöhte Nachfrage nach professionellen Facility Services.

Die Branche durchläuft laut Jörg Hossenfelder, geschäftsführender Gesellschafter bei Lünendonk,einen strategischen Wandel: "Nachdem die Anbieter sich bereits im Zuge der Nachhaltigkeitsregulatorik erfolgreich als Transformationspartner der deutschen Wirtschaft positioniert haben, nehmen sie nun auch die Rolle des Resilienzpartners ein." Das neue KRITIS-Dachgesetz ist ein wesentlicher Treiber und stärke nicht nur die Nachfrage nach professionellen Dienstleistungen, sondern fördere auch das Selbstbewusstsein im Facility Management.

Der digitale Reifegrad im operativen Service steigt. Die Digitalisierung wird laut Studie derzeit vor allem durch eine geringe Investitionsbereitschaft oder fehlendes Budget gebremst, dicht eingeschränkten Systemzugängen und Berechtigungen sowie unzureichender Datenqualität beziehungsweise geringer Datenverfügbarkeit.

Lündendonk-Liste 2026: Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

  • Das Marktwachstum in Deutschland kehrt nach drei erfolgreichen Jahren auf das Niveau der Jahre 2011 bis 2019 zurück.
  • Die 25 führenden Anbieter erzielen ein Umsatzplus von 6,3 Prozent. Die Belegschaft der Top 25 wächst um 2,2 Prozent.
  • Die Zusammensetzung der "Top 10" ist zum Vorjahr unverändert. Apleona bleibt mit einem Umsatz von 3,2 Milliarden Euro Marktführer.
  • Die führenden Unternehmen stellen sich auf ein breites Fundament und erweitern sowohl das Leistungsportfolio als auch die internationale Präsenz.
  • Die digitale Reife des Markts nimmt zu. Integrierte Systemlandschaften etablieren sich im operativen Service.
  • Neue regulatorische Anforderungen verändern das Rollenverständnis von Facility Services. Dienstleister etablieren sich zunehmend als Umsetzungs- und Transformationspartner.

Zur Lünendonk-Liste 2026 "Führende Facility-Service-Unternehmen in Deutschland" (kostenloser Download)


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Schlagworte zum Thema:  Facility Management
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