Lünendonk-Liste: Deutsche Top 25-Facility-Service-Unternehmen

Facility Services in Deutschland boomen. Es wird weiter munter konsolidiert. Die führenden Unternehmen sind 2019 so stark gewachsen wie seit Jahren nicht mehr – trotz zunehmender Personalsorgen, wie die aktuelle Lünendonk-Studie zeigt. Die Coronakrise trifft die Branche unterschiedlich.

Im Durchschnitt haben die 25 größten deutschen Facility-Service-Unternehmen der Lünendonk‐Liste 2020 ihren Umsatz im vergangenen Jahr um 5,9 Prozent gesteigert – das sind 1,8 Prozentpunkte mehr als 2018. Zwischen 2017 und 2018 lag das durchschnittliche Wachstum bei 4,1 Prozent. Seit 2009 liegt die durchschnittliche Umsatzsteigerung der Top-Player laut Lünendonk & Hossenfelder bei mindestens 3,8 Prozent pro Jahr.

Geprägt ist die Entwicklung der Branche nach wie vor vom strukturellen Personalmangel, aber auch von der zunehmenden Bedeutung von Umweltschutz und Digitalisierung im Immobilienbetrieb.

Lünendonk-Ranking: Apleona wieder von Spie verdrängt

Die Branchenführer Spie Deutschland & Zentraleuropa (Ratingen) und Apleona liefern sich seit einigen Jahren einen Kampf um den ersten Platz in der Lünendonk-Liste, in der die Facility Manager nach dem höchsten Inlandsumsatz in Deutschland abgebildet sind. 2018 hatte Apleona den Konkurrenten abgelöst, 2019 machte Spie wieder das Rennen mit einem Umsatz von rund 1,7 Milliarden Euro (2018: 1,55 Milliarden Euro). Apleona rangiert im aktuellen Ranking auf Platz zwei mit rund 1,6 Milliarden Euro – 95 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Wisag Facility Service bleibt mit knapp 1,2 Milliarden Euro Umsatz wie im Vorjahr auf Platz drei.

Die positive Umsatzentwicklung bei Spie gegenüber dem Vorjahr ist unter anderem vom Zukauf der Osmo-Anlagenbau und der Telba Gruppe beeinflusst. Deutschland ist dabei der wichtigste Markt der Geschäftseinheit "Deutschland & Zentraleuropa". Aber auch das Auslandsgeschäft stieg 2019 um 20 Millionen Euro auf nun rund 1,7 Milliarden Euro. Apleona wiederum hat im Geschäftsjahr 2019 keine Übernahmen öffentlich gemacht. Auch das Wachstum der Wisag sei rein organischer Natur, teilt Lünendonk mit. Der kumulierte Inlandsumsatz aller 25 Unternehmen stieg von 12,8 auf 13,5 Milliarden Euro – davon entfallen zirka 200 Millionen Euro auf Übernahmen.

"Das Wachstum der führenden Unternehmen geht zulasten der zahlreichen kleinen und mittelständischen Unternehmen", kommentiert Thomas Ball, Partner beim Marktforscher Lünendonk & Hossenfelder. Die Insolvenzen der Deutschen R+S sowie der Clemens Kleine seien ein Hinweis darauf, so Ball, dass die Transformation zu Multi-Services und Digitalisierung belastbare Geschäftsmodelle und eine klare Strategie erforderten.

Personalmangel: Gute Konzepte sind wettbewerbsentscheidend

Gute Konzepte für Personal, Digitalisierung und umweltfreundliche Services bringen klare Wettbewerbsvorteile, wie eine zusätzliche Umfrage von Lünendonk deutlich macht. Für die Studie wurden 66 Facility-Service-Unternehmen analysiert. Mehr Teilnehmer als 2018 schätzen solche Konzepte für eine positive Geschäftsentwicklung als zentral ein. Personalgewinnung und -bindung, und das bei steigenden Kosten, sowie digitalisierte Facility Services wurden ebenfalls als wichtig eingestuft. Erstmals genannt als Vergabevorteil: umweltfreundliche Konzepte, wie Energie, Abfall oder E-Mobilität. Qualitätsdienstleistungen sind zunehmend wichtiger als der günstigste Preis.

Auftraggeber, Dienstleister und Berater sehen sich allerdings durch den akuten Personalmangel im Facility Management und Service gefährdet. Als wesentliche Ursachen wurden die Bezahlung, das Image und wenig attraktive Rahmenbedingungen genannt.

"Mit den großen Themenkomplexen Digitalisierung und Nachhaltigkeit sowie dem Personalmangel sind die Herausforderungen unserer Zeit klar definiert", sagt Arnulf Piepenbrock, Chef der gleichnamigen Unternehmensgruppe. In einer personalintensiven Branche wie dem Facility Management müsse der Fokus heute und zukünftig darauf liegen, Mitarbeiter zu gewinnen, weiterzuentwickeln und zu halten. Die Marktforscher von Lünendonk sind überzeugt, dass der Personalmangel mittelfristig noch zunehmen wird. Als deutlich relevanter als noch im Vorjahr wird der Umfrage zufolge das Image der Branche bewertet.

In der Coronakrise zeigen sich die Facility-Service-Unternehmen stabil

Die Auswirkungen der Corona-Schutzmaßnahmen treffen die Branche laut Lünendonk sehr unterschiedlich. Gefragt nach den Auswirkungen der Coronakrise auf die Umsätze, sagten fast die Hälfte der Teilnehmer, dass der geplante Jahresumsatz 2020 um mindestens zehn Prozent einbrechen wird. Nur zwölf Prozent erwarten kaum Folgen für die geschäftliche Entwicklung.

Wegen der Covid-19-Pandemie und ihren wirtschaftlichen Folgen konnten die Teilnehmer der Marktanalyse in diesem Jahr keine belastbaren Prognosen zum aktuellen Geschäftsjahr vorlegen. Ob sich das Wachstum noch steigern lassen wird? "Inwieweit sich dieser Trend so auch in 2020 fortsetzen lässt, ist angesichts der aktuellen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht abschätzbar", meint Fritz-Klaus Lange, Vorstandschef der Gegenbauer Holding SE & Co. KG.

Zuversichtlicher ist Apleona: "Unsere Kunden sehen uns als strategischen Partner, der auch in Krisenzeiten leistungsfähig ist", schlussfolgert COO Robin Petersen.

Lünendonk-Liste 2020: Die Top 25 Facility-Service-Anbieter in Deutschland

Rang

Unternehmen

Umsatz in Deutschland 2019

(Mio. Euro)

Umsatz in Deutschland

2018

(Mio. Euro)

Gesamtumsatz 2019

Gesamtumsatz

2018

Mitarbeiter in Deutschland 2019

Mitarbeiter in Deutschland

2018

1

Spie Deutschland & Zentraleuropa GmbH, Ratingen; inkl. Osmo-Anlagenbau GmbH & Co. KG und Telba Gruppe

1.700,0  1.550,0  1.950,0    1.770,012.20011.400

2

Apleona GmbH, Neu-Isenburg

1.664,9  1.569,9  2.274,0  2.393,0  13.584  13.557

3

Wisag Facility Service Holding GmbH, Frankfurt am Main

1.167,9   1.124,1  1.167,9  1.167,9  32.187   32.491 

4

Strabag Property and Facility Services GmbH, Frankfurt am Main

767,0  1.003,0  884,0  1.155,0  7.900  10.298

5

Gegenbauer Holding SE & Co. KG, Berlin

744,0  704,8  767,7  732,4  17.923   17.378

6

Engie Deutschland GmbH, Köln; inkl. Otto Building Technologies GmbH

742,0  596,0  742,0 596,0  4.200  2.711 

7

Compass Group Deutschland GmbH, Eschborn

673,2  671,6  705,0 702,7  14.160  14.492

8

ISS Facility Services Holding GmbH, Düsseldorf

655,1  424,3  655,1424,3  12.671  10.473

9

Piepenbrock Facility Management GmbH + Co. KG, Osnabrück

617,9  589,2  617,9 589,226.60026.600

10

Sodexo Beteiligungs B.V. & Co. KG, Rüsselsheim570,9  544,7  631,6  616,89.076    8.770

11

Dussmann Service Deutschland GmbH, Berlin; exkl. Kulturkaufhaus und Kursana569,0  603,0  1.026,0  1.037,0     20.600  22.300

12

Kötter Unternehmensgruppe, Essen

565,0  540,0  565,0  540,0  18.800  18.500   

13

Klüh Service Management GmbH, Düsseldorf

548,0  491,4  851,8 805,820.136  19.231

14

CBRE Gruppe, Essen

372,0  362,0  372,0   362,01.885  1.675

15

Vinci Facilities Deutschland GmbH, Mannheim

287,1  278,5  316,8 308,6 1.362  1.377

16

Sauter FM GmbH, Augsburg; inkl. Sauter Gebäudeautomation

256,6  224,0  256,6  224,01.333  1.222

17

Götz-Management-Holding AG, Regensburg

248,0  236,3  304,2294,013.800  13.600

18

Geiger FM Dienstleistungsgruppe Holding GmbH & Co. KG, Dietmannsried; inkl. mehrerer Übernahmen

205,0     

178,0326,0299,07.3887.498

19

Stölting Service Group GmbH, Gelsenkirchen; inkl. Umsatz und Mitarbeiter der CDS-Dienstleistungsgruppe

194,0  180,0  195,0 180,0 7.700  6.800

20

Caverion Deutschland GmbH, München

190,9  175,4  190,9175,4 1.166  1.021  

21

Dr. Sasse AG, München190,0  167,0  250,0220,04.800  4.300

22

Dorfner Gruppe, Nürnberg

181,0  175,6  266,0 258,07.274  7.790  

23

Hectas Facility Services Stiftung & Co. KG, Wuppertal

155,0  151,0  209,0211,06.800  7.100

24

ISD Immobilien Service Deutschland GmbH & Co. KG, Lüdenscheid 130,0  119,0  130,0119,0 5.800  5.700  

25

Rud. Otto Meyer Technik GmbH & Co. KG, Stuttgart 125,1  115,2  125,1 115,2 885  835

Quelle: Lünendonk & Hossenfelder GmbH, Mindelheim 2020. Stand 03.6.2020 (Keine Gewähr für Firmenangaben)

Aufnahmekriterien für die Lünendonk-Liste

Mindestens 50 Prozent des Umsatzes werden mit Facility Services erwirtschaftet, mindestens 66 Prozent des Umsatzes resultieren aus externen Aufträgen, mindestens 66 Prozent des Facility-Service-Umsatzes bestehen aus infrastrukturellem und technischem Gebäudemanagement. Alternativ werden mindestens 66 Prozent des Umsatzes im Wettbewerb erwirtschaftet und der Umsatz mit externen Aufträgen übersteigt 100 Millionen Euro. Bereinigt um Umsätze mit Servicegesellschaften und Organschaften.

Die Rangfolge der Liste basiert auf kontrollierten Selbstauskünften der Unternehmen und Schätzungen der Lünendonk & Hossenfelder GmbH über in Deutschland bilanzierte / erwirtschaftete Umsätze.