Das Geschäftsjahr 2016 war geprägt von Übernahmen und den Herausforderungen der Digitalisierung Bild: everythingpossible - Fotolia

Die 25 führenden deutschen Facility-Service-Anbieter haben ihre Inlandsumsätze verglichen mit 2015 im Schnitt noch einmal um 5,2 Prozent gesteigert. Damit war das Wachstum zwar etwas geringer als im Vorjahr mit plus acht Prozent, die eigene Prognose für 2016 wurde dennoch um 0,8 Prozentpunkte übertroffen. Das sind Ergebnisse der Lünendonk-Studie 2017. Geprägt war das Geschäftsjahr 2016 auch von Übernahmen und den Herausforderungen der Digitalisierung.

"Der Markt für Immobiliendienstleistungen entwickelt sich rasant und setzt etablierte Geschäftsmodelle stark unter Druck", sagt Martin Schenk, Chef von Strabag Property and Facility Services (Strabag PFS). Eine der größten Herausforderungen für Immobiliendienstleister sei deshalb die Investition in Zukunftstechnologien.

Dass die Leistungstiefe der Facility-Service-Anbieter weiter zunimmt, zeigt auch die aktuelle Studie von Lünendonk. Neben der Verzahnung von Services durch die Digitalisierung steigt auch die Nachfrage unter anderem nach Telefonzentralen und IT-Helpdesks.

Der Markt für externe Facility Services in Deutschland ist laut Lünendonk-Studie im Geschäftsjahr 2016 um 4,1 Prozent auf 52,6 Milliarden Euro gestiegen. Die Top 25 haben daran einen Marktanteil von 23 Prozent (Top 10: 16,5 Prozent). Auffallend sind Lünendonk zufolge das zweistellige Wachstum von Apleona, Klüh, Stölting und Wisag sowie die Übernahmen von Spie (SAG) und Gegenbauer (RGM).

Übernahmen sorgen für Umsatzverdoppelung

Apleona (ehemals Bilfinger HSG) führt mit rund 1,43 Milliarden Euro Inlandsumsatz 2016 (plus 11,2 Prozent; 2015: 1,29 Milliarden Euro) die Lünendonk-Liste 2017 an. Der Gesamtumsatz lag bei 2,24 Milliarden Euro. Auf Position zwei liegt Spie mit einem Inlandsumsatz von 1,40 Milliarden Euro (2015: 700 Millionen Euro) und einem Gesamtumsatz von 1,65 Milliarden Euro. Vor allem das Service-Geschäft der akquirierten SAG schlägt hier zu Buche.

Auch Wisag Facility Service wuchs überproportional und schafft es auf Rang drei: Der Inlandsumsatz stieg um 11,5 Prozent auf rund 1,01 Milliarden Euro, ohne Industrie- und Airport Services. „Unsere Kunden stehen in einem intensiven Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter“, sagt Ralf Hempel, Vorsitzender der Geschäftsführung, Wisag Facility Service Holding. "Wir helfen unseren Kunden dabei, mit hochwertigen Facility Services optimale Rahmenbedingungen für die Arbeitswelt von morgen zu schaffen." Im Facility Management zeichnet sich ein erheblicher Mangel an Arbeitskräften ab, wie eine Studie von IFMA und RICS zeigt.

Das viertplatzierte Unternehmen Strabag Property and Facility Services meldet einen Inlandsumsatz von 993 Millionen Euro (minus 2,5 Prozent) und Dussmann Service kommt auf Position fünf mit einem Inlandsumsatz von 890 Millionen Euro (plus 2,3 Prozent). Die Compass Group folgt mit 666 Millionen Euro auf Rang sechs (plus 0,7 Prozent).

Gegenbauer springt auf Platz 7 in der Lünendonk-Liste

Die Gegenbauer Holding kommt auf den siebten Platz mit einem Inlandsumsatz von 655,5 Millionen Euro (2015: 447,6 Millionen Euro). „Durch den Zusammenschluss mit der RGM gehört die Unternehmensgruppe Gegenbauer nun auch im technischen und integrierten Facility Management zu den führenden Technikspezialisten der Branche“, sagt Fritz-Klaus Lange, Vorstandsvorsitzender der Gegenbauer Holding SE & Co. KG, Geschäftsführender Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsführung der RGM Holding GmbH.

Die Engie Deutschland Gruppe aus Köln rangiert auf Rang acht mit 557 Millionen Euro (Vorjahr: 536,4) vor der Kötter Unternehmensgruppe (2016: 545 Millionen Euro; 2015: 502 Millionen Euro) und Sodexo Beteiligungs B.V. & Co. KG (2016: 538,4 Millionen Euro; 2015: 505 Millionen Euro).

Top 25 generieren mehr als zwölf Milliarden Euro Umsatz

Klüh verbessert sich um einen Rang auf Position elf (477,2 Millionen Euro; plus 13,6 Prozent). Piepenbrock folgt mit einem Inlandsumsatz von 458,1 Millionen Euro Umsatz. Nicht berücksichtigt sind hierbei Umsätze mit Industrieleistungen. ISS – in vielen europäischen Ländern Marktführer – rangiert mit 333 Millionen Euro Umsatz auf Position 13.

Von der positiven Entwicklung profitierte auch CBRE. Mit einem Umsatz von 279 Millionen Euro klettert der Service-Anbieter in Deutschland durch einen konsolidierten Marktauftritt auf Rang 14. Vinci Facilities liegt mit 274 Millionen Euro auf Platz 15, Götz mit 215,2 Millionen Euro auf Rang 16.

Die Unternehmen zwischen Platz 17 und 25 generierten in 2016 jeweils zwischen 100 und 200 Millionen Euro Umsatz in Deutschland. Angeführt wird dieses Feld von Sauter Facility Management mit 199 Millionen Euro. Auf den Rängen 18 und 19 folgen Caverion mit 186 Millionen Euro sowie Dorfner mit 174 Millionen Euro.

Stölting setzte das überdurchschnittliche Wachstum aus dem Vorjahr fort und belegt mit 172 Millionen Euro Platz 20 (plus 52,2 Prozent). Im Vorjahr nahm der Facility-Service-Anbieter Rang 25 ein. Auf Position 21 rangiert Lattemann & Geiger mit 157,1 Millionen Euro, gefolgt von der b.i.g.-Gruppe (140,8 Millionen Euro).

Dr. Sasse und Hectas nehmen die Positionen 23 und 24 ein. Beide Unternehmen kennzeichnen im Vergleich zum direkten Wettbewerb signifikante Auslandsumsätze. In diesem Feld punkten auch Klüh und Sauter FM. Der Inlandsumsatz von Dr. Sasse lag im Jahr 2016 bei 125,2 Millionen Euro, der von Hectas bei 118 Millionen Euro. Clemens Kleine schließt die Lünendonk-Liste mit geschätzten 116 Millionen Euro ab.

Schlagworte zum Thema:  Facility Management, Digitalisierung, Übernahme, Dienstleister, Immobiliendienstleister

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