Eigenbedarf: Begünstigter muss bei Kündigung feststehen
Hintergrund
Der Vermieter einer Wohnung verlangt vom Mieter nach einer Kündigung des Mietverhältnisses die Räumung.
Im Juli 2012 kündigte der Vermieter das Mietverhältnis ordentlich unter Berufung auf Eigenbedarf. Er gab in der Kündigung an, sein Lebensgefährte, der seinerzeit in seinem Haushalt lebte, solle in die Wohnung einziehen.
Das Amtsgericht hat den Lebensgefährten des Vermieters zu dem behaupteten Eigenbedarf als Zeugen vernommen. Dieser gab an, bei Ausspruch der Kündigung habe noch nicht festgestanden, ob er oder der Vermieter selbst in die Wohnung einziehen sollte.
Entscheidung
Die Räumungsklage hat keinen Erfolg. Die Eigenbedarfskündigung war unwirksam.
Es mag zwar sein, dass zum Kündigungszeitpunkt bereits feststand, dass entweder der Vermieter selbst oder sein Lebensgefährte einziehen sollten. Das genügt für eine wirksame Kündigung aber nicht. Im Kündigungsschreiben heißt es, die Wohnung werde für den Lebensgefährten des Vermieters benötigt. Daran muss sich der Vermieter festhalten lassen.
Würde man das anders sehen, wäre es einem Mieter nie möglich, sich sinnvoll gegen eine Eigenbedarfskündigung gerichtlich zur Wehr zu setzen. Er müsste immer befürchten, dass der Vermieter weitere Verwendungsarten und insbesondere weitere begünstigte Verwandte oder Haushaltsangehörige nachschiebt, sobald sich herausstellt, dass die von ihm ursprünglich angegebene Verwendungsart nicht vorliegt oder vom Gericht als nicht ausreichend betrachtet wird.
(AG Köln, Urteil v. 9.8.2015, 212 C 86/13)
Lesen Sie auch:
Eigenbedarf: BGH stärkt Vermieter
BGH: Vorhersehbarkeit von Eigenbedarf schließt Kündigung nicht aus
BGH: Vorgetäuschter Eigenbedarf kann für Vermieter teuer werden
-
Befristeter Mietvertrag: Darauf sollten Vermieter achten
973
-
Videoüberwachung im Mehrfamilienhaus: was ist erlaubt?
943
-
Untervermietung: Was der Vermieter dulden muss und was nicht
860
-
Balkonkraftwerke: Das gilt für WEG & Vermieter
681
-
Rückforderung von Betriebskostenvorauszahlungen hat Grenzen
545
-
Betriebskostenvorauszahlung: Das gilt bei Anpassungen
479
-
BGH kassiert "Drei-Angebote-Regel"
477
-
Schönheitsreparaturen: Zulässige Klauseln im Mietvertrag
457
-
E-Mobilität im Mehrparteienhaus: Förderung startet
430
-
Jahresabrechnung nach Verwalterwechsel
4291
-
BGH kassiert "Drei-Angebote-Regel"
27.03.2026
-
E-Mobilität im Mehrparteienhaus: Förderung startet
26.03.2026
-
Faktischer Verwalter muss wie bestellter Verwalter agieren
25.03.2026
-
Heizungsraum kann Sondereigentum sein
18.03.2026
-
VDIV-Jahresumfrage 2026 zur Verwalterbranche
18.03.2026
-
Eigentümer-Stimmrecht kann objektbezogen begrenzt werden
16.03.2026
-
Zweckbindung von Garagen: Das gilt rechtlich
13.03.2026
-
Urteile zur Eigenbedarfskündigung
10.03.2026
-
Verwalten ohne Eigentümerversammlung
09.03.2026
-
Funktion des Verwaltungsbeirats
06.03.2026