Aareal Bank und Advent International schließen Aareon-Deal ab

Die Aareal Bank hat den im August vereinbarten Verkauf der Minderheitsbeteiligung an ihrer IT-Tochter Aareon an den Finanzinvestor Advent International abgeschlossen. Der Kaufpreis für den 30-Prozent-Anteil liegt nach Angaben der Unternehmen bei rund 260 Millionen Euro.

Der Private Equity Investor Advent International hat den 30-prozentigen Aareon-Anteil nach Angaben der Aareal Bank für rund 260 Millionen Euro in bar erworben. Abgeschlossen wurde der Kaufvertrag am 14. August. Nachdem der Aareon-Aufsichtsrat zugestimmt hat, wurde der Deal am 30. Oktober vollzogen.

Der für die IT-Tochter erzielte Kaufpreis basiert auf einem Unternehmenswert (Enterprise Value) der Aareon von rund 960 Millionen Euro und einem entsprechenden Eigenkapitalwert (Equity Value) von zirka 860 Millionen Euro. Der Immobilienfinanzierer Aareal Bank erzielt aus der Transaktion nach Berücksichtigung des Minderheitenanteils, der Transaktionskosten und Steuern einen Veräußerungsgewinn von etwa 180 Millionen Euro.

Zudem haben die Vertragsparteien eine langfristig angelegte Partnerschaft vereinbart. Für die Zukunft von Aareon planen Aareal und Advent unter anderem Unternehmensbeteiligungen im kleinen und mittelgroßen Bereich. Neben einer angedachten Fremdkapital-Aufnahme sei auch vereinbart worden, dass die Partner falls nötig Eigenkapital einbringen.

Aareal Bank will Wachstum der IT-Sparte Aareon forcieren

Die Aareal Bank hatte im Mai 2020 angekündigt, dass sie einen strategischen Partner suche, der eine "signifikante Minderheitsbeteiligung" kaufe. Man wolle das Geld eventuell für Zukäufe einsetzen und gewinne zudem "zusätzliche Flexibilität im Kapitalmanagement", begründete der Konzern den Schritt. Die mit dem Anteilsverkauf vereinbarte Partnerschaft mit Advent ist Teil der Unternehmensstrategie der Aareal Bank Gruppe.

Unter dem Leitmotiv "Aareal Next Level Activate. Elevate. Accelerate." sollen zusätzliche Wachstumspotenziale in allen Bereichen des Unternehmens erschlossen werden, dazu gehört auch, Aareon als Beratungs- und Systemhaus für die Immobilienwirtschaft weiter zu stärken. Aareon solle nicht nur das Wachstumstempo deutlich erhöhen, sondern auch "als eigenständig am Markt positioniertes Software-Unternehmen eine starke, von der Mutter unabhängige Wert-Perspektive entwickeln", sagte Hermann J. Merkens, Vorstandsvorsitzender der Aareal Bank, Anfang des Jahres.

Aareon soll "Rule of 40"-Unternehmen werden

Bis 2025 soll Aareon ein sogenanntes "Rule of 40"-Unternehmen werden. Das heißt, dass das Umsatzwachstum und die Marge für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda-Marge) addiert mindestens 40 Prozent ergeben. Das geht über das bisherige Ziel der Aareon, ihr Ebitda mindestens zu verdoppeln, deutlich hinaus.

Wie das erreicht werden soll, wollen die Unternehmen in den kommenden Monaten zügig gemeinsam erarbeiten und im Laufe des ersten Quartals 2021 vorstellen. Im Rahmen der vereinbarten langfristigen Partnerschaft soll Advent künftig außerdem mit Jeffrey Paduch, Managing Partner Advent International, im Aufsichtsrat der Aareon vertreten sein.


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Schlagworte zum Thema:  Immobilienfinanzierung, Unternehmen