Mehrfamilienhäuser: Diese Käufer sind auf der Suche
Mit einem Transaktionsvolumen von sechs Milliarden Euro in den ersten neun Monaten 2025 wurde das Vorjahresniveau am Investmentmarkt mit Mehrfamilienhäusern (mindestens 50 Wohneinheiten) um 25 Prozent übertroffen.
Das Volumen von Forward Deals hat sich gegenüber 2024 nahezu verdoppelt und macht nun 35 Prozent des Gesamtvolumens aus. Kommunale Wohnungsgesellschaften stabilisieren das Bauträgergeschäft. Das Interesse ausländischer Investoren ist signifikant gestiegen und liegt nun bei einem Anteil von 34 Prozent der Transaktionen – die Vermarktungsdauer für Mietwohnungen ist deutlich gesunken. Für das Gesamtjahr wird ein Transaktionsvolumen von etwa acht Milliarden Euro erwartet.
Das sind Ergebnisse aus dem neuen "Time-on-Market"-Index (ToM) des Immobiliendienstleisters CBRE, der den deutschen Wohnungsmarkt untersucht.
Mehrfamilienhäuser: Angebot am Wohnungsmarkt
Der Wohnungsmarkt Deutschland ist laut CBRE weiterhin von einer strukturellen Knappheit geprägt. Trotz einer hohen Nachfrage sind Projektentwickler weiterhin zurückhaltend. Die Zahl der Baugenehmigungen, insbesondere für neue Mehrfamilienhäuser, verharrt auf einem historisch niedrigen Niveau, auch wenn die Zahlen zuletzt wieder leicht gestiegen sind.
Nach Erfahrung von CBRE wird sich die Angebotssituation nur inkrementell verbessern, bis die politischen Maßnahmen zur Beschleunigung des Wohnungsbaus eine spürbare Wirkung entfalten. Trotz anhaltend hoher Baukosten zeichne sich jedoch bei den privaten Investitionen eine leichte Erholung ab, getrieben durch eine Normalisierung der Finanzierungssituation. Die Kreditaufnahme für neue Wohnprojekte sei aber nur leicht gestiegen.
Inwiefern die historisch niedrige Phase des Baugeschehens überwunden ist, bleibt den Experten zufolge abzuwarten. Das Interesse von Kapitalgebern an Projektentwicklungen bleibe aber hoch: Das zeige das gestiegene Volumen bei den Forward Deals und die Forward-Fundings von kommunalen Wohnungsunternehmen, die eine Realisierung dringend benötigter Projekte unterstützten. Zudem verzeichneten Immobiliengesellschaften und REITs im bisherigen Jahresverlauf erstmals seit 2020 wieder eine positive Nettobilanz.
Vermarktungsdauer von Mietwohnungen reduziert sich
Mietobjekte bleiben derzeit im Schnitt 30 Tage am Markt, das sind fünf Tage weniger als vor einem Jahr. Der Kaufmarkt zieht gegenüber dem Vorjahr noch deutlicher an: 65 Tage bleibt eine Eigentumswohnung im Mittel am Markt, 27 Tage weniger als noch vor einem Jahr.
"Das ist Ausdruck einer mittlerweile chronischen Angebotsknappheit, kombiniert mit einem massiven Nachfrageüberhang, der so groß ist, dass eine Wohnung nur so lange am Markt verbleibt, wie der unvermeidbare administrative Prozess dauert", erklärt Jirka Stachen, Senior Director und Head of Research Consulting Continental Europe bei CBRE. Eine Analyse auf Kreisebene für Wohnungen mit 60 Quadratmetern bis 79 Quadratmetern zeigt, dass fast alle Großstädte eine schnellere Vermarktung von Mietwohnungen als noch vor einem Jahr verzeichnen. Die geringste Vermarktungsdauer finden sich in Münster und Bonn (24 Tage) und die höchste in Dortmund (38 Tage) sowie Wuppertal (37 Tage).
Die Vermarktungsdauer von Eigentumswohnungen befindet sich aktuell auf Vor-Pandemie-Niveau und deutet auf eine Normalisierung des Wohneigentumsmarktes hin. "Die Beschleunigung der Vermarktung in diesem Segment dürfte maßgeblich auf eine Stabilisierung des Finanzierungsmarktes für Privatinvestoren zurückzuführen sein. Während die geringere Vermarktungsdauer für potenzielle Käufer zunächst einmal eine Verengung des Marktes bedeutet, ist es ein wichtiges positives Signal für den dringend benötigten Neubau", sagt Michael Schlatterer, Managing Director Residential Valuation Deutschland bei CBRE.
CBRE Time-on-Market-Index (ToM) mit interaktiven Karten
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15.12.2025
Bernd Michalski
Tue Nov 18 17:22:47 CET 2025 Tue Nov 18 17:22:47 CET 2025
Die Frage: Wer zerstört die Wohnimmobilienwirtschaft kann nicht allein an die Politik gerichtet sein.
Eine Wohnung ist ein Produkt wie jedes andere hergestellte Erzeugnis aber mit der wichtigen Eigenschaft, ein Produkt für die Daseinsvorsorge zu sein.
Es kann keine zukunftsfähige Lösung sein, wenn beim Wohnungsneubau mit Subventionen, auch geförderter Wohnungsbau genannt, die sogenannte Sozialbindung nach 15 Jahren wegfällt und diese Wohnungen dann zu „Marktmieten“ angeboten werden können.
Vermutlich müssen dann sehr viele Mieter aus finanziellen Gründen ihre Wohnung, sowie ihre damit verbundenen und seit langem bestehenden sozialen Beziehungen, aufgeben.
Es kann auch keine zukunftsfähige Lösung, wenn der Steuerzahler wegen der geringen operativen Leistungsfähigkeit und Produktivität (McKinsey)
https://www.mckinsey.de/news/presse/infrastruktur-und-wohnen-deutsche-ausbauziele-in-gefahr
dem geringer Wertschöpfungsgrad von ca.30% (Roland Berger)
file:///C:/Users/Win10%20Pro%20x64/Documents/B.M/Eigene%20Bilder/dokumente/roland_berger_digitalisierung_bauwirtschaft_final.pdf
und der exorbitanten Fehlerquote (BauInfoConsult),
https://bauinfoconsult.de/presse-fehlerkosten-am-bau-in-2021-mit-rund-165-milliarden-immer-noch-zu-hoch/
der Bauwirtschaft einen Ausgleich durch Subventionen tragen muss.
Es ist keine Frage der Förderprogramme, sondern die Frage ist:
Was nützt das Geld, wenn man dafür nur überteuerte Leistungen bekommt.