11.11.2013 | Top-Thema Die Auswirkungen des DRS 20 auf den Lagebericht

Regeln für den Risiko- und Chancenbericht

Kapitel
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Zur Berichterstattung über die wesentlichen Einzelrisiken nach DRS 20 zeigt sich zunächst als auffälligste Neuerung die Forderung aus DRS 20.151, wo nach die von den Risiken bedrohten Geschäftssegmente anzugeben sind, sofern dies aus der Offenlegung nicht bereits offensichtlich hervorgeht.

Auch hier erübrigt sich eine derartige Berichtspflicht für jene nach HGB bilanzierenden Unternehmen, sofern im jeweiligen Einzelfall auf eine freiwillige Segmentberichterstattung verzichtet wird. Zudem ist anders als nach DRS 5 die Verpflichtung zur Quantifizierung der berichteten Risiken im Lagebericht an die interne Risikosteuerung nach DRS 20.152 geknüpft. Werden demnach im Rahmen der internen Risikosteuerung die identifizierten Risiken auch quantifiziert an das Management berichtet, sind diese i. S. d. Management Approach zwingend extern so zu kommunizieren. Vornehmlich dürfte sich die Pflicht zur Quantifizierung auf finanzwirtschaftliche Risiken, z. B. Markpreis, Kredit- und Bonitätsrisiken und rechtliche Risiken wie etwa Bußgelder erstrecken.

Rangfolge bei der Darstellung der Risiken

Des Weiteren besteht nach DRS 20.162 das Wahlrecht, die Risiken in eine Rangfolge zu ordnen oder zu gleichartigen Kategorien zusammenzufassen. Mit der Bildung einer Rangfolge anstelle gleichartiger Risikokategorien, etwa als A-, B- und C-Risiken, wird im Rahmen der Risikoberichterstattung unmittelbar die relative Bedeutung der Risiken betont, was für den Rechnungslegungsadressaten den Vorzug bietet, dass auf einen Blick es ersichtlich ist, welche Bedeutung die einzelnen Risiken für das Unternehmen haben und insofern für den Adressaten besonders lesenswert sind. Eine Abrundung der Risikoberichterstattung stellt die Forderung aus DRS 20.160 dar, wonach die berichteten Einzelrisiken zu einem Gesamtbild der Risikolage zusammenzuführen sind, was aus Adressatensicht äußerst begrüßenswert ist, denn übersichtliche Verdichtungen der risikorelevanten Informationen weisen eine hohe Entscheidungsnützlichkeit für die Abschlussadressaten auf. Dabei kann das Unternehmen neben der der Berücksichtigung von Diversifikationseffekten (DRS 20.160) auch auf die seine Risikotragfähigkeit eingehen (DRS 20.161).

Saldierung von Chancen und Risiken unzulässig

Die Chancenberichterstattung regelt DRS 20 analog zur Risikoberichterstattung, indem nach DRS 20.165 die Mindestanforderungen zur Risikoberichterstattung aus DRS 20.135-164 sinngemäß zur Berichterstattung über die wesentlichen Chancen anzuwenden sind. Entsprechend des Gesetzeswortlautes aus § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB (bzw. § 289 Abs. 1 Satz 4 HGB) betont das DRSC, dass über Chancen und Risiken ausgewogen zu berichten und eine Saldierung von Chancen und Risiken unzulässig ist (DRS 20.166-167), was im Ganzen den Grundsätzen der Vollständigkeit und Richtigkeit Rechnung trägt.

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Schlagworte zum Thema:  Lagebericht, DRSC, Kapitalgesellschaft, Einzelabschluss

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