11.11.2013 | Top-Thema Die Auswirkungen des DRS 20 auf den Lagebericht

Die zentralen Inhalte des Lageberichts (I)

Kapitel
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Für die Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs und der wirtschaftlichen Lage sowie der voraussichtlichen Entwicklung mit ihren Chancen und Risiken sind diesen Ausführungen als Ausgangspunkt Angaben zu den Grundlagen des Konzerns bzw. Unternehmen voranzustellen. Diese umfassen nach DRS 20 für alle Normenadressaten Angaben zum Geschäftsmodell (DRS 20.36-38) und zu den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (DRS 20.48-52).

Darüber hinaus enthält DRS 20 freiwillig anwendbare Mindestanforderungen für eine Strategieberichterstattung (DRS 20.39-44). In DRS 15 wurde dieser Berichtsteil bisher ohne die Strategieberichterstattung zusammen mit den Ausführungen zum Geschäftsverlauf und den gesamtwirtschaftlichen und Branchenbezogenen Rahmenbedingungen unter der Überschrift „Geschäft und Rahmenbedingungen“ verankert.

Wirtschaftsbericht
Unter dem Abschnitt Wirtschaftsbericht konkretisiert das DRSC in DRS 20.53-113 die nach § 315 Abs. 1 Satz 1-4 HGB (analog § 289 Abs. 1 Satz 1-3 und Abs. 3 HGB) gesetzlich geforderte Berichterstattung zum Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und der Lage des Unternehmens (DRS 20.B24). Soweit es für das Verständnis der Analyse des Geschäftsverlaufs und der Lage erforderlich ist, sind im Wirtschaftsbericht die gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmbedingungen darzustellen und zu erläutern. Im Gegensatz zu DRS 15 liegt die Berichterstattung zu den gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen einer expliziten Einschränkung, um zum einen eine unternehmensbezogene Darstellung dieser Umweltbedingungen gewährleisten, und zum anderen beabsichtigt das DRSC mit dieser Einschränkung eine unverhältnismäßige Berichterstattung von allgemein verfügbaren Informationen zur Gesamtwirtschaft und zur Branche zu vermeiden (DRS 20.B24); womit das DRSC dem Grundsatz der Klarheit entsprechend Rechnung trägt. Analog zu DRS 15.43 sind bei der Darstellung des Geschäftsverlaufs nach DRS 20.62-63 im Wirtschaftsbericht jene Entwicklungen und Ereignisse, die für den Geschäftsverlauf ursächlich waren, im Lagebericht vorzutragen und deren Bedeutung für das Unternehmen zu beurteilen. Denkbare Ereignisse sind z. B. Verlust von Marktanteilen, Unternehmenstransaktionen oder der Eintritt signifikanter Preiserhöhungen von Rohstoffen.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Die Berichterstattung zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nach DRS 20 verzeichnet gegenüber DRS 15 materielle wenige Änderungen. Anders als in DRS 15 verlangt DRS 20 im Rahmen der Darstellung, Analyse und Beurteilung der Lage in DRS 20.77 segmentbezogene Informationen zur Ertragslage und bei den Ausführungen zur Finanzlage nach DRS 20.91 segmentbezogene Ausführungen zu den Investitionen. Diese Berichtspflicht ist jedoch an zwei Bedingungen geknüpft. Zum einen muss der Konzernabschluss eine Segmentberichterstattung umfassen, zum anderen müssen derartige Informationen auch Gegenstand der Segmentberichterstattung des Abschlusses sein. Das HGB sieht jedoch weder für den Konzernabschluss (§ 297 Abs. 1 Satz 4 HGB), noch für den Einzelabschluss (§ 264 Abs. 1 Satz 2 HGB), die Pflicht zur Aufstellung einer Segmentberichterstattung vor. Für jene nach HGB bilanzierenden Unternehmend dürfte sich die Beachtung dieser Berichtsaufforderung durch den Verzicht auf eine freiwillige Segmentberichterstattung erübrigen.

Finanzlage: Darstellung der Kapitalstruktur, der Investitionen und der Liquidität

Die Finanzlage ist nach DRS 20.78 explizit anhand der Kapitalstruktur, der Investitionen und der Liquidität des Unternehmens darzustellen, zu analysieren und zu beurteilen. Wie nach DRS 15 ist auch nach DRS 20 die Analyse der Liquidität durch eine Kapitalflussrechnung vorzunehmen, außer eine derartige Analyse ist aufgrund des Geschäftsmodells des Unternehmens (z. B. bei Banken und Versicherungen) nicht sachgerecht. In diesem Falle ist eine anderweitige Analyse einzusetzen (DRS 20.93-94). Anders als DRS 15 sind nach DRS 20.86 außerbilanziellen Verpflichtungen nur noch in ihren Veränderungen gegenüber dem Vorjahr darzustellen, während diese nach DRS 15.67-68 der Pflicht zur Angabe und Erläuterung unterlagen. Auch im Rahmen der Ausführungen zur Vermögenslage entfallen derartige Pflichtangaben. Ferner verlangt DRS 20 anders als DRS 15 eine Angabe der zugesagten, aber nicht ausgenutzten Kreditlinien (DRS 20.97).

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Schlagworte zum Thema:  Lagebericht, Einzelabschluss, Kapitalgesellschaft, DRSC

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