11.11.2013 | Top-Thema Die Auswirkungen des DRS 20 auf den Lagebericht

Die zentralen Inhalte des Lageberichts (II)

Kapitel
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die wohl bedeutendste Änderung des DRS 20 gegenüber den Mindestanforderungen aus DRS 15 bei der Berichterstattung zum Geschäftsverlauf und zur Lage stellt die Aufnahme von Ausführungen zu den finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren im Wirtschaftsbericht dar (DRS 20.101-113).

Geknüpft ist diese Anforderung am Management Approach, wonach jene Leistungsindikatoren in die Analyse von Geschäftsverlauf und Lage aufnehmen sind, welche im Rahmen der internen Steuerung vom Management herangezogen werden. Strenger als DRS 15 verlangt DRS 20.108 künftig auch quantitative Angaben zu den nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, sofern diese auch intern quantifiziert werden. Bisher waren in DRS 15 die Mindestanforderungen zu den nichtfinanziellen Leistungsindikatoren noch unter dem Grundsatz Konzentration auf nachhaltige Wertschaffung enthalten. Mit der Verlagerung der Mindestanforderungen zu den nichtfinanziellen Leistungsindikatoren in den Wirtschaftsbericht reflektiert das DRSC den Gesetzesaufbau aus § 315 Abs. 1 Satz 3-4 HGB und zugleich wird hierdurch der Wertigkeit der nichtfinanziellen Berichterstattung Rechnung getragen (DRS 20.B26).

Nur große Kapitalgesellschaften betroffen

Nach § 289 Abs. 3 HGB sind jedoch nur große Kapitalgesellschaften i. S. d. § 267 Abs. 3 HGB dazu verpflichtet, im Lagebericht nichtfinanzielle Leistungsindikatoren aufzunehmen, sofern derartige Informationen für das Verständnis von Geschäftsverlauf oder Lage von Bedeutung sind. Daher dürften sich die Regelungen von DRS 20.105-109 primär an die Gesellschaften im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB und die Normenadressaten des § 315 HGB richten. Neu ist des Weiteren gegenüber DRS 15 die Möglichkeit aus DRS 20.110, wonach finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren im Rahmen einer Nachhaltigkeitsberichterstattung berichtet werden können. Sofern Unternehmen die finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren intern unter den Aspekt der Nachhaltigkeit verwenden, ist dieser Zusammenhang nach DRS 20.111 im Lagebericht hervorzuheben. Zudem ist nach DRS 20.111 anzugeben, ob sich die Nachhaltigkeitsberichterstattung des jeweiligen Unternehmens an einem allgemein anerkannten Rahmenkonzept orientiert. Der Bezug zur Nachhaltigkeit kann nach DRS 20.112 z. B. dadurch hergeleitet werden, dass das Unternehmen zu seinen einzelnen Kennzahlen den Zusammenhang zu ökonomischen, ökologischen oder sozialen Aspekten darstellt. Allerdings ist im Kontext der Nachhaltigkeitsberichterstattung hervorzuheben, dass die Mindestanforderung aus DRS 20.111 über die gesetzliche Pflicht aus § 315 HGB bzw. § 289 HGB hinausgehen und somit eine als eine Überschreitung der vom Gesetzgeber übertragenen Kompetenz von Seiten des DRSC darstellt.

Analyse der Geschäftsentwicklung

Analog zu DRS 15 sind auch nach DRS 20 die wesentlichen Veränderungen des Geschäftsverlaufs und der Lage gegenüber dem Vorjahr dazustellen und zu analysieren. Zudem verlang DRS 20 über die bisherigen Anforderungen aus DRS 15 hinaus i. S. eines Soll-Ist-Vergleichs eine Gegenüberstellung der aus der vorangegangen Berichtsperiode berichteten Prognosen mit der tatsächlichen Geschäftsentwicklung (DRS 20.57). Sofern das Unternehmen im Konzernlagebericht freiwillig über seine Ziele und Strategien berichtet, sollen in den Ausführungen des Wirtschaftsberichts nach DRS 20.56 auch Aussagen zum Stand der Erreichung der strategischen Unternehmensziele enthalten sein. Abzurunden ist der Wirtschaftsbericht analog zu DRS 15 nach DRS 20.58 mit einer verdichteten Gesamtaussage des Managements zum Geschäftsverlauf und zur Lage, in der auch Erkenntnisse nach dem Schluss des Berichtszeitraumes zu berücksichtigen sind.

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Schlagworte zum Thema:  Lagebericht, DRSC, Kapitalgesellschaft, Einzelabschluss

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