Arbeitsunfälle 2025 auf neuem Tiefstand – jedoch mehr Wegeunfälle
Das Unfallrisiko bei der Arbeit ist 2025 weiter zurückgegangen. Das geht aus den Unfallzahlen hervor, die die DGUV am 22. September 2026 veröffentlicht hat. Laut den Geschäfts- und Rechnungsergebnissen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen ereigneten sich je 1.000 Vollzeitäquivalente demnach 19,9 meldepflichtige Unfälle bei der Arbeit, das entspricht einem Rückgang um 3,2 Prozent im Vergleich zu 2024. Bei den meldepflichtigen Wegeunfällen, d. h. auf den Wegen zur und von der Arbeit, gab es dagegen einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.
Zahlen und Trends
Die wichtigsten Daten und Entwicklungen der DGUV auf einen Blick:
- Deutlicher Rückgang bei Arbeitsunfällen: Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle sank auf 689.922, ein Minus von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
- Tödliche Arbeitsunfälle auf Tiefstand: Am Arbeitsplatz verloren 299 Menschen ihr Leben.
- Unfallursachen: Der Kontrollverlust über Werkzeuge oder Gegenstände (171.638 Fälle) war der häufigste Grund für Verletzungen, gefolgt von Stolper-, Rutsch- und Sturzunfällen. Tödliche Unfälle passierten meist durch den Kontrollverlust über Fahrzeuge.
- Mehr Wegeunfälle: Während es in den Betrieben sicherer wurde, stieg die Zahl der Unfälle auf dem Weg zur Arbeit oder zurück nach Hause leicht an. Es wurden 170.306 meldepflichtige Wegeunfälle registriert, das sind 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf den Arbeitswegen verunglückten 231 Menschen tödlich.
- Verdachtsfälle bei Berufskrankheiten stabil: Die Träger erhielten 91.250 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit, das waren 0,6 Prozent mehr als 2024. Haupttreiber waren vermehrt Anzeigen zu Hautkrebs und Muskel-Skelett-Erkrankungen.
- Anerkennungen bei Berufskrankheiten rückläufig: Es wurden 24.340 Fälle anerkannt, das sind 9,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Grund dafür ist das Abflauen der COVID-19-Meldewelle aus der Pandemiezeit. Am häufigsten anerkannt wurde lärmbedingte Schwerhörigkeit (9.819 Fälle), gefolgt von Hautkrebs durch natürliche UV-Strahlung (3.899 Fälle) und Infektionskrankheiten (2.656 Fälle, meist COVID-19).
Ähnlicher Trend bei BG RCI
Der von der DVUG berichtete Trend bei den Unfallzahlen am Arbeitsplatz wird durch weitere Jahresbilanzen der Berufsgenossenschaften auch für einzelne Branchen bzw. Berufssegmente bestätigt. So hat Anfang August 2026 die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) ihren Jahresbericht 2025 veröffentlicht, demzufolge im Jahr 2025 insgesamt 20.409 meldepflichtige Arbeitsunfälle registriert wurden, ein Rückgang von acht Prozent auf 2024 (damals 22.196 Unfälle). Auch die Unfallquote verringerte sich von 16,96 auf 15,97 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 Vollzeitäquivalente. Damit wurde der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre erreicht. Anders als bei den Gesamtzahlen der DGUV ist hier aber auch die Zahl der Wegeunfälle zurückgegangen. Sie ging von 5.001 im Jahr 2024 auf 4.867 Fälle im Jahr 2025 zurück. Die Branchen mit den meisten Unfällen und den höchsten Unfallquoten war Baustoffe/Steine/Erden mit 4.390 meldepflichtigen Arbeitsunfällen (absolute Unfallquote: 37,01) und Papierherstellung und Ausrüstung mit 1.091 Arbeitsunfällen (absolute Unfallquote: 26,09).
Lohn für Präventionsarbeit
Für die Berufsgenossenschaft sind die guten Zahlen auch ein Ausdruck ihrer intensiven Präventionsarbeit. Im Jahr 2025 investierte die BG RCI rund 135 Millionen Euro in die Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren. Davon entfielen 17 Millionen Euro auf die Qualifizierung. Insgesamt nahmen 27.746 Personen an den zielgruppenorientierten und fachspezifischen Bildungsangeboten der Berufsgenossenschaft teil.
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