Veranstaltungsbericht

BAUM-Tagung 2026: Zuversicht als Arbeitsauftrag

Zwischen Achterbahnen und Nachhaltigkeitsdebatten: Der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (BAUM) lud zur Tagung in den Europapark Rust ein. Die Teilnehmenden reisten nicht als passive Zuhörer ab, sondern als aktive Mitgestalter. 

BAUM-Preisträger 2026

Ein ungewöhnlicher Ort mit Botschaft 

Am 9. und 10.9.2026 traf sich die Nachhaltigkeitscommunity im Europapark Rust zur diesjährigen BAUM-Tagung. Bewusst trägt das Format nur noch den Namen „Tagung“ – nicht mehr „Jahrestagung“. Der Verband möchte auch Fachleute ansprechen, die ihm noch nicht als Mitglieder angehören. So will BAUM die eigene Reichweite über die vertrauten Kreise hinaus ausdehnen. 

Ein Vergnügungspark als Kulisse für eine Nachhaltigkeitstagung mag zunächst befremdlich wirken. Die Parkwelt lebt von Fassaden, die ihr Innenleben zugunsten der Illusion verstecken. Ralf Frank, Mitglied im Gesamtvorstand von BAUM, griff diesen Widerspruch auf der Bühne auf. Er hoffte scherzhaft, dass die Anwesenden nicht ebensolchen Fassaden gleichen. Die Stille im Publikum sprach für sich. 

Im Bild des Vergnügungsparks steckt jedoch eine ernsthafte Analogie. Wer Menschen auch außerhalb der eigenen Blase erreichen will, braucht Glanz, Zauber und die richtigen Geschichten – freilich im Rahmen dessen, was die Anti-Greenwashing-Richtlinie EmpCo zulässt. 

Auszeichnung für Transformationstreiber 

Der erste Veranstaltungstag stand im Zeichen des BAUM-Umwelt- und Nachhaltigkeitspreises. Fünf Transformationstreiber:innen erhielten eine Auszeichnung für ihr persönliches Engagement. Sie arbeiten in unterschiedlichen Feldern, in denen sie mehr Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft voranbringen. Wir berichteten bereits hier. 

Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, griff in ihrem Grußwort das Tagungsthema auf: „Confiance en Europe – Zuversicht in Europa. Risiken meistern, Chancen nutzen.“ Die Lage sei klar: Zuversicht entstehe nicht durch das Ausblenden von Problemen, sondern durch den Blick auf Stärken und durch Lösungen, die tatsächlich funktionieren. Diese Botschaft passt in das aktuelle wirtschaftliche und geopolitische Umfeld. 

Lösungslab statt Vortragssaal 

Der zweite Tag war als Lösungslab und Inspirationsfestival konzipiert. BAUM-Vorsitzende Yvonne Zwick kündigte offen an, den Teilnehmenden hinsichtlich des Formats etwas zuzumuten. Entspanntes Zurücklehnen war nicht vorgesehen. Im Mittelpunkt standen Kleingruppendiskussionen zu zwölf drängenden Themenfeldern. Sie reichten von nachhaltigem Einkauf über Accounting for Climate bis zu Demokratie, Inklusion und Diversity. 

Die jeweiligen Themenpaten warben für ihre Anliegen, dozierten aber nicht. Stattdessen schufen sie Raum für eigene Impulse und gemeinsames Weiterdenken. Das Format funktionierte: Die Teilnehmenden beteiligten sich rege. 

Zukunft wird gemacht 

Vorstandsmitglied Martin Oldeland brachte den Geist der Veranstaltung auf den Punkt: Zukunft sei nichts, „was einfach passiert. Zukunft wird gemacht – von Unternehmen wie Ihren und Netzwerken wie unserem.“ 

Die BAUM-Tagung 2026 hat gezeigt, dass dieser Anspruch nicht nur rhetorisch gemeint ist, sondern als Arbeitsauftrag verstanden wird. Die Teilnehmenden nahmen ihn mit nach Hause – hoffentlich zuversichtlicher und motivierter als zuvor. 


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