Bundespreis „Blauer Kompass“

Sechs Projekte zur Klimaanpassung ausgezeichnet

Wie sieht ein vorausschauender Umgang mit den Folgen des Klimawandels aus? Sechs Projekte zeigen innovative Ansätze und wurden mit dem Bundespreis „Blauer Kompass“ ausgezeichnet. Die Preisverleihung bildete den Höhepunkt der bundesweiten „Woche der Klimaanpassung“.

Blauer Kompass 2026 regenerative Bodenbewirtschaftung

Der Bundespreis „Blauer Kompass“ feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Bundesumweltministerium (BMUKN) und Umweltbundesamt (UBA) zeichnen mit dem Preis alle zwei Jahre innovative, wirksame und nachhaltige Projekte zur Vorsorge und Anpassung an Klimafolgen aus. Die Preisverleihung fand am 17. September in Berlin statt.

Mit 488 Bewerbungen verzeichnete der Wettbewerb „Blauer Kompass“ in seinem Jubiläumsjahr einen Teilnahmerekord. Erstmals konnten sich Schulen in einer eigenen Kategorie bewerben. Eine achtköpfige Fachjury wählte fünf Preisträger in den Kategorien Kommunen, Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen, Verbände/Vereine/Stiftungen sowie Schulen aus. Zusätzlich wurde ein Community-Preis per Online-Voting vergeben, an dem sich rund 24.800 Personen beteiligten. Jede Auszeichnung ist mit 25.000 Euro Preisgeld dotiert.

Die Preisträger 2026 im Überblick

Landkreis Fulda wurde für ein KI-gestütztes Starkregenfrühalarmsystem mit über 180 vernetzten Sensoren ausgezeichnet, das Kommunen und Bürger mit bis zu 60 Minuten Vorwarnzeit alarmiert.

Landwirt Stefan Bernickel (Gramzow, Brandenburg) erhielt die Auszeichnung für die Umstellung seines Betriebs auf regenerative Bodenbewirtschaftung, die die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens deutlich verbessert hat.

Die Katholische Stiftungshochschule München wurde für ein neu entwickeltes Hochschulmodul geehrt, das Hebammen auf die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels vorbereitet.

Der Förderverein NaturGut Ophoven (Leverkusen) überzeugte mit „Die MutReiferei“ – einer interaktiven Ausstellung, die Kindern und Jugendlichen Mut als Zukunftskompetenz im Umgang mit dem Klimawandel vermittelt.

Die Sankt Mauritius-Sekundarschule (Halle/Saale) baute mit Schülerbeteiligung eine Aquaponik-Anlage für klimaresiliente, ganzjährige Lebensmittelproduktion.

Den Community-Preis sicherte sich die Olof-Palme-Gesamtschule (Hiddenhausen) für die Pflanzung eines Klimawalds und einer Streuobstwiese mit über 5.000 Bäumen, finanziert durch einen Sponsorenlauf.

Vorbildwirkung und Innovationen für die Klimaanpassung

Bundesumweltminister Carsten Schneider betonte die Vorbildwirkung der Projekte angesichts der diesjährigen Sommerhitze. Die habe gezeigt, „wie wichtig ein vorausschauender Umgang mit dem Klimawandel ist.“ Der Wettbewerb soll daher zeigen, was möglich ist und noch mehr Menschen zu einer Auseinandersetzung mit dem Klimawandel ermutigen.

UBA-Präsident Dirk Messner hob die Innovationskraft der Preisträger über zehn Jahre „Blauer Kompass“ hervor: „Die Preisträger zeigen vorbildlich, was schon heute ganz besonders gut gelingt – in der Landwirtschaft und in Kommunen, in Bildungseinrichtungen und im Gesundheitswesen. Das sollte andere, die von Hitze und Trockenheit, Starkregen und anderen Klimafolgen betroffen sind, inspirieren sich besser für die Zukunft zu wappnen“.

 

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