BAUM | Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis

Fünf Persönlichkeiten für nachhaltige Transformation geehrt


BAUM | Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis 2026

Von Klimaforschung über ökologisches Design bis hin zu partizipativer Demokratie – BAUM e.V. zeichnet in diesem Jahr fünf Persönlichkeiten aus, die auf sehr unterschiedliche Weise zur nachhaltigen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft beitragen. Die Preisverleihung wirft ein Schlaglicht auf Akteure, die Nachhaltigkeit nicht nur denken, sondern konsequent umsetzen.

Seit 1993 vergibt BAUM e.V. – der „Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management“ – den BAUM | Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis. Das besondere Merkmal: Ausgezeichnet werden stets Einzelpersonen, keine Organisationen oder Unternehmen. Im Mittelpunkt steht die persönliche Leistung jener Menschen, die Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement verantworten und operativ vorantreiben. Eine achtzehnköpfige Fachjury unter dem Vorsitz von Yvonne Zwick wählt die Preisträgerinnen und Preisträger aus. In diesem Jahr gehen die Auszeichnungen an drei Männer und zwei Frauen in den Kategorien Großunternehmen, KMU, Wissenschaft und Demokratie.

Schirmherr des diesjährigen Preises ist Bundesumweltminister Carsten Schneider, der die Auszeichnung als Beleg dafür wertet, „wie vielfältig und erfolgreich nachhaltiges Engagement sein kann“.

Nachhaltigkeit in DAX-Konzernen und im Mittelstand

Aus der Wirtschaft werden gleich drei Persönlichkeiten gewürdigt, die Nachhaltigkeit auf sehr unterschiedlichen Ebenen vorantreiben.

Uwe Bergmann, Corporate Director ESG Reporting & Business Integration bei Henkel, steht seit 25 Jahren für die systematische, strategische und finanzmarktorientierte Integration von Nachhaltigkeit in einem globalen DAX-Konzern. Die Jury würdigt insbesondere seinen beharrlichen und vorbehaltlosen Einsatz über verschiedene Wirkungsfelder hinweg – ein Profil, das im Kontext der zunehmenden Anforderungen an ESG-Reporting und -Integration auf Unternehmensebene exemplarisch ist.

Eva Danneberg, Inhaberin und Geschäftsführerin von WERKHAUS Design + Produktion, wird als Pionierin nachhaltiger Produktion und ökologischen Designs ausgezeichnet. Das Unternehmen, das sie gemeinsam mit ihrem Mann Holger gegründet hat, steht für eine konsequent regionale Produktionsweise, eine soziale Personalpolitik und die Revitalisierung stillgelegter Industrieflächen. Damit verbindet WERKHAUS ökologische Prinzipien mit regionalwirtschaftlicher Verantwortung – ein Ansatz, der weit über das klassische CSR-Verständnis hinausgeht.

Boris Voelkel, Geschäftsführer Einkauf beim Hersteller von Frucht- und Gemüsesäften Voelkel, wird für seinen Beitrag zur Etablierung resilienter, nachhaltiger Lieferketten im europäischen Bio-Saftmarkt geehrt. Mit dem von ihm initiierten Format „Empathisches Wirtschaften“ schafft er soziale Innovation im Beschaffungswesen – ein Ansatz, der sowohl regionale als auch globale Verantwortung in der Supply Chain verankert.

Klimaforschung als Grundlage für Politikentscheidungen

In der Kategorie Wissenschaft wird Prof. Dr. Ottmar Edenhofer ausgezeichnet, Wissenschaftlicher Ko-Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Edenhofer gilt als einer der einflussreichsten Klimaökonomen Europas und war maßgeblich an der Einführung und Weiterentwicklung von CO₂-Preisinstrumenten in Deutschland und auf europäischer Ebene beteiligt. Darüber hinaus hat er das PIK gezielt sozialwissenschaftlich ausgerichtet, sodass das Institut nicht nur naturwissenschaftliche Klimadaten liefert, sondern gesellschaftlich und politisch verwertbare Handlungsempfehlungen entwickelt. Die Jury betont, dass Edenhofer Entscheidungsträgerinnen und -trägern aus Wirtschaft und Politik fundierte und gangbare Pfade für eine ambitionierte Klimapolitik aufzeigt.

Demokratie als Nachhaltigkeitsfaktor

Eine ungewöhnliche, aber konsequente Wahl trifft die Jury mit der Auszeichnung von Claudine Nierth, Bundesvorstandssprecherin von Mehr Demokratie e.V. Nierth ist Begründerin der Bürgerräte in Deutschland und setzt sich seit Jahren durch Volksbegehren, Bürgerräte und partizipative Dialogformate für eine sichtbare und gelebte Demokratie ein. Dass die Jury explizit eine Aktivistin der Zivilgesellschaft auszeichnet, unterstreicht ein erweitertes Nachhaltigkeitsverständnis: Demokratische Teilhabe wird hier als unverzichtbare Bedingung für eine zukunftsfähige Gesellschaft verstanden.

Yvonne Zwick fasst dieses Selbstverständnis zusammen: Die Preisträgerinnen und Preisträger leisteten Beiträge zu zentralen Themen der Daseinsvorsorge – „Klimaforschung als Grundlage für wissensbasierte Entscheidungen in Wirtschaft und Politik, Ressourcenschutz, Investitionen in Biodiversität, nachhaltige Liefernetzwerke und Wirtschaftsstrukturen sowie bürgernahe Demokratie.“

Preisverleihung im September in Rust

Die Auszeichnungen werden im Rahmen der BAUM-Tagung 2026 vergeben, die am 9. und 10. September 2026 im baden-württembergischen Rust stattfindet. Die Preisverleihung bildet den Auftakt am ersten Veranstaltungstag.

Das Tagungsthema lautet „Confiance en Europe – Zuversicht in Europa. Risiken meistern, Chancen nutzen“ und stellt die unternehmerische Perspektive auf ein wertebasiertes Europa in den Mittelpunkt. Der zweite Tag ist als „Lösungslab & Inspirationsfestival“ konzipiert: Kein klassisches Vortragsprogramm, sondern ein strukturierter Denkraum mit drei thematischen Blöcken, zwölf Pecha-Kucha-Impulsen und anschließenden 45-minütigen Lösungs-Sessions – ausdrücklich für Teilnehmende gedacht, die mit konkreten Fragen kommen und mit umsetzbaren Ideen sowie neuen Partnerschaften nach Hause fahren wollen.

Mehr Informationen zur BAUM-Tagung finden Sie hier.


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Transparenzhinweis:
Der Autor dieses Artikels war Teil der Jury. Dies hat die Berichterstattung nicht beeinflusst.

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