Hartz/Meeßen/Wolf, ABC-Führ... / 2. Steuer- und Abgabenquote
 

Rz. 6

Stand: EL 107 – ET: 09/2015

Mit den steigenden Bezügen der ArbN haben sich auch die Lohnsteuerlast und die Abgabenbelastung von 1960 bis heute stark verändert, wie die nachfolgenden Tabellen zeigen (BMF, Datensammlung zur Steuerpolitik 2013).

a) Ledige Arbeitnehmer, ohne Kinder, unter 50 Jahren (Steuerklasse I/0)

 
Jahr durchschnittlicher Jahresarbeitslohn Steuerbelastung einschließlich SolZ Sozialabgaben insgesamt (ArbN-Anteil) Abgabenbelastung insgesamt verfügbares Einkommen
  (in Euro) (in %) (in %) (in %) (in Euro) (in %)
1960 3 144 10,2 12,2 22,4 2 439 77,6
1970 7 076 15,0 13,2 28,2 5 080 71,8
1980 15 180 16,9 16,2 33,1 10 151 66,9
1990 21 479 16,8 17,7 34,5 14 063 65,5
1995 24 031 19,1 19,6 38,8 14 712 61,2
2000 25 479 17,9 20,6 38,5 15 660 61,5
2005 26 524 15,3 21,6 36,9 16 749 63,7
2010 27 997 13,8 20,5 34,3 18 405 65,7
2011 28 333 13,6 20,9 34,5 18 553 65,5
2012 30 432 14,4 20,7 35,1 19 736 64,9
2013 31 089 14,5 20,4 34,9 20 225 65,1

b) Verheiratete Arbeitnehmer, mit 2 Kindern, Alleinverdiener (Steuerklasse III/2)

 
Jahr durchschnittlicher Jahresarbeitslohn Steuerbelastung
einschließlich SolZ
Sozialabgaben insgesamt (ArbN-Anteil) Abgabenbelastung insgesamt verfügbares Einkommen (einschließlich Kindergeld)
  (in Euro) (in %) (in %) (in %) (in Euro) (in %)
1960 3 144 0,0 12,2 12,2 2 761 87,8
1970 7 076 7,8 13,2 21,1 5 636 79,6
1980 15 180 10,3 16,2 26,5 12 075 79,5
1990 21 479 6,9 17,7 24,7 17 193 80,0
1995 24 031 5,5 19,6 25,2 19 210 79,9
2000 25 479 5,4 20,6 26,0 22 161 87,0
2005 26 524 3,4 21,3 24,7 23 658 89,2
2010 27 997 4,2 20,2 24,4 25 565 91,3
2011 28 333 4,3 20,6 25,9 25 693 90,7
2012 30 432 5,3 20,5 25,8 26 999 88,7
2013 31 089 5,5 20,2 25,6 27 537 88,6

Zu der vorstehenden Steuer- und Abgabenbelastung kommt bei vielen Stpfl noch die > Kirchensteuer hinzu. Nach 1995 haben besonders die Senkung der Steuerbelastung (> Lohnsteuertarif Rz 4) und die Erhöhung des Kindergeldes (> Kinder) zu einem Anstieg der verfügbaren Einkommen geführt. Die Tabelle zeigt freilich nur die durchschnittliche Belastung des Arbeitslohns an. Wegen des progressiven Verlaufs des > Lohnsteuertarif steigt die Steuerbelastung bei einer Gehaltserhöhung überproportional an.

 

Rz. 7

Stand: EL 107 – ET: 09/2015

Die volkswirtschaftliche Steuerquote – das ist die Verhältniszahl der kassenmäßigen Steuereinnahmen zum nominalen Bruttoinlandsprodukt – ist in der langfristigen Entwicklung relativ stabil. Sie schwankt zwischen 1960 und 2010 nur zwischen 21,1 und 23,8 % des BIP, zuletzt lag sie im Jahr 2012 bei 23,2 % (BMF, Datensammlung zur Steuerpolitik 2013).

Die volkswirtschaftliche Abgabenquote setzt sich aus der volkswirtschaftlichen Steuerquote und der Sozialbeitragsquote zusammen. Sie stellt das Verhältnis von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen zum nominalen Bruttoinlandsprodukt dar. In der langfristigen Betrachtung hat sich die Abgabenquote wegen der gestiegenen Beiträge für die sozialen Sicherungssysteme – auf Grund der wirtschaftlichen und demografischen Lage sowie der deutschen Einheit – spürbar erhöht. Sie stieg von 32,9 % im Jahr 1960 auf über 48 % in den Jahren 2003 und 2009. Zuletzt ist die Abgabenquote im Jahr 2012 nach VGR-Abgrenzung leicht auf 44,7 % des BIP gesunken.

 

Rz. 8

Stand: EL 107 – ET: 09/2015

Im internationalen Vergleich hat Deutschland nach den Abgrenzungsmerkmalen der OECD mit 22,0 % in 2010 und 23,2 % in 2012 eine vergleichsweise niedrige Steuerquote. Mit einer Abgabenquote von 36,2 % in 2010 und 37,6 % in 2012 liegt Deutschland international weiterhin auf einem mittleren Niveau – zwischen USA mit 18,9 % und Dänemark mit 48 %. In diesem Kontext sei darauf hingewiesen, dass hohe Abgabenquoten meist gut ausgebaute Sozial- und Alterssicherungssysteme finanzieren, für die ansonsten private Mittel aufgewandt werden müssten (BMF, Die wichtigsten Steuern im internationalen Vergleich 2013).

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