Bei Unfallflucht ist Schadenshöhe entscheidend für den Führerscheinentzug
Ein an einem Verkehrsunfall Beteiligter hat eine Aufklärungspflicht gegenüber dem Geschädigten und anderen Beteiligten. Er muss die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung ermöglichen. Unterlässt er das und "schlägt sich in die Büsche" hat er mit ernsten Konsequenzen zu rechnen.
Harte Konsequenzen
Das erfuhr auch ein Fahrer, der wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort zu einer Geldstrafe von 800 Euro (40 Tagessätze à 20 Euro) verurteilt worden war. Zudem wurde ihm der Führerschein entzogen und eine Sperrfrist von 12 Monaten für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis festgesetzt.
Angeblicher Schaden von 1.500 Euro
Begründet wurde der Führerscheinentzug mit einer angeblichen Schadenhöhe von 1.500 Euro. Damit sei ein bedeutender Schaden entstanden, der den Entzug des Führerscheins rechtfertige (§ 69 Abs. 2 Nr. 3 StGB), argumentierte das Landgericht.
Angeklagter bezweifelt Berechnung der Schadenhöhe
Gegen den Entzug des Führerscheins richtete sich die Revision des Angeklagten, der der Auffassung ist, dass der wirtschaftliche Schaden niedriger sei als vom Gericht festgestellt. Das OLG Hamm folgte der Argumentation des Angeklagten zum Teil.
Landgericht muss wirtschaftlichen Schaden neu berechnen
Die Urteilsfeststellungen zur Schadenshöhe litten an einem sog. Darstellungsmangel, so das Gericht. Um die Schadenhöhe zu klären, wurde der Fall an das Landgericht zurückverwiesen.
- Das Landgericht muss mit Hilfe eines Kfz-Sachverständigen die Höhe des Schadens überprüfen, entschied das OLG.
- Das Gericht bestätigte dabei noch einmal die Schadensgrenze von 1.300 Euro als Voraussetzung für das Entstehen eines bedeutenden Schadens.
Nur zivilrechtlich erstattungsfähige Schäden zählen
Bei der Beurteilung der Schadenshöhe dürfen nur solche Schadenpositionen herangezogen werden, die zivilrechtlich erstattungsfähig sind.
(OLG Hamm, Beschluss v. 06.11.2014, 5 RVs 98/14).
-
Wohnrecht auf Lebenszeit trotz Umzugs ins Pflegeheim?
8672
-
Gebäudemodernisierungsgesetz in Kraft getreten
435
-
Eigenbedarfskündigung bei Senioren – Ausschluss wegen unzumutbarer Härte?
366
-
Einbau von Klimaanlage bei Eigentumswohnung: Anspruch auf Zustimmung?
343
-
Vollstreckung rückständiger Rundfunkgebühren häufig angreifbar
316
-
Wann ist ein digitaler Türspion erlaubt?
2951
-
Minderung schlägt auf Betriebskostenabrechnung durch
257
-
Die Befreiung von den Beschränkungen des § 181 BGB
250
-
Wann ist ein Anspruch verwirkt? Worauf beruht die Verwirkung?
244
-
Gartenpflege durch Mieter - Kostenfragen und Verletzung der Gartenpflegepflicht
213
-
Allgemeingültige Verhaltensregeln in der EU
11.08.2026
-
Verkehrsunfall in Italien
11.08.2026
-
Verkehrsunfall in Spanien
11.08.2026
-
Verkehrsunfall in Frankreich
11.08.2026
-
Verkehrsunfall in den Niederlanden
11.08.2026
-
Verkehrsunfall in der Schweiz
11.08.2026
-
Verkehrsunfall in Österreich
11.08.2026
-
Doppelt besetzt und entgegen der Fahrtrichtung: Volle Haftung bei Häufung von Verkehrsverstößen
10.08.2026
-
Auffahrunfall nach Schneeballwurf – wer haftet?
07.07.2026
-
Umfang erstattungsfähiger Mietwagenkosten
02.07.2026