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| Fusion von SD Worx und Fidelis HR

"Eins und eins gleich drei"

Jörg John, Geschäftsführer Fidelis HR, und Jan Van Mol, Head of Global Alliances, SD Worx
Bild: Fidelis HR/SD Worx

Jörg John, Geschäftsführer der Fidelis HR, und Jan Van Mol, Head of Global Alliances bei SD Worx, erläutern im Gespräch mit der Haufe Online-Redaktion, wie es nach dem Zusammenschluss der beiden Outsourcing-Dienstleister weitergeht und welche Neuerungen zu erwarten sind.

Haufe Online-Redaktion: Mit der Übernahme von Fidelis HR will der belgische HR-Spezialist SD Worx seine Position am europäischen Markt festigen und die Präsenz in Deutschland ausbauen. Herr John, sie sind Geschäftsführer der Fidelis HR: Was passiert jetzt mit dem Namen Fidelis?  

Jörg John: Es ist noch keine Entscheidung darüber getroffen worden, ob der Markenname erhalten bleibt. Allerdings verfolgt SD Worx langfristig stets das Ziel, im Markt einheitlich als ein Unternehmen unter dem Namen „SD Worx“ aufzutreten.

Haufe Online-Redaktion: Als Anbieter von Dienstleistungen im Bereich Payroll ist SD Worx bereits seit längerem auf dem deutschen Markt vertreten. Was ändert sich durch die Fusion mit dem einstigen Wettbewerber?

Jan Van Mol: Die Übernahme passt in unsere Strategie, international zu wachsen und unsere Marktposition in Deutschland und Europa zu stärken. Durch die Fusion vergrößert SD Worx in Deutschland sein Kundenportfolio um zahlreiche große nationale und internationale Unternehmen und damit auch seinen Marktanteil im öffentlichen Sektor. 45 Prozent der Umsätze der Fidelis HR werden im Non-Profit-Bereich erzielt. Beide Unternehmen ergänzen sich ideal, haben eine ähnliche Unternehmenskultur, ein vergleichbares Dienstleistungsspektrum und eine gute geografische Verteilung in Deutschland.

Haufe Online-Redaktion: Bleibt für Ihre Kunden alles beim Alten? Gibt es grundlegende Veränderungen des Produktportfolios?

John: Die Übernahme der Fidelis HR wird keine spürbaren Auswirkungen auf unsere Kunden haben. Das bestehende Lösungs- und Leistungsportfolio wird unverändert erhalten bleiben. Es ist uns sehr wichtig, dass die Kontinuität in Hinsicht auf Produkte, Dienstleistungen und Ansprechpartner für unsere Kunden vollständig gewährleistet ist. Natürlich werden wir die jetzt gegebene Möglichkeit nutzen, international anzubieten und das Angebot um weitere Lösungen der Kooperationspartner der Payroll Services Alliance ergänzen, um unseren Kunden weitere Services anbieten zu können.

Haufe Online-Redaktion: Wie wird sich der Markt für HR-Dienstleistung Ihrer Meinung nach entwickeln? Glauben Sie, mit dem neuen Partner an der Seite für die Zukunft gerüstet zu sein?

John: Wir sind davon überzeugt, dass der Markt für HR-Dienstleistungen weiterhin wachsen wird, das zeigen Marktanalysen, aber auch unsere Erfahrung und Marktnähe. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen – angefangen bei Arbeit 4.0 über die Digitalisierung bis hin zum Fachkräftemangel – ist HR gefordert, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren. Dies kann nur gelingen, wenn der Anteil der administrativen HR-Aufgaben konsequent auf ein Minimum reduziert wird. Das Thema HR-Outsourcing gewinnt dadurch zunehmend an Bedeutung, denn HR-Routineprozesse eignen sich ideal für eine Auslagerung an einen Spezialisten.

Van Mol: SD Worx beobachtet den HR-Markt seit vielen Jahren – insbesondere für international agierende Unternehmen ist und bleibt die Zusammenarbeit mit externen HR-Experten enorm wichtig. Mit unserem breiten und differenzierten Leistungsangebot sehen wir uns für die Zukunft bestens gerüstet.

Haufe Online-Redaktion: 2014 hatte die Sage GmbH das Lohn-Geschäft der ehemaligen Exact Software Deutschland übernommen, womit das Unternehmen auf Platz zwei der Lohnabrechnungsanbieter in Deutschland vorrückte, direkt hinter Lexware. Damals sagte Peter Dewald, Geschäftsführer bei Sage, dem Personalmagazin, in zwei Jahren sei Sage Marktführer. Nun ist es doch anders gekommen. War der Zusammenschluss von SD Worx und Fidelis HR ein notwendiger Schritt, um im Markt bestehen zu können?

Van Mol: Natürlich ist Deutschland einer der wachstumsstärksten und aussichtsreichsten Märkte Europas – und erklärtes Ziel von SD Worx ist es, diesen Markt wesentlich zu gestalten. Beide Unternehmen – SD Worx Deutschland und Fidelis HR – sind und waren unabhängig voneinander wirtschaftlich gesund. Der Zusammenschluss war daher für keines der beiden Unternehmen erforderlich, um im Markt weiter bestehen zu können. Wir sehen Fidelis HR als einen wichtigen Teil der SD Worx-Gruppe an – gemeinsam können sich beide Unternehmen weiterentwickeln und ihre Marktposition festigen und ausbauen. Die Synergien, die wir durch den Zusammenschluss nutzen können, ergeben jedoch eine Gleichung, in der eins und eins gleich drei ergibt, und zwar sowohl in Hinsicht auf den lokalen deutschen als auch den globalen Markt.

Haufe Online-Redaktion: Wo sehen Sie SD Worx in fünf Jahren?

Van Mol: Die SD Worx Gruppe ist heute bereits als Global Leader in Gartner’s Magic Quadrant positioniert. Wir kombinieren eine wachsende Präsenz in unseren Heimatländern - Benelux, Deutschland und Frankreich - mit starken globalen Partnerschaften. Es ist schwierig zu sagen, wo genau wir in fünf Jahren stehen werden, aber ich bin davon überzeugt, dass wir nach wie vor einer der führenden Payroll-Serviceanbieter sein werden.

Das Interview führte Benjamin Jeub. 

Zum Hintergrund: 

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