Lohnsteuerbescheinigung

Zusammenfassung

 

Begriff

Die Lohnsteuerbescheinigung ist bei Beendigung des Dienstverhältnisses oder nach Ablauf des Kalenderjahres, vom Arbeitgeber zu erteilen. Mit der Ausschreibung der Lohnsteuerbescheinigung schließt der Arbeitgeber den Lohnsteuerabzug ab. Die Daten aus der Lohnsteuerbescheinigung müssen elektronisch an das Finanzamt übermittelt werden; sie bilden die Grundlage für die Durchführung der Einkommensteuerveranlagung des Arbeitnehmers durch das Wohnsitzfinanzamt. Dem Arbeitnehmer ist ein entsprechender Ausdruck auszuhändigen oder elektronisch bereitzustellen.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Lohnsteuer: § 41b Abs. 1 EStG i. V. m. § 93c Abs. 1 Nr. 1 AO regelt, welche Daten in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung zu übermitteln sind. Einzelheiten zur Ausstellung elektronischer Lohnsteuerbescheinigungen ab 2018 enthält das BMF-Schreiben v. 27.9.2017, IV C 5 2378/17/10001, BStBl 2017 I S. 1339. Das Muster für den Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung 2018 ist als Anlage diesem Schreiben ebenso beigefügt wie die Besondere Lohnsteuerbescheinigung 2018 in Härtefällen.

Lohnsteuer

1 Bescheinigung erstellen

1.1 Persönliche Angaben des Arbeitnehmers

Die Eintragungen im Lohnkonto sind die Ausgangsbasis für die Ausschreibung der Lohnsteuerbescheinigung durch den Arbeitgeber. Neben den persönlichen Daten des Arbeitnehmers (Name, Anschrift und Geburtsdatum) sind die vom Arbeitgeber im Lohnsteuerabzugsverfahren berücksichtigten Besteuerungsmerkmale (ELStAM) mit Merker "gültig ab" in die Lohnsteuerbescheinigung aufzunehmen:

  • Steuerklasse des Arbeitnehmers, ggf. einschließlich eines Faktors,
  • Zahl der Kinderfreibeträge in den Steuerklassen I-IV,
  • ggf. eingetragener Jahresfrei- oder -hinzurechnungsbetrag[2] und
  • Kirchensteuermerkmal.[3]

Seit 2016 müssen Lohnsteuerbescheinigungen auch eine eindeutige ID-Nummer (Kmld) erhalten, um eindeutige Zuordnungen für ein neues Korrektur- und Stornierungsverfahren zu ermöglichen.

1.2 Dauer des Arbeitsverhältnisses, Großbuchstaben

Des Weiteren sind folgende Eintragungen erforderlich:

  • Zeile 1: Dauer des Dienstverhältnisses beim Arbeitgeber;
  • Zeile 2: Anzahl der im Lohnkonto vermerkten Großbuchstaben U - dieser kennzeichnet Unterbrechungszeiträume von mindestens 5 aufeinanderfolgenden Arbeitstagen, an denen der Anspruch auf Arbeitslohn im Wesentlichen entfallen war. Präzisiert wurde ab 2018, dass Zeiträume, für die der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber steuerfreie Zahlungen erhält, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen (z. B. Mutterschaftsgeld, Kurzarbeiter- oder Schlechtwettergeld) nicht als Unterbrechungszeitraum zu bescheinigen sind;
  • Zeile 2: Der Großbuchstabe S – dieser ist bei den Steuerklassen I bis V zu bescheinigen, wenn der Arbeitnehmer im Laufe des Kalenderjahres den Arbeitgeber gewechselt hat und bei der Ermittlung des Lohnsteuerabzugs von einem sonstigen Bezug der Arbeitslohn aus dem vorherigen Dienstverhältnis geschätzt wurde;
  • Zeile 2: Der Großbuchstabe M – dieser ist zu bescheinigen, wenn dem Arbeitnehmer eine Mahlzeit bis 60 EUR entweder vom Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung von einem Dritten im Rahmen einer beruflichen Auswärtstätigkeit oder anlässlich einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung zugewendet wurde. Es besteht eine Bescheinigungserleichterung (Verzicht auf die Bescheinigung des Großbuchstabens M) bis zum 31.12.2018;
  • Zeile 2: Der Großbuchstabe F- dieser dokumentiert, dass eine steuerfreie Sammelbeförderung des Arbeitnehmers zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte erfolgte, weil der Arbeitnehmer für Strecken mit steuerfreier Sammelbeförderung keine Werbungskosten abziehen kann. Dasselbe gilt bei steuerfreier Sammelbeförderung zwischen Wohnung und einem vom Arbeitgeber festgelegten Sammel- oder Treffpunkt bzw. einem weiträumigen Arbeitsgebiet.
  • Zeile 2: Seit 2017 ist ggf. der Großbuchstabe FR einzutragen. Dieser gilt für französische Grenzgänger mit Wohnsitz in Frankreich und Arbeitsort in Deutschland, jeweils in der Grenzzone. Bei Arbeitgebern mit Sitz in Baden-Württemberg ist FR1, für Arbeitgeber mit Sitz in Rheinland-Pfalz FR2 und für Arbeitgeber mit Sitz im Saarland FR3 anzugeben.

1.3 Arbeitslohn und andere Arbeitgeberleistungen

Die Lohnsteuerbescheinigung enthält im Übrigen folgende Angaben:

  • Zeile 3: Den steuerpflichtigen Bruttoarbeitslohn einschließlich der Sachbezüge. Bei Nettolohnvereinbarungen ist der hochgerechnete Bruttoarbeitslohn auszuweisen. Pauschal versteuerter Arbeitslohn ist nicht in den steuerpflichtigen Bruttoarbeitslohn einzubeziehen. Hat der Arbeitnehmer ausschließlich pauschal versteuerten Arbeitslohn bezogen, muss keine Lohnsteuerbescheinigung erteilt werden.
  • Zeilen 4-7: Die einbehaltenen Steuerabzugsbeträge (Lohnsteuer, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag), die bei der Einkommensteuerveranlagung des Arbeitnehmers angerechnet werden.
  • Zeilen 8 und 9: Die Versorgungsbezüge und die Grundlagen für die Ermittlung der Freibeträge für Versorgungsbezüge.
  • Zeilen 10 bis 14: Ermäßigt besteuerter Arbeitslohn, der nach der Fünftelregelung besteuert wurde, z. B. Entschädigungen u...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Personal Office Standard. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Personal Office Standard 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.



Meistgelesen