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Auch die Herausforderungen der Zukunft waren Thema beim "Zukunftstalk Weiterbildung 2018" mit (von links) Lucia Sauer Al-Subaey, Dr. Philipp von Randow, Hartmut Jöhnk, Marion Schopen und Martin Pichler. Bild: Frank Baumer

Die Zukunft der Weiterbildung bringt einige Herausforderungen mit sich. Vier Bildungsexperten zeigten beim "Zukunftstalk Weiterbildung 2018" auf, wie sie sich darauf einstellen.


Was macht Ihnen Sorgen, wenn Sie an die Zukunft denken?

Lucia Sauer Al-Subaey: Vor zehn Jahren konnten wir in jeder Angebotsphase ziemlich genau benennen, wer unsere Wettbewerber sind. Das können wir heute nicht mehr. Wir bewegen uns auf einem inzwischen sehr stark zerstückelten Angebotsmarkt. Mit einem, inzwischen kostengünstigen, Webauftritt kann jeder im Internet den Eindruck erwecken, ein Trainingsinstitut und ein etablierter Weiterbildungsanbieter zu sein. Hinzu kommt, dass sich einzelne Trainer oft zu leistungsfähigen Netzwerken zusammenschließen, die zumindest regional eine gewisse Bedeutung haben können. In manchen Regionen bieten auch die IHKs im offenen wie im internen Seminarmarkt für Führungskräfte ein umfassendes Angebot. Diese regionalen Machtverhältnisse sind wesentlich schwerer einzuschätzen als früher.

Marion Schopen: Auch in unserer Region sind einige qualitativ gute Trainernetzwerke unterwegs. Der Markt ist umkämpft und wir als Akademie müssen unsere Trümpfe wie zum Beispiel unsere jahrzehntelange Erfahrung mit Großprojekten, die verlässliche Trainerqualität und die Flexibilität durch unseren großen, professionellen Trainerpool herausstellen. Empfehlungsmarketing wird in dieser Hinsicht immer wichtiger. Wir als Akademie werden häufig dann von den Unternehmen gebucht, wenn größere Veränderungsprojekte extrem zuverlässig begleitet werden müssen. 

Hartmut Jöhnk: Die Integrata Cegos Group hat vor diesem Hintergrund einen Fokus auf große Kunden und große Projekte gelegt. Hier können wir unseren hohen Qualitätsanspruch in komplexen Qualifizierungsprojekten am besten unter Beweis stellen. Die Kunden profitieren von unserer Kompetenz. Gleichzeitig fordern sie immer mehr Flexibilität von uns. Zu denken gibt mir, dass die Verbindlichkeit bei einigen Unternehmen abnimmt. In vielen Rahmenverträgen werden die Verpflichtungen des Kunden immer unverbindlicher formuliert – und das auch in Geschäftsbeziehungen, die sehr wirksam laufen. Wir investieren in moderne Formen der Weiterbildung, aber brauchen schon auch eine Sicherheit, dass sich diese Investitionen im Laufe der Jahre amortisieren werden. Das ist gerade unsere Herausforderung.

Dr. Philipp von Randow: Ich mache mir Gedanken über manche Ausschreibungsprozesse für Weiterbildungsmaßnahmen. Hier fällt mir auf, dass sie zuweilen inhaltlich so rigide vorstrukturiert sind, dass es uns schwerer fällt, unsere Stärken zu zeigen: Denn im gemeinsamen Durchdenken der Maßnahmen – wir nennen es co-kreatives Projektmanagement – und im Dialog mit dem Kunden werden die Ziele und Chancen einer Weiterbildungsmaßnahme professionell besser identifiziert. Ausschreibungen mit zu wenig „Spielraum“ nehmen Unternehmen die Möglichkeit, von unserer Expertise zu profitieren und das Programm wirklich zusammen auf die Bedürfnisse der Teilnehmer zuzuschneiden.

 

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Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Weiterbildung, Personalentwicklung, Führung, Führungskräfteentwicklung

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