17.07.2013 | Serie Kolumne Stellenmärkte

Jobangebote für Suchmaschinen optimieren

Serienelemente
Daniela Furkel, Chefreporterin Personalmagazin
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Fachkräftemangel mischt die Stellenmärkte auf. Was sich auf dem Markt tut, beobachtet unsere Expertin Daniela Furkel. In ihrer monatlichen Kolumne bewertet sie die Trends. Heute: Machen Sie Ihre Stellenangebote besser sichtbar, indem Sie diese für Suchmaschinen optimieren.

Jahr für Jahr untersucht die Unternehmensberatung Potentialpark die Karrierewebseiten von Unternehmen. Dieses Jahr kam sie zu dem Ergebnis, dass auf diesem Feld noch viel Luft nach oben ist. Einige Konzerne haben zwar schon ziemlich gute Online-Karrierewebseiten, allen voran Fresenius, die Deutsche Telekom und – mit etwas Abstand – Thyssen-Krupp, Allianz und Ernst and Young. Aber gerade in Sachen mobil optimierte Online-Auftritte gibt es noch einigen Optimierungsbedarf. Von 142 untersuchten Arbeitgebern in Deutschland haben bisher lediglich 36 eine eigene Mobilseite.

Dabei gehen die Stellensuchenden mittlerweile immer häufiger mobil auf die Fahndung nach passenden Stellen. Wie Emma Frazer, zuständig für Recruitment bei Google in Großbritannien, kürzlich auf einer Konferenz bekanntgab, wird inzwischen jede fünfte Jobsuche von einem mobilen Endgerät aus gestartet. Gerade nach Weihnachten, wenn zahlreiche neue Smartphones oder Tablets unter den Christbäumen lagen, schnellte die mobile Jobsuche traditionell nach oben, stellte der Internetkonzern fest.

Jobsuche über Suchmaschinen wie Google

Bis zur nächsten Weihnachtsspitze ist zum Glück noch etwas Zeit. Deshalb möchte ich mich in dieser Kolumne auch nicht mit technischen Details des mobilen Recruitments befassen, sondern vielmehr mit der Frage, wie Bewerber nach Stellen suchen, wenn sie dafür immer seltener den Desktop-PC zuhause oder im Büro einsetzen. Die Antwort: Die meisten gehen einfach über eine Suchmaschine wie Google auf die Suche. Laut der "2012 Candidate Behavior Study" von der US-amerikanischen Jobbörse Career Builder sind es 74 Prozent aller Bewerber, die diesen Weg beschreiten. Deutlich weniger Jobsuchende laden sich spezielle Apps von Jobbörsen oder Karriere-Apps von Unternehmen auf ihre mobilen Geräte.

Was heißt das für die eigene Personalgewinnung? Auch wenn ein Unternehmen über eine vorbildliche Karriere-Webseite inklusiver mobil-optimierter Webseite verfügt, auch wenn es interessante Jobs anzubieten hat, kann es sein, dass es damit nicht genügend Bewerber anlockt – einfach weil seine Angebote über die Suchmaschinen nicht gefunden werden oder weil sie in den Suchmaschinenlisten erst sehr weit hinten auftauchen.

Selbsttest: Wo landet die Stellenanzeige in den Google-Ergebnissen?

Sie selbst sollten dies einmal testen, indem sie Ihre angebotenen Berufe und den dazugehörigen Arbeitsort in die Suchmaschine eingeben. Ist Ihr Stellenangebot auf einer der ersten drei Ergebnisseiten: Herzlichen Glückwunsch, Sie haben alles richtig gemacht! Ist dies nicht der Fall, so können Sie sich damit trösten, dass es Ihnen wie vielen anderen Unternehmen geht. In jeder Stadt werden tausende Stellen ausgeschrieben. Deshalb ist es sinnvoll, sich mit der Thematik "Suchmaschinenoptimierung" (SEO) zu befassen, um sich nach Möglichkeit vor den anderen zu positionieren.

SEO ist mittlerweile eine Wissenschaft für sich. Sie befasst sich mit Maßnahmen, mit denen man in den unbezahlten Suchergebnissen höhere Plätze erreichen kann. Diese reichen von der Auswahl geeigneter Suchbegriffe (Keywords) bis zum Aufbau von Linkpartnerschaften mit anderen Webseiten, um sich besser in bestimmten Themenbereichen zu etablieren. Eine aktuelle Analyse des Softwareanbieters Searchmetrics hat zudem herausgefunden, dass Aktivitäten in sozialen Netzwerken ebenfalls zu besseren Rankings beitragen. Außerdem werden laut Searchmetrics gute Inhalte auf der Webseite immer wichtiger: Es kommt auf Qualität an, um leicht gefunden zu werden.

In drei Schritten zu besseren Rankings

Auch der schottische Recruitment-Dienstleister Firefish hat sich mit der Suchmaschinenoptimierung von Karriere-Webseiten befasst und schlägt drei grundlegende Schritte vor.

Erstens: Erstellen Sie individuelle Seiten für Stellenangebote und nutzen Sie im Stellentitel, bei der Beschreibung und auch in den Seiteninhalten passende Schlüsselbegriffe (Keywords). Nutzen Sie für die Ausschreibungen keine Templates, denn ansonsten klingt jede Jobbeschreibung ähnlich.

Zweitens: Aktualisieren Sie Ihre Karriere-Webseite regelmäßig. Google findet vor allem neue Informationen und frische Inhalte. Alte Informationen sinken in den Rankings ähnlich schnell zu Boden wie Steine im Wasser.

Drittens: Nutzen Sie Blogs und Verlinkungen zu Ihrer Karriere-Webseite, um Ihr Ranking zu verbessern. Starten Sie am besten einen eigenen Blog, um dies zu unterstützen.

Wenn diese drei Maßnahmen nicht helfen, rät der Dienstleister dazu, einen Blick auf den Wettbewerb zu werfen: Was macht er anders, damit seine Position bei Google und Co. besser ist als Ihre eigene?

Mein persönlicher Tipp ist, zusätzlich weiterhin auf Inserate in Stellenbörsen zu setzen. Denn die großen Stellenbörsen sind ebenfalls Experten in Sachen Reichweite und Suchmaschinenoptimierung. Auch wenn viele Stellensuchende vielleicht nicht direkt über die Jobbörse gehen: Die Jobboards landen mit ihren Stellenangeboten normalerweise ziemlich weit oben in den Suchmaschinenrankings. Nun müssten Sie nur noch herausfinden, mit welcher Stellenbörse Ihre Jobangebote möglichst weit hochgespült werden.

Wenn Sie sich einen Überblick über Stellenmarkt- und Jobbörsenanbieter verschaffen wollen, nutzen Sie den Anbietercheck Stellenmärkte: www.anbietercheck.de/stellenmaerkte.

Schlagworte zum Thema:  Stellenmarkt, Stellenanzeige, Suchmaschine, Jobsuche, Jobbörse, Recruiting

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