Bahn setzt auf Teamleistung und Job-Rotation
Die 4.500 Führungskräfte der Deutschen Bahn müssen sich an neue Führungs- und Karrierevorschriften gewöhnen. "Wir ändern die Spielregeln", sagte Personalchef Ulrich Weber im "Handelsblatt"-Interview. "Wie beim Fußballspielen. Den Ball nach vorn zu dreschen, wird wegen Abseits abgepfiffen, wenn der Mitspieler da allein vor dem Tor steht. Gemeinsames Kurzpassspiel wird dagegen honoriert."
Seit Januar zähle nur noch die Gemeinschaftsleistung bei der Bahn. Individuelle Ziele seien aus dem Katalog der jährlichen Erfolgsbeteiligung gestrichen. "Ab jetzt zählt nur noch der Erfolg des Gesamtsystems Eisenbahn in Deutschland." Ob dies auch für den Vorstand gelte, entscheide der Aufsichtsrat.
Führungskarriere: Schluss mit dem Kamin-Modell
Die Bahn wolle zudem eine bessere übergreifende Zusammenarbeit - zwischen dem Fernverkehr, den Teams auf den Bahnhöfen oder in den Werkstätten. "Dafür müssen wir das Silodenken aufbrechen", sagte Weber.
Auch so genannte Kaminkarrieren sind laut Weber abgeschafft. "Wir haben neue Karriere- und Rotationsregeln eingeführt, die mehr Leben in die Firma bringen sollen", sagt Weber. "Niemand soll länger als sieben Jahre auf ein und demselben Posten sitzen."
Der Konzern wendet sich damit laut Zeitung von früheren Leistungs- und Karriereprinzipien ab, die unter anderem zu Problemen wie sich häufende Verspätungen geführt haben.
Die Bahn war 2016 nach einem Verlustjahr zuvor wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Der bundeseigene Konzern erzielte einen Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 1,8 Milliarden Euro, wie Vorstandschef Rüdiger Grube am Dienstagabend bei einem Empfang in Berlin bekannt gegen hatte. Das detaillierte Zahlenwerk für das vergangene Jahr wird die Bahn-Spitze im März vorlegen.
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