23.11.2016 | Serie Kolumne E-Learning

Branchenmonitor schafft Transparenz und neue Kunden

Serienelemente
Die E-Learning-Expertin Gudrun Porath berichtet in ihrer Kolumne regelmäßig Neues rund ums Thema "E-Learning".
Bild: Haufe Online Redaktion

Kein Personalentwickler möchte, wenn er sich für einen E-Learning-Anbieter entscheidet, die Katze im Sack kaufen. Rankings wie der jährliche MMB-Branchenmonitor können Orientierung bieten. Warum das Erstellen solcher Rankings aber schwierig ist, erläutert Gudrun Porath diesmal in ihrer Kolumne.

Jedes Jahr fordert das Institut für Medien- und Kompetenzforschung, kurz MMB-Institut, die deutschen E-Learning-Anbieter auf, ihm die Umsatzzahlen zu melden, damit das berühmte Anbieter-Ranking erstellt werden kann. Die Sache hätte längst zum Selbstläufer werden müssen, doch auch in diesem Jahr ist es für die Essener eine mühevolle Arbeit, die Zahlen aus den Unternehmen herauszuschütteln. Das darf nicht sein.

Der Vorteil eines Rankings sollte doch auf der Hand liegen: Es hat jedes Jahr einen echten Neuigkeitswert und erzeugt so Aufmerksamkeit für jeden einzelnen Teilnehmer. Diese Sichtbarkeit in einem Umfeld voller Fakten ist wertvoller als jedes Eigenlob in den sozialen Medien. Anbieter, die das kapiert haben, machen sogar mit, wenn der Umsatz einmal sinkt. (Hier finden Sie die Ergebnisse des MMB-Branchenmonitor 2015.)

Egoismus verhindert, dass eine attraktive Branche entsteht

Die Umsätze der einzelnen Anbieter werden außerdem im Rahmen des MMB-Branchenmonitor "E-Learning-Wirtschaft" zu aktuellen Kennzahlen der gesamten Branche hochgerechnet und es wird auch ermittelt, welche aktuellen Angebote sich gut verkaufen lassen. Im vergangenenen Jahr zum Beispiel alles zum Thema "mobil". Es mag sein, dass einzelne Anbieter glauben, als Einzelkämpfer in einem intransparenten Markt bessere Geschäfte zu machen. Aber dieser Egoismus verhindert, dass eine attraktive Branche entsteht, die aus sich heraus so viel Wachstum generiert, dass keiner der Player Angst vor der Zukunft haben muss.

Kürzlich wurde ich von der Messe "Zukunft Personal" in Köln engagiert, um Besuchergruppen zu verschiedenen Ausstellern mit E-Learning-Schwerpunkten zu führen und mit den Anbietern in Kontakt zu bringen. Teilnehmer der Führungen waren zum Beispiel Berater, aber auch Personalentwickler. Diese Frage stellten alle: Wie bekomme ich einen Überblick über Deutschlands E-Learning-Anbieter und ihre Spezialisierungen?

E-Learning-Angebote: Wer kauft gerne die Katze im Sack?

Einen solchen Überblick liefert bislang das Ranking und der dazugehörige Branchenmonitor. Die letzte, achte, Ausgabe des Monitors liegt ein Jahr zurück. 33 E-Learning-Anbieter trugen mit ihren "Zahlen" zum Gelingen bei. Es müssen mehr werden, wenn das Ranking langfristig Bestand haben soll. Die Gefahr droht, dass die E-Learning-Anbieter ganz ohne Not, geradezu leichtsinnig, die Chance verschenken, sich als eine starke Branche zu präsentieren, die zudem im Markt immer noch unterschätzt wird. Es würde die Möglichkeit verschwinden, neue Zielgruppen auf sich aufmerksam zu machen und mit mehr Transparenz die Hemmschwelle zu senken, in eine digitale Lernstrategie zu investieren. Wer kauft schon gerne die Katze im Sack?

Immer wieder hat sich die Branche beschwert, nur einen schwierigen Zugang zu Human Resources und Personalentwicklung zu finden. Mit dem Branchenmonitor hat sie es selbst in der Hand, sich zu öffnen und sich Nicht-E-Learning-Experten gegenüber transparent und verständlich zu präsentieren. Wünschenswert ist das.

 

Über die Kolumnistin

Gudrun Porath ist freie Journalistin – und beobachtet unter anderem für www.haufe.de/personal und "Wirtschaft + Weiterbildung" die Trends auf dem E-Learning-Markt. Ihre Schwerpunktthemen sind das Lernen mit digitalen und sozialen Medien.

Schlagworte zum Thema:  E-Learning, Personalentwicklung, Social Media, Software-Anbieter, Software

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