Lohnsteuer-Jahresausgleich ... / 7 Jahresausgleich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag

Wird für den Arbeitnehmer ein Lohnsteuer-Jahresausgleich durchgeführt, ist gleichzeitig auch der Solidaritätszuschlag und bei kirchensteuerpflichtigen Arbeitnehmern die Kirchensteuer einzubeziehen. Zu beachten ist allerdings, dass es sich bei der Lohnsteuer, der Kirchensteuer und dem Solidaritätszuschlag jeweils um eigenständige Steuerarten und damit um getrennte Ausgleichsverfahren handelt. Führt z.  B. das Ausgleichsverfahren bei der Kirchensteuer zu einer Nachforderung, während sich bei der Lohnsteuer ein Erstattungsbetrag ergibt, darf keine Verrechnung vorgenommen werden. Eine etwaige Überzahlung an Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag ist dem Arbeitnehmer ungekürzt auszuzahlen. Eine Verrechnung mit Fehlbeträgen bei der Kirchensteuer ist nicht zulässig.

 

Praxis-Beispiel

Kirchensteuersatz am Ort der Betriebsstätte

Ein Arbeitgeber verlegt die lohnsteuerliche Betriebsstätte im Laufe des Jahres in ein Bundesland mit einem höheren Kirchensteuersatz, z. B. von Baden-Württemberg (8 %) nach Rheinland-Pfalz (9 %).

Ergebnis: Für den Kirchenlohnsteuerabzug gilt das Betriebsstättenprinzip. Die Kirchensteuer ist mit 8 % einzubehalten, solange der Lohnsteuerabzug in einer lohnsteuerlichen Betriebsstätte in Baden-Württemberg durchgeführt wird. Mit dem Wechsel der lohnsteuerlichen Betriebsstätte nach Rheinland-Pfalz gilt ein Kirchensteuersatz von 9 %.

Beim betrieblichen Kirchenlohnsteuer-Jahresausgleich muss die Lohnsteuer des gesamten Kalenderjahres mit dem Kirchensteuersatz von 9 % berechnet werden, auch wenn für einen Teil des Jahres Kirchenlohnsteuerbeträge mit 8 % einbehalten wurden.

In Baden-Württemberg gilt ein Kirchensteuersatz von 8 %. Arbeitnehmer mit Wohnsitz in Baden-Württemberg können überzahlte Kirchensteuerbeträge durch Einkommensteuerveranlagung zurückerhalten. Ohne Veranlagung kann die Erstattung auch bei der zuständigen Kirchenbehörde beantragt werden.

Änderungen beim Kinderzähler

Beim Ausgleich des Solidaritätszuschlags und der Kirchensteuer wird als Bemessungsgrundlage eine fiktive Jahreslohnsteuer unter Berücksichtigung der Freibeträge für Kinder ermittelt. Bei Änderungen im Laufe des Kalenderjahres ist die Zahl der Kinderfreibeträge maßgebend, die für den letzten Lohnzahlungszeitraum des Ausgleichsjahres als Lohnsteuerabzugsmerkmal gebildet wurde.

Nur teilweise Kirchensteuerpflicht

Ist ein Arbeitnehmer nur zeitweise im Kalenderjahr kirchensteuerpflichtig, wird eine anteilige Jahreslohnsteuer für den Zeitraum der Kirchenzugehörigkeit als Bemessungsgrundlage für den Kirchensteuer-Jahresausgleich ermittelt.

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