Teilweise Abschaffung des Solidaritätszuschlags ab 2021

Ab 2021 soll der Zuschlag für rund 90 Prozent der Lohn- und Einkommenssteuerzahler wegfallen. Denn Bundestag und Bundesrat haben am 29. November 2019 das Gesetz zur Rückführung des Solidaritätszuschlags beschlossen.

Seit 1998 wird der Solidaritätszuschlag in heutiger Höhe von 5,5 Prozent erhoben. Bemessungsgrundlage beim Abzug vom Arbeitslohn ist die jeweilige Lohnsteuer.

Höhe des Solidaritätszuschlags von der jeweiligen Lohnsteuer abhängig

Allerdings wird der Solidaritätszuschlag immer erst ab einer bestimmten Bemessungsgrundlage fällig:

  • bei Ehegatten, wenn die Steuer 1.944 EUR im Jahr übersteigt.
  • bei Ledigen, Geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten, wenn die Steuer 972 EUR im Jahr übersteigt.

An die Freigrenze schließt sich noch eine "Gleitzone" bis zur vollen Belastung an. Die Freigrenze und die Gleitzone werden bereits beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt und sind in den Lohnprogrammen enthalten (für Monatslöhne ebenso wie für Wochen- oder Tageslöhne jeweils umgerechnet).

Rückführung heißt: die Freigrenzen werden deutlich angehoben

Das von Bundestag und Bundesrat beschlossene Gesetz sieht ab 2021 eine deutliche Anhebung der Grenzbeträge vor, bis zu denen auf die Lohnsteuer kein Solidaritätszuschlag erhoben wird:

  • für Ehegatten beziehungsweise Personen in der Steuerklasse III von 1.944 EUR auf 33.912 EUR im Jahr.
  • in allen übrigen Fällen von 972 EUR auf 16.956 EUR im Jahr.

Auf den Monat umgerechnet bedeutet das: bis zu einer Lohnsteuer von 1.413 EUR (oder 2.826 EUR in der Steuerklasse III) wird kein Solidaritätszuschlag erhoben. Die Erhöhung der Freigrenzen wird dann auch bei der Aufstellung der Programmablaufpläne für den Lohnsteuerabzug 2021 berücksichtigt werden.

Für einen Großteil der Arbeitnehmer fällt kein Solidaritätszuschlag mehr an

Nach vorläufigen Berechnungen sollen ledige sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer, die im Jahr nicht mehr als 73.874 EUR brutto verdienen, ab 2021 keinen Solidaritätszuschlag mehr zahlen. Bis zu einem Einkommen von 109.451 EUR wird in der Gleitzone schrittweise die volle Höhe erreicht. Ein Alleinverdiener in der Steuerklasse III soll bis zu einem Bruttojahreslohn von 151.990 EUR keinen Solidaritätszuschlag zahlen. Bis 221.375 EUR fällt für ihn zumindest ein Teil an, danach der volle Zuschlag.

Hinweis: Anwendung der jährlichen Freigrenze auch bei sonstigen Bezügen

Für den Lohnsteuerabzug ergibt sich 2021 noch eine weitere Änderung: Im Lohnsteuer­abzugsverfahren werden für sonstige Bezüge nach geltender Rechtslage keine Freigrenzen berücksichtigt. Durch eine neue Vorschrift (§ 3 Abs. 4a Satz 1 SolzG) wird die Anwendung der jährlichen Freigrenze auch bei sonstigen Bezügen sichergestellt. Dies soll dafür sorgen, dass für gering oder durchschnittlich verdienende Arbeitnehmer vom Arbeitgeber unterjährig kein Solidaritätszuschlag einbehalten wird.

Solidaritätszuschlag: Für 2020 keine Änderungen

Für den Lohnsteuerabzug 2020 ergeben sich aus dem vorstehenden Gesetz keine Änderungen.

Eine kleine Entlastung für das nächste Jahr hatte der Gesetzgeber aber bereits vorher beschlossen: Zur steuerlichen Freistellung des Existenzminimums und zum Ausgleich der sogenannten kalten Progression werden der Grundfreibetrag angehoben und die Eckwerte des Lohn- und Einkommensteuertarifs nach rechts verschoben. So steigt der steuerfreie Grundfreibetrag 2020 um weitere 240 EUR auf 9.408 EUR. Die Änderungen sind in den Lohnprogrammen für 2020 enthalten.


Schlagworte zum Thema:  Solidaritätszuschlag, Lohnsteuerfreibetrag