Freibeträge / 2 Automatisch berücksichtigte Freibeträge

2.1 Grundfreibetrag

Jedem Steuerpflichtigen muss sein Einkommen insoweit steuerfrei belassen werden, als er es zum Bestreiten der lebensnotwendigen Ausgaben benötigt. Die Höhe des steuerlichen Existenzminimums wird als Grundfreibetrag[1] regelmäßig angepasst und orientiert sich am sozialrechtlichen Existenzminimum. In 2020 beträgt der Grundfreibetrag 9.408 EUR.

2.2 Arbeitnehmer-Pauschbetrag

Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag ist ein Jahresbetrag, der angesetzt werden kann, wenn Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit erzielt wurden.[1] Er beträgt 1.000 EUR und ist für die Steuerklassen I bis V in den Lohnsteuertarif eingearbeitet.

2.3 Sonderausgaben-Pauschbetrag

Der Sonderausgaben-Pauschbetrag beträgt 36 EUR für Ledige bzw. 72 EUR im Fall der Zusammenveranlagung von Ehegatten.[1] Er ist in die Steuerklassen I bis V im Lohnsteuertarif eingearbeitet.

2.4 Kinderfreibetrag

Freibeträge für Kinder werden über den Kinderfreibetragszähler berücksichtigt. Sie haben nur Auswirkung auf die Berechnung der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlags, nicht aber auf die Berechnung der Lohnsteuer. Halbe Freibeträge werden mit dem Zähler "0,5", volle Freibeträge mit dem Zähler "1" in den ELStAM vermerkt. In 2020 beträgt der halbe Freibetrag 2.586 EUR bzw. der volle Freibetrag 5.172 EUR pro Kind. Neben dem Kinderfreibetrag gibt es für jedes Kind den Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf von 1.320 EUR bzw. 2.640 EUR bei Zusammenveranlagung. Bei einem ganzen Freibetrag ergeben sich 2020 somit insgesamt 7.812 EUR (5.172 EUR + 2.640 EUR).

2.5 Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Alleinerziehenden wird ein Entlastungsbetrag von 1.908 EUR im Jahr eingeräumt, wenn mindestens ein Kind zu ihrem Haushalt gehört, für das ihnen ein Kinderfreibetrag oder Kindergeld zusteht.[1] Der Entlastungsbetrag wird bei Arbeitnehmern in der Steuerklasse II nur für ein Kind im Lohnsteuertarif berücksichtigt, auch wenn der Alleinerziehende mehrere berücksichtigungsfähige Kinder hat. Zur Abmilderung der für Alleinerziehende durch die Corona-Pandemie entstehenden Zusatzkosten wird der Grund-Entlastungsbetrag für Alleinerziehende durch einen Zusatzfreibetrag von 2.100 EUR zeitlich befristet für 2020 und 2021 angehoben. Für die beiden Jahre ergibt sich dadurch ein Steuerentlastungsbetrag in der Steuerklasse II von insgesamt 4.008 EUR.[2]

Das Finanzamt darf die Steuerklasse II nur als ELStAM bilden, wenn der Arbeitnehmer dem Finanzamt schriftlich versichert hat, dass die Voraussetzungen für die Berücksichtigung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende vorliegen.[3] Der Arbeitnehmer verpflichtet sich mit der Bildung der Steuerklasse II als ELStAM, die Steuerklasse umgehend ändern zu lassen, wenn die Voraussetzungen wegfallen.

 
Achtung

Erhöhungsbetrag für jedes weitere Kind muss gesondert beantragt werden

Der Erhöhungsbetrag für das zweite und jedes weitere Kind beträgt 240 EUR jährlich. Er ist nicht in die Steuerklasse II eingearbeitet und muss gesondert beim Finanzamt im Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren beantragt werden.[4]

2.6 Vorsorgepauschale

Eine Vorsorgepauschale wird ausschließlich im Lohnsteuerabzugsverfahren berücksichtigt.[1] Über die Vorsorgepauschale hinaus werden im Lohnsteuerabzugsverfahren keine weiteren Vorsorgeaufwendungen berücksichtigt.[2]

Soweit die Vorsorgeaufwendungen die Vorsorgepauschale übersteigen, können sie nur im Rahmen der maßgeblichen Höchstbeträge bei der Veranlagung zur Einkommensteuer geltend gemacht werden.

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