26.07.2012 | Lohnabrechnung

Lohnsteuerliche Behandlung von unbezahltem Urlaub

Unbezahlter Urlaub
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Gerade zur Schulferienzeit nimmt eine ganze Reihe von Arbeitnehmern über ihren bestehenden Urlaubsanspruch hinaus unbezahlten Urlaub. Nachstehend erfahren Sie, welche lohnsteuerlichen Besonderheiten zu berücksichtigen sind.

Grundsätzlich haben Arbeitnehmer hat Anspruch auf die Fortzahlung des Arbeitsentgelts während ihres Urlaubs. Wenn jedoch Mitarbeiter über den Ihnen zustehenden Urlaub und evtl. Arbeitszeitkonten hinaus freie Tage benötigen, wird von vielen Arbeitgebern unbezahlter Urlaub gewährt.

Lohnsteuerlich ergeben sich bei der Gewährung unbezahlten Urlaubs grds. keine Probleme. Das liegt vor allem am sog. Zuflussprinzip. Solange dem Mitarbeiter keine Lohnbestandteile zufließen, entstehen keine steuerpflichtigen Vorteile. Erhält der Mitarbeiter aber während des  eigentlich unbezahlten Urlaubs trotzdem Gehaltsbestandteile weiter, wie z. B. einen Firmenwagen. sind diese Zahlungen auch weiterhin zu versteuern.

Bei der Lohnabrechnung sind einige Besonderheiten zu beachten:

  • Solange das Dienstverhältnis fortbesteht sind auch solche in den Lohnzahlungszeitraum fallenden Arbeitstage mitzuzählen, für die der Arbeitnehmer keinen Lohn bezogen hat (R 39b.5 Abs. 2 Satz 3 LStR). Es entsteht also durch Beginn / Ende des unbezahlten Urlaubs im laufenden Monat kein Teillohnzahlungszeitraum mit der Folge, dass die Lohnsteuer nach der Tageslohnsteuertabelle ermittelt werden müsste. Falls die Abrechnung ansonsten monatlich erfolgt, bleibt es auch für die Zeit des unbezahlten Urlaubs bei diesem Lohnabrechnungszeitraum.
  • Allerdings ist bei unbezahltem Urlaub im Lohnkonto der Buchstabe U einzutragen (U steht für Unterbrechung), wenn die Zahlung von Arbeitslohn für mindestens 5 aufeinander folgende Arbeitstage wegfällt (§ 41 Abs 1 Satz 5 EStG; § 4 Abs 2 Nr 2 LStDV). Die Aufzeichnung der Dauer der Unterbrechung ist nicht vorgesehen. Weil während der Unterbrechung nur der Anspruch auf die Hauptlohnbestandteile entfallen muss, schließt z. B. die Fortzahlung von vermögenswirksamen Leistungen die Eintragung des Großbuchstabens U nicht aus. Dies gilt auch für die Weitergewährung eines Firmenwagens. Für jeden einzelnen Unterbrechungszeitraum ist ein neuer Buchstabe „U“ einzutragen. Der Unterbrechungszeitraum von fünf Arbeitstagen bezieht sich auf das Kalenderjahr. Bei Unterbrechungen, die sich über den Jahreswechsel hinaus erstrecken, ist jedes Kalenderjahr für sich zu betrachten.
  • Abschließend ist die Anzahl der im Lohnkonto vermerkten Buchstaben „U“ in die elektronische Lohnsteuerbescheinigung einzutragen (§ 41b Abs. 1 Nr. 2 EStG). Der genaue Zeitraum der Unterbrechung braucht nicht angegeben zu werden. Hat der Mitarbeiter z. B. im Kalenderjahr 2012 einmal 2 Wochen und einmal 1 Woche unbezahlten Urlaub genommen, so ist in Zeile 2 der Lohnsteuerbescheinigung die Zahl „2“ oder in Worten „zwei“ einzutragen.

Schlagworte zum Thema:  Lohnkonto, Firmenwagen, Lohnsteuerbescheinigung, Urlaub

Aktuell

Meistgelesen