27.07.2012 | Unbezahlter Urlaub

Wenn der Arbeitnehmer auf Weltreise gehen will

Über die Weltmeere segeln
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Gründe, weshalb sich Arbeitnehmer eine längere Auszeit – auch unbezahlt – wünschen, sind vielfältig. Doch haben sie einen Anspruch darauf, dass der Arbeitgeber ihnen die freie Zeit gewährt?

Der Arbeitnehmer hat sich mit dem Arbeitsvertrag verpflichtet, seine Arbeitsleistung zu erbringen. Daher besteht grundsätzlich kein Anspruch darauf, von dieser Pflicht entbunden zu werden.

Wo es einen Grundsatz gibt, ist die Ausnahme nicht weit. Denn entsprechende Regelungen in Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträgen können unbezahlte Freistellungen vorsehen. Ist das jedoch nicht der Fall und steht auch nichts im Arbeitsvertrag, so steht es im Ermessen des Arbeitgebers, einen unbezahlten Urlaub zu gewähren.

Nur in seltenen Ausnahmefällen wird das Ermessen des Arbeitgebers derart eingeschränkt sein, dass ihm nur noch die Möglichkeit bleibt, Sonderurlaub zu erteilen.

Die Leistungspflichten ruhen

Während des unbezahlten Urlaubs ruhen die gegenseitigen Hauptleistungspflichten, also die Pflicht des Arbeitnehmers zur Arbeitsleistung und die Pflicht des Arbeitgebers zur Entgeltzahlung. Im Übrigen besteht das Arbeitsverhältnis in rechtlicher Hinsicht unverändert fort.

Hat der Arbeitnehmer einen unbezahlten Urlaub angetreten, so kann er die vorzeitige Beendigung dieses unbezahlten Urlaubs nur dann verlangen, wenn dies in der Regelung, die ihm den unbezahlten Urlaub verschafft vorgesehen ist.

 

Schlagworte zum Thema:  Freistellung, Unbezahlter Urlaub, Urlaub

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