18.07.2013 | Top-Thema Gutscheine: lohnsteuer- und arbeitsrechtliche Bedingungen

Elektronische Gutscheinkarten

Kapitel
Elektronische Gutscheine, sogenannte E-Cards gehören bei vielen Anbietern bereits zum Standard.
Bild: Michael Bamberger

Die meisten Gutscheinanbieter in Deutschland bieten inzwischen auch eine elektronische Variante eines Gutscheins für Mitarbeiter an. Diese hat einen wesentlichen Vorteil: Sie erleichtert den Aufwand in der Personalabteilung bei der Überprüfung der Abgabenfreiheit. Bei Bonussystemen ist allerdings Vorsicht geboten.

Steuerlich erfolgt der Lohnzufluss bei Gutscheinen in dem Augenblick, in dem der Arbeitnehmer über das Guthaben verfügen kann. Gerade für die Frage, ob die monatliche Sachzuwendungsfreigrenze von 44 Euro eingehalten ist, muss der Arbeitgeber den Zeitpunkt der Übergabe des Gutscheins nachweisen können.

Elektronische Gutscheine vs. Papiergutscheine

Bei Papiergutscheinen erfordert dies erheblichen Verwaltungsaufwand. Bei elektronischen Gutscheinen, sogenannten E-Cards, kann die Aktivierung – also der steuerliche Zufluss – vom Arbeitgeber exakt bestimmt werden. Damit wird vermieden, dass Gutscheine für zwei unterschiedliche Monate versehentlich in einem Monat ausgehändigt werden.

Achtung bei Bonussystemen – Abgabenfreiheit genau prüfen  

In diesem Zusammenhang sind Angebote, die ein Ansparen des monatlichen Betrags in Form eines Bonussystems ermöglichen, kritisch zu sehen. Der BFH hat in seiner Rechtsprechung zur Jahresfahrkarte klargestellt, dass sich die Sachzuwendungsfreigrenze von 44 Euro auf den Übergabezeitpunkt bezieht. Für welchen Zeitraum der Gutschein einen Bezug ermöglicht, spielt dabei keine Rolle. Es ist also nicht möglich, Gutscheine wertmäßig für mehrere Monate zusammenzufassen. Dagegen spielt der Zeitpunkt, zu dem der Arbeitnehmer seine Gutscheine einlöst, für die Lohnerfassung keine Rolle. Es ist also möglich, Gutscheine zu sammeln und insgesamt für eine aufwendigere Sache einzulösen. Ob das geplante Ansammeln von Guthaben – eventuell verbunden mit einem Bonus – von Prüfern und Gerichten akzeptiert wird, darf aber bezweifelt werden. Auf der sicheren Seite bleibt, wer bezüglich Zeitpunkt der Einlösung einen Zeitrahmen von einem Jahr vorgibt.

Autor: Andreas Sprenger ist Steuerberater und Referent für Fragen der Entgeltabrechnung.

Welche Anbieter elektronische Gutscheine in Ihrem Programm haben, sehen Sie auf unserer Marktübersicht zum Schwerpunktthema „Gutscheine“ in Personalmagazin, Heft 7/2013 auf Seite 39 f.

Schlagworte zum Thema:  Marktübersicht, Gutschein, Insolvenz, Incentive

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