17.12.2013 | Beitragsfälligkeit

Beiträge rechtzeitig zahlen - zusätzliche Kosten vermeiden

Im Dezember 2014 sind die SV-Beiträge bereits am 23. fällig
Bild: Haufe Online Redaktion

Arbeitgeber müssen SV-Beiträge bereits vor Ablauf des Entgeltabrechnungszeitraumes zahlen. Dies ist besonders bei schwankenden Bezügen nicht einfach. Der Auftrag der Einzugsstellen ist klar: Gehen die Beiträge zu spät ein, werden Säumniszuschläge erhoben. Lösung kann ein SEPA-Lastschriftmandat sein.

Besonders deutlich wird das Problem der frühen Beitragsfälligkeit im Dezember eines Jahres, wenn die Beiträge aufgrund der vielen Feiertage viel weiter vor dem Monatsende fällig werden, als üblich. Von verschiedenen Seiten wird deshalb gefordert, zur alten Fälligkeitsregelung zurückzukehren. Bis Ende 2005 war die Zahlung der Beiträge erst im Folgemonat fällig.

Beitragsfälligkeit

Die derzeitige Regelung zur Fälligkeit der Beiträge sieht so aus: Nach dem Entgelt zu bemessende Gesamtsozialversicherungsbeiträge (einschließlich der Umlagen) sind in voraussichtlicher Höhe der Beitragsschuld spätestens am drittletzten Bankarbeitstag des Monats fällig werden, in dem Entgeltanspruch entstanden ist. Maßgebend für die rechtzeitige Zahlung ist der Zeitpunkt des Geldeingangs bei der Einzugsstelle.

Fälligkeit des Beitragsnachweises

Die Höhe der zu zahlenden Beiträge muss der Arbeitgeber der Einzugsstelle bereits 2 Arbeitstage vor der Fälligkeit mit dem Datensatz Beitragsnachweis anzeigen. Dies bedeutet z. B. für den Monat Dezember 2013, dass der Beitragsnachweisdatensatz für die am 23.12. fälligen Abgaben bereits am 19.12. um 0:00 Uhr zur Einzugsstelle übermittelt sein muss.

Höhe des Säumniszuschlags

Für Beiträge sowie weiteren Abgaben (Umlagen etc.), die vom Arbeitgeber nicht pünktlich bis zum Fälligkeitstag gezahlt werden, erhebt die Einzugsstelle einen Säumniszuschlag. Der Säumniszuschlag beträgt für jeden angefangenen Monat des Zahlungsverzugs 1 % des auf 50 EUR nach unten gerundeten Betrages.


Beispiel


Rückständiger Betrag aus SV-Beiträgen und Umlagen: 

auf volle 50 EUR abgerundet: 

1.286,00 EUR

1.250,00 EUR


Säumniszuschlag 1 % von 1.250 EUR =


12,50 EUR


Erlass des Säumniszuschlags

In besonders begründeten Ausnahmefällen kann der Arbeitgeber bei der Einzugsstelle den Erlass des Säumniszuschlags beantragen. Die Einzugsstelle kann Säumniszuschläge erlassen, wenn deren Erhebung nach der Lage des Einzelfalles unbillig war.

Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn

  • der Arbeitgeber bisher immer ein pünktlicher Beitragszahler war oder es sich um ein einmaliges Zahlungsversäumnis handelte oder
  • ein unabwendbares Ereignis, wie ein Stromausfall, der Grund für die verspätete Zahlung war.

Säumniszuschläge vermeiden mit Einzugsermächtigung oder SEPA-Basis-Lastschriftmandat

Arbeitgeber gehen auf Nummer sicher, wenn sie den Einzugsstellen den rechtzeitigen Beitragseinzug überlassen. Hierzu genügt derzeit noch die Erteilung einer Einzugsermächtigung. Für Beitragseinzüge ab dem 1.2.2014 muss ein SEPA-Basis-Lastschriftmandat erteilt werden (s. News v. 30.7.2013).

Aber Vorsicht, jetzt und ab SEPA-Einführung gilt: Das Konto muss zum Zeitpunkt des Einzugs gedeckt sein, sonst werden Säumniszuschläge erhoben.

Politische Diskussion um Fälligkeitstermin

Die Rückkehr zur alten Fälligkeitsregelung, die bis Ende 2005 gegolten hat, wird immer wieder diskutiert. Danach waren Beiträge spätestens am 15. des Monats zu zahlen, der auf den Monat folgt, in dem der Entgeltanspruch entstanden ist. Erst kürzlich hat der Bund der Steuerzahler e.V. das Thema wieder aufgegriffen. Vorgeschlagen wurde, den Fälligkeitstermin für Sozialversicherungsbeiträge auf den 10. des Folgemonats zu verschieben. Damit würde er mit dem Fälligkeitstermin für die Lohnsteuer zusammenfallen.

Spätere Beitragsfälligkeit: Des einen Vorteil - des anderen Nachteil

Eine Verschiebung der Fälligkeit würde Arbeitgeber sicher entlasten und zum Bürokratie­abbau beitragen. Allerdings muss auch die Gegenseite berücksichtigt werden. Die Sozialversicherung würde im Jahr der Umstellung finanziell benachteiligt, weil sie auf die Beitragseinnahmen eines Monats verzichten muss. Bei einer zum Jahresbeginn geänderten Beitragsfälligkeit wäre die 1. Beitragseinnahme (für den Januar) erst spätestens im Februar zu zahlen. Dies kann sich für die einzelnen Sozialversicherungszweige enorm auswirken.

Schlagworte zum Thema:  Säumniszuschlag, Beitragsfälligkeit, Erlass, Fälligkeitstermin, Sozialversicherungsbeitrag, SEPA

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