| Entsendung ins Ausland

Impfung fällt in Fürsorgepflicht des Arbeitgebers

Impfkosten bei Auslandsentsendung trägt der Arbeitgeber
Bild: Haufe Online Redaktion

Werden Arbeitnehmer berufsbedingt ins Ausland geschickt, sind oft Schutzimpfungen nötig. Die Kosten fallen regelmäßig in die Verantwortung des Arbeitgebers.

Infektionskrankheiten sind weltweit immer noch Todesursache Nummer 1. In unseren Breitengraden ist diese Gefahr insbesondere durch die gute Durchimpfung der Bevölkerung weitgehend eingedämmt. In Indien oder Südostasien ist eine Tuberkuloseinfektion aber auch heute noch häufig tödlich. Für Krankheiten wie Malaria, Hepatitis oder Typhus gilt gerade aufgrund zunehmender Auslandsaktivität der Unternehmen: Vorbeugen besser ist als Heilen.

Umfangreiche Maßnahmen des Arbeitsschutzes

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten bei der Arbeit durch Maßnahmen zum Arbeitsschutz zu sichern und zu verbessern. Dies bringt bei Auslandseinsätzen umfassende Pflichten mit sich. Gesetzlich geregelt ist dies im Arbeitsschutzgesetz (§ 1 ArbSchG), aber auch im Sozialgesetzbuch (§ 21 SGB VII).

Beratung und Ermittlung der Gefährdung

Dazu gehört auch, durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundene Gefährdung zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind (Gefährdungsbeurteilung). Die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbmedVV) bestimmt für die Entsendung des Arbeitnehmers ins Ausland mit Tätigkeiten in Tropen, Subtropen bzw. mit besonderen klimatischen Belastungen und Infektionsgefährdungen Pflichtuntersuchungen. Diese beinhalten eine ärztliche Beratung durch einen Arzt mit besonderen Fachkenntnissen über die besonderen klimatischen und gesundheitlichen Belastungen sowie über die ärztliche Versorgung am vorgesehenen Tätigkeitsort. Der Arzt gibt Hinweise auf eine erforderliche Malariaprophylaxe und führt die entsprechenden Schutzimpfungen durch.

Krankenkassen zahlen nicht bei berufsbedingtem Auslandsaufenthalt

Berufsbedingte Impfungen fallen in den Aufgabenbereich des Arbeitgebers und sind keine Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Die Kosten dafür sind nach den gesetzlichen Vorgaben durch den Arbeitgeber zu tragen. Das gilt auch nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut. Keinesfalls dürfen die Kosten durch den Arbeitgeber auf den Arbeitnehmer abgewälzt werden (§ 3 ArbSchG).

Wann beteiligt sich die Kasse?

Die Krankenkassen sehen in ihren Satzungsregelungen lediglich Reiseschutzimpfungen für Urlaubsaufenthalte vor. Die Kostenerstattung ist nicht möglich, wenn es sich um einen beruflich bedingten Auslandsaufenthalt handelt.

Werden bei arbeitsmedizinischen Untersuchungen allerdings über die Arbeitgeberverpflichtung hinausgehende Impflücken festgestellt, können entsprechende Impfmaßnahmen durchgeführt werden. Meist beteiligen sich die Krankenkassen auf Nachfrage dann an den Impfstoffkosten. Eine Kostenübernahme für die ärztliche Leistung ist den Krankenkassen jedoch nicht möglich.

Schlagworte zum Thema:  Impfkosten, Entsendung, Schutzimpfung, Gefährdungsbeurteilung, Arbeitsmedizinische Vorsorge

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