Kündigung eines Lehrers wegen Corona-Leugnung
Das ArbG Darmstadt befasste sich mit dem folgenden Fall:
Angestellter Berufsschullehrer leugnet Corona und hält vorgeschriebene Schutzmaßnahmen nicht ein
Der 64-jährige Kläger war seit 2006 als Berufsschullehrer in Groß-Gerau im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses beschäftigt. Im November 2020 mahnte das staatliche Schulamt den Kläger unter anderem deshalb ab, weil er selbst den Mund-Nasen-Schutz nur bis unterhalb der Nase trug, gegenüber den Schülern das Maskentragen als völlig nutzlos bezeichnete, ihnen gegenüber ferner die Covid19-Pandemie als Verschwörung der weltweiten Pharmaindustrie bezeichnet und ihre Existenz geleugnet habe.
Nach der Behauptung des beklagten Landes Hessen tolerierte der Lehrer danach weiterhin, dass Schüler und Schülerinnen den Mund-Nasen-Schutz nicht trugen, und unterließ das Lüften des Klassenraumes. Darüber hinaus habe er geäußert, es würden die ersten KZ für Impfgegner wiederaufgebaut werden und er selbst müsse sich darauf einstellen, in ein KZ zu kommen, wenn er sich nicht impfen lassen werde. Weiterhin habe er Covid19 als reine Lüge bezeichnet.
Aufgrund dessen kündigte das Land Hessen das mit dem Berufsschullehrer bestehende Arbeitsverhältnis zunächst fristlos, einigte sich aber später mit ihm darauf, dass diese Kündigung keinen Bestand haben sollte. Mit Schreiben vom 17. Juni 2021 kündigte das beklagte Land das Arbeitsverhältnis ordentlich zum 31. Dezember 2021.
ArbG Darmstadt: Kündigung war wirksam
Die Kammer 9 des Arbeitsgerichts Darmstadt hat entschieden, dass die Kündigung vom 17. Juni 2021 wirksam ist und die Klage dementsprechend abgewiesen.
Zusammengefasst hat das Gericht nach Vernehmung mehrerer Zeugen diese Entscheidung wie folgt begründet: Trotz entsprechender Abmahnung, wobei hier eine Abmahnung vor dem Ausspruch einer Kündigung sogar entbehrlich gewesen sei, habe der Lehrer keine Einsicht dahingehend gezeigt, dass Arbeitsschutzvorschriften unabhängig von seinen persönlichen Ansichten einzuhalten sind, sondern sich durchgehend auf seine Meinungsfreiheit berufen. Im Falle seiner Rückkehr an den Arbeitsplatz sei zu befürchten, dass er weiterhin offenkundige Tatsachen als diskutierbare Meinungsäußerungen bewerten, die Schüler und Schülerinnen verunsichern und die rechtlich zwingend vorgegebenen Infektions- und Arbeitsschutzmaßnahmen in Zweifel ziehen sowie deren Durchsetzung gefährden werde.
Zudem müsse das beklagte Land es nicht hinnehmen, dass der - keine Einsicht zeigende - Lehrer weiterhin völlig fernliegende Vergleiche zwischen der Verpflichtung, Infektionsschutzmaßnahmen zu befolgen, und Gewissensentscheidungen oder Verhältnissen in der Nazidiktatur anstellen oder zumindest anregen werde (ArbG Darmstadt, Urteil v. 30.11.2021, 9 Ca 163/21).
Gegen dieses Urteil ist die Berufung zum Hessischen Landesarbeitsgericht möglich; es ist also noch nicht rechtskräftig.
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