TV-L-Tarifrunde 2025/2026

Einigung in der Tarifrunde für die Beschäftigten der Länder


Zweite Verhandlungsrunde zum TV-L bleibt ohne Ergebnis

In der dritten Verhandlungsrunde zu den Tarifverhandlungen in der TV-L-Tarifrunde 2026 haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften geeinigt. Hier sind die Eckpunkte der Tarifeinigung und der weitere Zeitplan.

Am 14. Februar 2026 haben sich die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und die Gewerkschaften ver.di und dbb auf einen Tarifabschluss für die TV-L-Beschäftigten geeinigt.

Eckpunkte der Einigung zum TV-L im Überblick

Die Einigung der Tarifvertragsparteien sieht Folgendes vor:

  • Erhöhung der Entgelte um 5,8 Prozent in drei Schritten: Zum 1. April 2026 werden die Entgelte um 2,8 Prozent, aber mindestens um 100 Euro angehoben, zum 1. März 2027 erfolgt eine Anhebung um weitere 2,0 Prozent und der letzte Erhöhungsschritt von 1,0 Prozent folgt am 1. Januar 2028.
  • Verbesserungen für Nachwuchskräfte, insbesondere Eröhung der Ausbildungsentgelte um 150 Euro
  • Erhöhung der Wechselschicht- und Schichtzulagen: Die Zulage für Schichtdienste steigt auf monatlich 100 Euro, für das Pflegepersonal in Krankenhäusern auf 100 Euro. Die Wechselschichtzulage steigt auf 200 Euro im Monat, in Krankenhäusern auf 250 Euro. Für Teilzeitbeschäftigte im Schicht- oder Wechselschichtdienst gilt künftig, dass Zuschläge für Überstunden, sofern nicht zeitlich ausgeglichen, bereits ab der ersten Stunde über der individuellen Arbeitszeit gezahlt werden (und nicht erst ab Erreichen der vollen Wochenarbeitszeit).  
  • Angleichung der Arbeitsbedingungen im Osten an die West-Regelungen: Besserer Kündigungsschutz und stufenweise Absenkung der Arbeitszeit an den drei ostdeutschen Unikliniken in Rostock, Greifswald und Jena bis zum 1. Januar 2029 auf 38,5 Stunden
  • Laufzeit des Tarifvertrags: 27 Monate bis zum 31. Januar 2028

TdL: "Gutes und vor allem langfristig tragfähiges Ergebnis“

Zum Verhandlungsergebnis sagte der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite und Vorsitzende der TdL, Hamburgs Finanzsenator Dr. Andreas Dressel: „Wenn man sich die Ausgangslage mit leeren Kassen in den Ländern und überhöhten Forderungen der Gewerkschaften vor Augen führt, ist das ein gut vertretbarer Kompromiss, der zeigt, dass wir als Tarifpartner gesamtstaatliche Verantwortung übernehmen. Das Ergebnis bietet für die Länderhaushalte in den kommenden 27 Monaten Planungssicherheit, ist aber auch für die Beschäftigten attraktiv, da sie bereits ab April 2026 deutlich mehr Geld erhalten. Uns war wichtig, ein gutes Paket für die Nachwuchskräfte des öffentlichen Dienstes zu schnüren. Das ist gelungen und wird den Landesdienst in den nächsten Jahren noch attraktiver machen."

Ebenso hebt Dressel die Bedeutung der Zulagen für Wechselschicht- und Schichtdienst sowie die Angleichung der Arbeitsbedingungen zwischen Ost und West hervor. In seiner Erklärung zum Verhandlungsergebnis nimmt Dressel auch Stellung zu Unterschieden zur TVöD-Tarifrunde„Manchmal ist aber auch wichtig, was nicht in den Tarifvertrag gekommen ist: Angesichts der dramatischen Haushaltslage in den Bundesländern hätte ein zusätzlicher Urlaubstag, wie er zum Beispiel im TVöD Abschluss vereinbart wurde, überhaupt nicht in die Zeit gepasst. Der Tarifvertrag geht an die Grenzen des finanziell Machbaren und trotzdem berücksichtigt er mit drei Schritten in drei Haushaltsjahren die enge Haushaltslage in den Ländern besser als manch anderer Abschluss in dieser Zeit.“ 

Kosten der TV-L-Tarifeinigung bei 4,11 Milliarden Euro

Die Einigung wird die Länder allein im Tarifbereich 4,11 Milliarden Euro kosten; einschließlich der Beamtinnen und Beamten, Richterinnen und Richter sowie Versorgungsempfängerinnen und -empfänger betragen die Kosten 12,34 Mrd. Euro.

Gewerkschaften mit erzieltem Ergebnis der Verhandlungen zufrieden

Die Gewerkschaften zeigen sich mit dem erzielten Ergebnis zufrieden. Im Anschluss an die Verhandlungen sagte der ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführer Frank Werneke„Die Verhandlungen mit den Ländern waren schwierig wie lange nicht mehr. Am Ende steht ein Ergebnis auf dem Niveau des Tarifvertrages für die Beschäftigen im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen aus dem vorigen Jahr. Damit halten die Länderbeschäftigten Anschluss an das Lohnniveau ihrer Kolleg*innen. Das war uns besonders wichtig und nützt auch den Ländern bei der Personalsuche – und das haben wir nun nach harten Verhandlungen durchgesetzt.“  

Übertragung der Ergebnisse auf Beamtinnen und Beamte

Dbb-Chef Volker Geyer ergänzte: „Natürlich ist das ein Kompromiss und nicht alle unsere Forderungen konnten wir umsetzen. Die Ergebnisse bedeuten aber konkrete und nachhaltige Verbesserungen für unsere Kolleginnen und Kollegen – und das in einer extrem schwierigen politischen und wirtschaftlichen Gesamtsituation. Dass die Einkommen spürbar steigen, ist enorm wichtig für die Menschen, die dieses Land 24/7 am Laufen halten.“

Für den dbb sei die Einkommensrunde mit dem Tarifabschluss nicht beendet. „Wir fordern die zeitgleiche und systemgerechte Übertragung der Ergebnisse auf die Beamtinnen und Beamten der Länder und Kommunen. Jedem Versuch, bei der Besoldung und Versorgung inhaltlich Abstriche zu machen oder die Umsetzung zu verzögern, werden wir uns massiv widersetzen.“

Das waren die Forderungen der Gewerkschaften in der TV-L-Tarifrunde

Die Mitglieder der ver.di-Bundestarifkommission öffentlicher Dienst (BTK öD) haben die Forderungen der Gewerkschaften in der TV-L-Tarifrunde auf ihrer Sitzung am 17. November 2025 beschlossen und veröffentlicht.

Das sind die wichtigsten Forderungen der Gewerkschaften im Überblick:

  • Das Entgelt der Beschäftigten soll um 7 Prozent im Monat steigen, mindestens aber um 300 EUR zusätzlich.
  • Für Nachwuchskräfte sollen das Gehalt um 200 EUR pro Monat steigen, zudem wird ihre unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung gefordert.
  • Alle Zeitzuschläge sollen um 20 Prozentpunkte steigen.
  • Die Laufzeit der Tarifeinigung soll 12 Monate betragen.
  • Das Tarifergebnis soll zeitgleich und systemgerecht auf die Beamtinnen und Beamten übertragen werden.

Wie geht es weiter?

Am 12. März 2026 entscheiden die Gewerkschaften, ob die Tarifeinigung endgültig angenommen werden soll. Dazu wird bis zum 9. März 2026 eine Mitgliederbefragung durchgeführt. Die Erklärungsfrist endet mit Ablauf des 13.3.2026.

Welche Beschäftigten sind von der TV-L Tarifrunde betroffen?

Von den Verhandlungen der Gewerkschaften mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sind direkt ca. 1,2 Millionen Tarifbeschäftigte der Bundesländer (außer Hessen) betroffen und indirekt zudem ca. 1,4 Millionen Beamtinnen und Beamte der entsprechenden Länder und Kommunen sowie rund eine Million Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger.


Das Einigungspapier kann hier abgerufen werden.

ver.di / dbb / TdL