Büroimmobilien: Wie sich Abstandsregeln & Co umsetzen lassen

Die einen halten auch im Corona-Lockdown im Büro die Fahne hoch, die anderen sitzen im Homeoffice. Über kurz oder lang werden sich aber alle wieder treffen. Und dann gelten Abstandsregeln. Wie die sich umsetzen lassen, testet Cushman & Wakefield in seinem Anti-Pandemie-Bürokonzept "6 Feet Office".

Das Bundeskabinett hat vergangene Woche beschlossen, dass für die schrittweise Rückkehr auch von Bürobeschäftigten künftig neue bundesweit einheitliche Regeln greifen sollen. Vorgegeben wird unter anderem ein Mindestabstand von eineinhalb Metern zu den Kollegen – es handele sich um verbindliche Regeln, betonte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Das Büro für die Zeit in und nach der Corona-Pandemie wird ein anderes sein, eines mit Absperrungen, Markierungen und Trennwänden.

Bürobeschäftigte sollen möglichst wenig direkten Kontakt zueinander haben, um die Gefahr einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden. In vielen Büros müssen die Mitarbeiter derzeit noch schätzen, wie weit sie von den Kollegen entfernt sitzen.

Cushman & Wakefield: "Wie sieht die Arbeitswelt in der Post-Corona-Phase aus?“

Der Immobilienberater Cushman & Wakefield (C&W) präsentiert sich mit dem sogenannten "6-Feet-Office" als einer der Pioniere in Sachen "Pandemie-resistentes Büro". Sechs Fuß sind rund 1,8 Meter, etwas mehr als der vom Bundeskabinett beschlossenen Mindestabstand von eineinhalb Metern. Ein Abstand von mindestens sechs Fuß wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO, den nationalen Gesundheitsbehörden und dem Robert-Koch-Institut empfohlen.

Entwickelt und auf seine Alltagstauglichkeit geprüft wurde das "6 Feet Office"-Büroflächenkonzept in der niederländischen Niederlassung von C&W in Amsterdam – in Deutschland testet der Immobilienberater derzeit sein Düsseldorfer Büro nach dem neuen Entwurf. "Damit geben wir eine Antwort auf eine der drängendsten Fragen: Wie sieht die Arbeitswelt in der Post-Corona-Phase aus?", sagt laut C&W-Deutschlandchef Yvo Postleb.

Büroflächenkonzept_Cushman & Wakefield (C&W)
Andersfarbige Wolken rund um die Arbeitsplätze markieren den Kollegen die Grenze der Corona-Komfortzone

Um die Abstandsregeln einhalten zu können, setzen die C&W-Immobilienexperten auf Wegeleitsysteme – unter anderem mithilfe von Bodenmarkierungen – und auf spezielle Markierungen rund um den Arbeitsplatz, die den Mindestabstand auch optisch in den Fokus rücken. Abtrennungen zwischen den Schreibtischen oder Einmal-Tischauflagen sollen das Infektionsrisiko ebenfalls reduzieren. Zudem erhalten die Unternehmen  mit den Plänen zum Umbau der Büroflächen individuelle Verhaltensregeln für ihre Mitarbeiter.

Neue Konzepte gegen das "Bürosterben"

Frank D. Masuhr, Head of Project & Development Services bei C&W für Deutschland, Österreich und die Schweiz, rechnet deshalb auch in Deutschland mit einer großen Resonanz für den "6-Feet-Office"-Service.

Auch Eurocres Consulting – ein Strategieberater im Work-Place-Management – geht davon aus, dass Unternehmen in neue Businessmodelle und Arbeitsmethoden investieren werden müssen, um dem "großen Bürosterben" auch nach Corona etwas entgegensetzen zu können, wie das Online-Nachrichtenportal LifePR berichtet. Mindestens ein Fünftel der Büroarbeitsplätze könnten sonst dauerhaft dem Büromarkt entzogen werden.


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dpa
Schlagworte zum Thema:  Büroimmobilie, Coronavirus